Rabenmutter 2.0

Rabenmutter 2.0: Die „Ausflugs-Versager“ entern ein Schiff

Der Göttergatte und ich haben viele Talente. Ausflüge erfolgreich zu planen und zu „absolvieren“ gehört allerdings nicht dazu. Wir versuchen es trotzdem tapfer immer wieder, schließlich haben wir jetzt Kinder und können die Wochenenden nicht mehr – unserem eigentlichen Naturell entsprechend – ausschließlich auf der Couch und vor der Glotze liegend verbringen. Wir müssen raus, dem Nachwuchs die Welt präsentieren, für Abwechslung sorgen und Spaß provozieren! Schon allein deshalb, weil die Mausemaus ja nun in die Kita geht und sich sprachlich (leider 😉 ) soweit entwickelt hat, dass sie förmlich jedem einen Knopf an die Backe labert und dabei natürlich unseren kompletten Alltag inklusive aller „Verfehlungen“ preisgibt. Das sie montags im Kindergarten auch noch frei von der Leber weg berichtet, was für einen fauler Haufen die Eltern darstellen, wollen wir nun wirklich nicht! Wir wollen stattdessen, dass sie strahlend berichtet, wie super cool das Familien-Wochenende war, dass wir zum Beispiel bei einem Radrennen waren (*würg*) oder mal ans Meer gefahren sind. Klar, meist fallen unsere Ausflüge weitaus unspektakulärer aus … aber zum Zoo oder ins Schwimmbad haben wir es in den letzten Wochen durchaus mal geschafft. Und weil unsere letzten „Events“ im Prinzip fast gänzlich ohne gravierende Schäden an Kindern oder Kegeln von statten gingen, haben wir uns mal an ein etwas gewagteres Projekt getraut und fragten die nun schon fast 4-jährige Tochter samstags beim Frühstück: „Süße, hast du Lust mit einem großen Schiff zu fahren. Auf dem Rhein?“
„Jaaaaaaaaa, DAS will ich heute machen!!!“ schallte es sofort über die Brötchen-Tüten! Zugegeben: Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungswerte mit Ausflügen nahm ich (schwarzsehend wie ich nun mal bin) an, dass irgendetwas gehörig schief gehen würde … und GARANTIERT mindestens einer von uns über die Reling kotzen müsste. Aber – ohne jetzt alles vorweg nehmen zu wollen – das ist nicht passiert! Möglicherweise haben wir den Bogen mit dieser Ausflugs-Nummer endlich einigermaßen raus! Und es war sicher clever, nicht allein, sondern gemeinsam mit einer weiteren, weniger vom Ausflugs-Pech verfolgten Familie an Bord zu gehen 😉 .

 

Total wichtig, bevor man auf ein Schiff steigt, ist ja, dass die Frisur sitzt … NICHT! Manchmal frage ich mich echt, ob ich den Knall nicht gehört habe 😀 .

 

Grundsätzlich waren wir aber schon sehr gut vorbereitet. Denn die Mausemaus hatte uns – perfekt passend zum Ausflugs-Thema – neue Piraten-Tattoos „aufgezwungen“ 😀 .

 

Wir stapften also hochmotiviert los, mit dem Ziel, in ungefähr einer halben Stunde von der Stadt-Mitte bis zum Rheinufer und dort zum Treffpunkt mit unseren Freunden zu gelangen. Quer durch die City. An einem Samstag. Während der Gamescom. Genau … AUSFLUGS-VERSAGER!!!!

 

Völlig überraschend führte unser Weg uns an unserer Lieblingseisdiele vorbei. KEIN Eis-Stopp einzulegen war da leider unmöglich 😉 . Allerdings hat uns das irgendwie in meinem eh etwas knapp bemessenen Zeitplan etwas zurückgeworfen.

 

NOCH mehr zurückgeworfen hat uns allerdings das Festival zur Unabhängigkeit Kurdistans, von dem wir nichts wussten, weil wir uns wieder einmal nicht informiert hatten, was an diesem Wochenende alles so ab geht in Köln. Denn sonst hätten wir möglicherweise einen anderen Weg gewählt, als mitten durch eine von viel Polizei bewachten Menschenmenge. Der Kommentar der Mausemaus zu dem ganzen Trubel, den Fahnen, dem Gedränge und den vielen Polizisten: „Die Musik ist schön!“ Ja, dann ist ja alles im Lack 😀 .

