Anna Sophie Pietsch
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SELBSTSTÄNDIGE MÜTTER – INTERVIEW MIT Anna Sophie Pietsch (Beckenbodenyoga-Lehrerin)

Diesmal lässt uns Anna Sophie Pietsch (Rufname Sophie) ein bisschen hinter die Kulissen ihrer Selbstständigkeit als Beckenbodenyoga-Lehrerin blicken und hat dazu wirklich einiges Interessantes zu erzählen. Es ist auch gar nicht die erste berufliche Selbstständigkeit der 36-jährigen, verheirateten Mama von 3 Kinder im Alter von 2, 6 und 10 Jahren … Sophie gehört nämlich definitiv zu jenen Menschen, die förmlich dafür gemacht sind, frei zu arbeiten! Fühle ich sehr! ;)

SELBSTSTÄNDIGE MÜTTER – INTERVIEW MIT Anna Sophie Pietsch (Beckenbodenyoga-Lehrerin)

1. Beschreib doch erst einmal kurz, was du beruflich genau machst, welche Aufgaben dein Job beinhaltet und ob du von Zuhause arbeitest oder ein Büro bzw. einen externen Arbeitsplatz hast?

Ich bin Yogalehrerin mit Schwerpunkt Beckenboden/Körpermitte. Der Teil meines Jobs, den man sieht, ist das Unterrichten: ich gebe Onlinekurse via Zoom und hier in Essen auch Kurse in einem Studio. Der Teil, den man nicht sieht, ist meistens aber vom Zeitumfang her viel größer: ich plane meine Kurs- und Workshopkonzepte, mache meine eigene Werbung, gestalte meine Website, mache meine Buchhaltung, bilde mich fort… Deswegen sitze ich viel am Schreibtisch oder übe alleine Zuhause auf meiner Yogamatte.

2. Seit wann bist du 100% selbstständig mit deinem Business und wie viel Stunden pro Wochen fließen in dein Business? Und: Bist du zufrieden mit deinem Einkommen, gemessen an der Zeit, die du investierst?

Bevor ich mich entschieden habe, meine volle Aufmerksamkeit dem Yoga zu widmen, war ich schon viele Jahre als freie Texterin und Autorin selbstständig. Die Selbstständigkeit war also nicht neu für mich. Neu für mich ist, dass mittlerweile alle meine drei Kinder in Betreuung sind und dass ich deshalb endlich viel mehr Zeit für meine Arbeit habe!  Aktuell komme ich oft auf eine 35-Stunden-Woche. Im Verhältnis dazu darf das Einkommen gerne noch mehr werden, ich arbeite da in die richtige Richtung, damit ich auch wirklich davon leben kann.

3. Wann und wie hast du die Entscheidung getroffen, dass die Selbstständigkeit der beruflich richtige Weg für dich ist?

Eigentlich schon während bzw. nach einem missglückten Volontariat, direkt nach meinem Studium. Da war ich 27, hatte schon ein Kind, dachte aber noch, dass eine Festanstellung halt der sichere und „normale“ Weg ist. Ich bin dann relativ naiv in die Selbstständigkeit als freie Texterin geschlittert, habe aber noch zwei weitere Kinder gekriegt und bin auch deswegen nie so richtig durchgestartet (obwohl ich 2021 sogar einen Reiseführer für Familien im Ruhrgebiet geschrieben habe). Meine eigene Chefin zu sein, nicht in meinen kreativen Prozessen und Freiheiten beschränkt zu werden, tat mir aber schon immer sehr gut. Deswegen war es dann in der Entwicklung für mich auch leicht, klar zu sagen: ich stecke jetzt alle Kraft in meine Yoga-Selbstständigkeit.

4. Gibt es etwas, dass dir vor diesem Schritt Sorgen gemacht hat? Bzw: Wovor hattest oder hast du den meisten Respekt in Sachen Selbstständigkeit?

Nein, eigentlich nicht. Ich war damals so genervt von Festanstellungen und den damit einhergehenden Zwängen, dass ich einfach mal gemacht habe. Besser gestresst selbstständig als dauergenervt festangestellt! ;) Der Stress wird aber dann auch schnell weniger, wenn man seine Routinen findet, sich erst mal organisiert hat und sich eigene Abläufe basteln kann, mit denen man sich wohl fühlt. Was natürlich am Anfang immer schwierig ist, ist der ganze Finanzkram, Anmeldung der Selbstständigkeit usw. Da habe ich mir Beratung durch Freundinnen und Bekannte geholt und war auch einmal bei einer Steuerberaterin.

