Sind bald Sommerferien? Wann sind denn endlich Sommerferien??? Beide Kinder können es kaum erwarten, dass endlich Sommerferien sind, dabei kann ich – als Mama – nicht mal genau sagen, was sie daran am dringendsten brauchen: die Auszeit vom Alltag oder einfach Sonnenschein und Sommerstimmung.
SÖHNCHEN-STATUS:
9 JAHRE, 8 Monate
Lustig, in der letzten Ausgabe schrieb ich, dass der kleine Flo ein neues Hobby hat: Tischtennis. Diesmal könnte ich im Grunde genauso anfangen, denn er hat schon wieder ein neues Hobby – diesmal: Skateboardfahren. Mal schauen, was sich davon hält, aber erst mal freue ich mich, dass er so motiviert ist, neue Aktivitäten für sich zu entdecken. Außer Star Wars, meine ich. Ich dachte ja, ich wäre ein Fan, aber mein Söhnchen ist dermaßen im Rabbithole Star Wars verloren gegangen, dass ich schon lange nicht mehr alles verstehe, was er mir darüber erzählt. Auch witzig. Außer abends um 22:00 Uhr, denn dann möchte ich wirklich nichts mehr davon hören.
Grundsätzlich kann ich passend dazu sagen: das Kind braucht einfach nicht mehr so viel Schlaf wie früher. Und wie auch die große Schwester und eigentlich die ganze Familie, ist auch er eigentlich eine „Eule“. Er kann wirklich lange wach bleiben und auch gerne länger schlafen. Schade, dass unser Schulsystem so gar nicht darauf ausgelegt ist. Mittlerweile fällt es auch ihm immer schwerer, morgens aus den Federn zu kommen. Davon abgesehen geht er aber weiterhin sehr gerne zur Schule und kommt wirklich gut klar.
Unglaublich, dass er im Sommer schon in die vierte Klasse kommt. Ich weiß nicht, wo die Zeit hin ist. Natürlich ist das Kind auch gewachsen. Und wenn ich endlich mal daran denken würde, ihn zu messen, dann könnte ich es auch hier mal wieder teilen. Ich schreib es mir mal auf die To Do Liste. ;)
TOCHTER-STATUS:
12 JAHRE, 7 Monat
Meine Große müsste ich eigentlich auch mal wieder messen, vergesse es aber natürlich genauso wie bei ihrem Bruder. Definitiv fehlt ihr nicht mehr viel, bis sie mich eingeholt hat. Sie trägt meine Schuhe, genauso wie meine Klamotten, wenn ihr danach ist und ich nicht schnell genug Nein sage. Noch nervt es mich aber nicht, denn ich bin ziemlich sicher, dass es gar nicht so lange hält, bis ihr auffällt: die Mama ist nicht nur peinlich in ihrem gesamten auftreten, sondern auch in der Wahl ihrer Kleidung. Und dann ist alles wieder meins. :D
Dass ich peinlich bin, sagt sie unangenehm oft. Ich weiß, es hat nicht wirklich etwas mit mir zu tun und gehört einfach dazu, aber ICH BIN NICHT PEINLICH!!!! ;)
Erstaunt bin ich. Erstaunt, wie groß meine Große schon geworden ist. Nicht (nur) in Körperlänge, sondern einfach ganz allgemein. Sie ist ein großes Mädchen geworden. Während ich dabei zugesehen habe. Und doch finde ich es manchmal erstaunlich, wenn es mir so ganz bewusst auffällt. Ich glaube manchmal, sie findet es auch erstaunlich, wie schnell es jetzt ging – sie feiert es richtig! <3
MAMA-STATUS:
So alles in Allem: Ach, was soll ich sagen. Eigentlich geht es mir wie immer. Ich bin ein bisschen marode. Ich schlafe nicht sehr gut. Ich habe viel zu viel im Kopf und viel zu viel auf dem Zettel. Immer deutlicher merke ich, dass ich eigentlich irgendwo etwas an Belastung loswerden sollte, aber ich weiß nicht genau an welcher Stelle und wie. Ich denke, sehr vielen Frauen in meinem Alter geht es genauso. Die Wechseljahre sorgen dafür, dass wir unsere Grenzen stärker wahrnehmen und auch stärker wahrnehmen wollen. Wir möchten gerne irgendwie etwas ändern, wissen aber nicht so genau, wo wir ansetzen sollen und wie wir das überhaupt schaffen können. Davon mal abgesehen funktioniert das abarbeiten meiner To-dos gerade einfach nicht gut. Immer wenn ich etwas abhaken, entsteht daraus etwas Neues. Meistens sogar mehr. Ich fühle mich Sisyphos sehr verbunden. Das trifft es wahrscheinlich perfekt.
Beide Kinder sind für sich genommen fantastische medium-große Menschen. Wenn ich gerade nur mit einem von ihnen unterwegs bin, kann ich es kaum fassen, was für ein Glück ich habe, diesen beiden wundervollen Individuen beim sich entwickeln zu sehen zu dürfen. Bin ich hingegen mit beiden Kindern irgendwie unterwegs oder auch zu Hause, frage ich mich, ob ein Internat eventuell auch eine Option sein könnte. Ich weiß, Internate sind nicht schlimm und vielleicht wirkt es dennoch erst mal etwas gemein, aber die beiden zusammen sind wie Feuer und Wasser. Oder wie Spiritus in Feuer. Sie harmonieren aktuell einfach fast gar nicht. Außer vor der Glotze, sofern sie sich auf einen Film einigen konnten. Was selten passiert.
In einer Tour wird hier gestritten. Sie gönnen sich gefühlt gegenseitig die Butter nicht auf dem Brot, wobei niemand hier Butter isst. Aber ihr wisst, was ich meine. Sie sind so unterschiedlich von den Charakteren her und auch von der Altersphase. Ich kriege sie kaum noch unter einen Hut. Also versuche ich so oft wie möglich der gemeinsamen Situation aus dem Weg zu gehen. Das große Kind ist natürlich sowieso schon viel alleine unterwegs, aber ich freue mich ja, wenn ich auch mit ihr noch Dinge unternehmen kann. Die Kombi mit ihrem kleinen Bruder zusammen ist allerdings wirklich anstrengend. Ich sage es einfach mal, wie es nun mal ist. Bestimmt wird es auch mal wieder besser werden. Bestimmt ist es auch in anderen Familien nicht viel anders. Wobei ich auch jene kenne, in denen sich Geschwister, die genauso alt sind wie meine Kinder, richtig prima verstehen. Da bin ich manchmal ein kleines bisschen neidisch, wenn mir sowas erzählt wird.
Jedenfalls ist das einer der Gründe, warum wir im Moment gar nicht so viel unternehmen. Es ist einfach schwer, etwas zu finden, dass beiden Spaß macht. Und dass uns Eltern garantiert, zu mindestens 2-3 Stunden ohne gravierende Streitereien auszukommen. Mit einer Freundin war ich mit beiden Kindern zusammen in einem Skatepark. Beide wollten das unheimlich gerne machen. Aber im Endeffekt gab es dennoch sehr viel Gemecker.
Das soll übrigens kein jammern sein. Mir ist durchaus bewusst, dass das völlig normal ist. Und trotzdem möchte ich es hier einfach mal explizit hinschreiben, dass auch diese Phase der Elternschaft richtig anstrengend sein kann. Und dass wir Eltern das laut aussprechen dürfen. Weil das macht es tatsächlich etwas leichter. Grundsätzlich haben wir sie ja lieb. Selbst wenn sie meckern und uns peinlich nennen. Wir lieben sie dennoch aus tiefstem Herzen. <3