 

BÄM, geschafft! Nichts konnte uns aufhalten – wir waren beinahe pünktlich UND die ersten 😉 . Schließlich war auch die andere Familie mit zwei Kindern unterwegs (da plant man am besten einfach nix 😉 ) und musste sich durch den bunten Haufen Party-Volk mischen.

 

Ab dem Moment, in dem das Schiff anlegte und wir uns in die Schlange der wartenden Passagiere einreihten, fragte die kleine Madam gefühlt alle 30 Sekunden, wann wir denn nun endlich an Bord gehen würden. Warten ist nicht so ihre Lieblingsbeschäftigung. Und erst recht nicht, wenn man währenddessen zumindest grob in der Schlange stehen bleiben soll und NICHT mit der Freundin ausbüxen oder auf Absperr-Gittern rumklettern darf.

 

Nachdem ich mich auf der Gangway (oder wie heißt das auf einem Schiff) aufgrund der Kombination aus Schräglage und tonnenschwerem Gewicht des mal wieder voll bepackten Kinderwagens fast aufs Maul gelegt hatte, wars doch sehr erfreulich, dass die Idee, den Mann ohne jeglichen Ballast vorauszuschicken, um uns den geilsten Platz an Deck zu sichern, trotzdem mega war! Denn wir HATTEN den geilsten Platz! Im Schatten, an der Reling, mit Tisch! Yeah!

 

Während mir zu Anfang so ein kleines bisschen schwummrig in der Magengegend war, fühlten sich die Kids (der Hammer … alle mit den selben Mützen 😀 ) sofort pudelwohl an Bord! Bis auf diesen schnell mit der Kamera eingefangenen Moment des einheitlichen Staunens, tobten sie eigentlich die komplette Fahrt über wie kleine Irre um den Tisch herum. Und auch unter dem Tisch. Und neben dem Tisch des Senioren-Clübchens. Naja, muss halt so, richtig? 😉

 

Ich fands ja auch ganz nett, einfach mal den Blick schweifen zu lassen und an meinem warum auch immer komplett überschäumenden Kaltgetränk zu nippen. Aber was weiß ich schon. Bin ja bloß die langweilige Mutti 😀 .

 

Nur die vorher so schön hergerichtet Friseur litt ein wenig. Die vom Krümel aber auch … wobei der ja gerade einen Mix aus Beamten-Schick und Mickey Maus trägt und der Wind da nun auch keinen Schaden mehr anrichten konnte 😀 😀 😀 .

Alles in allem wars echt ein sehr schöner Ausflug! Niemand ist über Bord gegangen, keiner hat gekotzt und die Mädels haben sich auch nicht gestritten … naja, zumindest nicht dolle 😉 . Die Mausemaus fand den Tag (den wir dann im Biergarten mit Pommes, Flammkuchen, sehr umfangreichen Pupu-Sessions und völliger Eskalation der anschließend schweißgebadeten Kinder ausklingen ließen) im Grunde auch ziemlich spitze, wenn man mal davon absieht, dass sie den kompletten Heimweg gebrüllt hat, weil sie sich doch tatsächlich wieder von ihrer Freundin trennen musste. Ist aber auch Mist, dass wir nicht ALLE in einer Wohnung wohnen 😉 .

 

Den Arsch gerettet hat uns dann das: Feuerwehr-Autos auf dem Weg nach Hause. Das fand die kleine Madam sogar noch ein bisschen toller als die ganze Bootstour. Super, merken wir uns für die Zukunft … weniger ist mehr 😀 .
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6 thoughts on “Rabenmutter 2.0: Die „Ausflugs-Versager“ entern ein Schiff

  1. Hihi, jaja, Ausflüge…waren letztens in einer Heu-Trekker-Tier-Kinder-Bespaßung…als wir gehen mußten…tja, mein Mann sagte noch, dass ja IMMER ein Kind nicht gehen will und dann den ganzen Laden zusammenbrüllt…es traf uns an jenem Tag…

  2. Hihi, könnte uns auch passieren!
    Und Feuerwehr zieht bei uns auch immer – und wir wohnen in der gleichen Straße wie die Feuerwache, nur ca 300 m entfernt. Übernächsten Sonntag Tag der offenen Tür – Ausflug gerettet 😉

    PS: ich bin immer wieder beruhigt, wenn ich bei anderen Puppen sehe, die zum einen auch immer nackt sind und zum anderen auch so ergraut 🙈

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