Es ist schon einige Zeit her, da habe ich (EIN)BLICK IN 26 ECHTE KINDERZIMMER veröffentlicht und dieser Artikel wird immernoch oft gefunden und, ja, geliebt. Weil es eben doch einen Unterschied macht, ob man sich Kinderzimmer auf Pinterst oder Optionen dafür im Möbelhaus anschaut ODER ob man einen Blick in echte, normale, bewohnte Kinderzimmer werfen darf. Um sich in Sachen Aufbau inspirieren zu lassen und auch, um für sich selbst und ganz allgemein zu normalisieren, dass die meisten Kinderzimmer (und natürlich auch alle anderen Räume, die von Familien bewohnt werden) die meiste Zeit über NICHT wie geleckt aussehen … sondern sympathisch chaotisch. Es tut SO GUT das zu sehen und nimmt so viel Druck von den Schultern. Wahrscheinlich ist genau das auch der Grund, warum der Wunsch an mich herangetragen wurde, einen Folge-Artikel zu veröffentlichen. Diesmal mit JUGENDzimmern. Also Zimmern, die Schüler*innen gehören, die nicht nur spielen, schlafen und gemütlich dort wohnen möchten, sondern auch einen richtigen Arbeitsplatz brauchen (ob sie den dann nutzen oder dann doch lieber bei Mama am Esstisch ihre Aufgaben machen, ist natürlich wieder eine andere Frage ;)).
Ich fand die Idee super und habe daher einen Aufruf dazu gepostet. Wichtig war mir bei der Teilnahme, dass alle Eltern vorab die Erlaubnis ihres Kindes eingeholt hatten, bevor sie mir ein Bild schicken durften, DENN: Selbst anonym und ohne Gesicht des Kindes geteilt ist es nun mal ein privater Bereich. Und ja, ich habe auch meine Kinder vorher gefragt UND ja, ich habe auch schon Bilder von “meinem” Schlafzimmer geteilt. ;)
Das Feedback war direkt super spannend. Fast alle, die mir schrieben, fanden die Idee toll und wollten sehr gerne solche Einblicke gewinnen, aus den oben genannten Gründen. Viele schoben dennoch hinterher, dass sie die Zimmer IHRER Kinder aufgrund von (normalem) Chaos lieber nicht zeigen wollen würden … obwohl sie gleichzeitig der Meinung seien, dass man es eigentlich viel öfter machen müsste, UM es zu normaliseren.
Ich fühle diese Zerrissenheit wirklich sehr und bin bereits jetzt mega dankbar für den Austausch mit mir, aber auch dem, der allein durch die Frage, ob man hierbei mitmachen möchte, in Familien zu den Themen “Unaufgeräumt Zimmer” und “Fotos im Internet teilen” stattgefunden hat.
So, und jetzt folgen ein paar Bilder von ECHTEN, ungestellten Jugendzimmern, die alle miteinander richtig schön sind:























Danke für die echten Einblicke – selbstgebaute Hochbetten sieht man in solchen Reihen deutlich öfter als in Katalogen, und das hat einen Grund.
Eine Beobachtung aus unserer Fertigung zum Thema Jugendzimmer: Ab etwa zwölf, dreizehn Jahren ändert sich der Wunsch an das Bett. Es soll tagsüber nicht mehr wie ein Bett aussehen, weil Freundinnen und Freunde im Zimmer sitzen. Deshalb landen in dem Alter oft Tagesbetten oder Schlafsofas im Zimmer, mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass Übernachtungsbesuch kein Thema mehr ist. Entscheidend ist dabei die Sitztiefe: unter etwa 55 cm sitzt niemand gern, über 70 cm rutscht man beim Sitzen nach hinten – dann wird das Möbel doch wieder nur zum Bett.
Der zweite Punkt steckt in fast jedem Ihrer Bilder: Schreibtisch ans Fenster, Bett an die Wand daneben. Eng wird es genau dann, wenn der Schreibtischstuhl die Bettkante berührt. Etwa 90 cm hinter der Tischkante sind die Grenze, ab der ein Zimmer im Alltag benutzbar bleibt.
Viele Grüße, Claudia