5. Was liebst du am meisten an deinem Job in dieser Form?

Ganz klar: das Unterrichten und den Austausch mit meinen Yoga-Teilnehmerinnen! Durch meine Spezialisierung auf den Beckenboden habe ich oft Frauen in meinen Kursen, die Symptome oder diverse Probleme haben und bisher kein Training gefunden haben, das ihnen geholfen hat. Wenn ich dann die Rückmeldung bekomme, dass mein Yogaunterricht einen Unterschied macht, dass die Frauen sich besser fühlen, Symptome verschwinden oder gelindert werden – das ist jedes Mal wieder das allerschönste für mich!

6. Was magst du am Wenigsten?

Bis vor kurzem hätte ich „Buchhaltung“ gesagt. :D Aber ich habe seit letztem Jahr eine Software dafür und halte mich nun ganz strikt an meinen „Buchhaltungsfreitag“, an dem ich sehr diszipliniert alles eintrage, meine Finanzen überschaue und zusätzlich sogar noch ein Haushaltsbuch führe. Ich bin immer noch erstaunt, dass ich das hinkriege und dass es sogar anfängt, Spaß zu machen. Organisation ist alles. Und Hilfe von Freunden! Ich hab mir die Software nämlich noch einmal von einem Freund und Kollegen ganz genau erklären lassen, seitdem kann ich es auch wirklich und nicht mehr nur „so halb“.

7. Wie klappt es mit der Vereinbarkeit mit der Familie? Bekommst du alles unter einen Hut? Wo sind bei dir die „Stolperfallen“?

Mein Mann arbeitet 35 Stunden die Woche angestellt, ich nun auch bis zu 35 Stunden selbstständig. Wir merken schon, dass das ganz schön an die Substanz geht. Ohne unsere super Grundschule, die ein Ganztagskonzept hat, ginge es nicht. Und ohne unsere tolle Tagesmutter für den Kleinsten auch nicht. Zusätzlich haben wir Oma und Opa in der Nähe, die mindestens einmal wöchentlich die Kids nehmen und auch so immer gerne einspringen. Als die Kinder kleiner waren, hat auch das Netzwerk aus Freundinnen gut funktioniert. Da merke ich aber, wie das wegbricht, wenn alle Eltern (besonders die Frauen) wieder mehr arbeiten, sobald die Kinder älter werden. Die Jobs binden einfach echt viel Energie. Ich würde sagen, wir halten echt gut durch, auch wenn unsere Wochen immer krass durchgeplant sind. Oft merke ich zu Ferienbeginn dann, wie leer die Akkus sind. In den Schulferien unterrichte ich deswegen auch kein Yoga und versuche, mich mehr auszuruhen.

8. Gibt es etwas, dass du anderen Müttern, die sich beruflich gerne selbstständig machen wollen, als Tipp mitgeben magst?

Einfach machen! Selbstständig arbeiten ist keine Hexerei. Und sich klar machen: beim Finanzamt, bei der Steuerkasse usw. sitzen auch nur Menschen, die meist sehr nett und auskunftsfreudig sind. Ich greife immer am liebsten zum Telefon, wenn ich eine Frage habe und bisher waren ungelogen alle Sachbearbeiter/innen nett und haben mir geholfen, wenn sie konnten. Und noch ein Spezialtipp zum Thema Finanzen: bei der Verbraucherzentrale kann man günstig Beratungen zum Thema Altersvorsorge wahrnehmen. Das ist ja auch ein super wichtiges Thema für Selbstständige. Aber generell einfach: nur Mut! Wenn du eine Idee, eine Leidenschaft, ein Projekt hast, das du am besten selbstständig in die Welt bringen kannst oder willst, dann fang einfach an. Lernen kannst du auf dem Weg noch genug – das habe ich nicht zuletzt aus dem Yoga gelernt. Yoga ist nämlich auch ein lebenslanger Weg, und vielleicht darüber hinaus. ;)

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Das war wieder einmal so ein schönes, informatives Interview, für das ich mich von Herzen bedanken möchte bei der wunderbaren Anna Sophie Pietsch!!! <3

Auf Instagram findet ihr sie hier: @kraftruheliebe_beckenbodenyoga

Und ihre Homepage hier: www.kraftruheliebe.de

Foto-Credit: Anna Sophie Pietsch

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