Neu Rabenmutter 2.0

An all die Verkäufer/innen und Kassierer/innen, die Mamis mit Kindern bedienen …

Ich kenne ziemlich viele Mütter, die eine ganz klare Meinung zum Thema Einkaufen gehen mit Kindern haben: „Neeeee, dass mach ich nicht! Ich bin doch nicht bescheuert!!!“ Der ein oder anderen Mama mag eine solche Einstellung jetzt ein bisschen übertrieben vorkommen, aber ich verstehe sie durchaus … obwohl ICH fast immer mit beiden Kids im Schlepp den Supermarkt betrete. Aber ICH bin in dem Punkt eben auch einfach ein Vollidiot, weil ich wieder besseren Wissens handle UND es leider auch so gut wie nie auf die Kette bekomme, vormittags zu gehen, wenn ich nur den Krümel mitnehmen müsste. Nichtsdestotrotz bin ich eigentlich der Meinung, dass jene Mamis, die das Kühlschrank-Neu-Befüllen OHNE Nachwuchs durchziehen, deutlich cleverer sind. Denn meistens ist es doch so: Nur die allerwenigsten Kinder finden das klassische (und irgendwie ständige) einkaufen gehen amüsant … und sorgen daher gerne mal dafür, dass es auch für Mutti ätzend wird. Babys brüllen sich im Kinderwagen vor Langeweile gerne mal mega schrill in den Orbit, Kleinkinder wollen auch im Supermarkt UNBEDINGT alleine laufen, rennen dann ständig weg oder räumen sämtliche Regale bis zu ihrer Greifhöhe von ca. 1,10 m aus und die Kids, die THEORETISCH alt genug sind, nicht mehr wie eine niedlich lächelnde ABRISSBIRNE durch das Geschäft zu marodieren, stecken bis zum Hals in der Trotz- oder sogar schon in irgendeiner Pre-Pre-Pre-Pubertäts-Phase und sind daher nicht gewillt, irgendeinem verbal geäußerten Hinweis zum Thema erträgliches Benehmen in öffentlichen Einrichtungen der Mutter Folge zu leisten. Ich zum Beispiel wiederhole während des Einkaufens mit meinen Kindern im Prinzip OHNE UNTERLASS folgenden Hinweis für meine 4-jährige Tochter: „Bitte nur mit den Augen gucken – NICHT MIT DEN HÄNDEN!“ Dann schallt es: „Jaaaahhhhaaa, weiß ich, Mama!“ zurück … und nur Sekunden später höre ich ein leises Poltern aus dem Gang, in dem sie gerade verschwunden ist. Entspanntes einkaufen sieht anders aus (hab ich mir sagen lassen ;) ) .

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Wenig überraschend ist nicht nur meine Stimmung in derlei Situationen eher so semi-sonnig, sondern die von vielen Müttern, die mit ihrer „Brut“ am Schlafittchen die Warenregale entlang eilen. Und das führt leider manchmal dazu, dass die … wie sagt man online immer so schön … Netiquette etwas zu wünschen übrig lässt. Bei mir zumindest. Wenn die Mausemaus ständig ausbüxt, in der Gemüseabteilung ALLES anfasst, heimlich Gummibärchen-Sturmpackungen in den Wagen wirft und mit ihrem gerade draußen gefundenen Stock „Musik“ an den Weinflaschen macht, während der Krümel entweder zetert, weil ihm langweilig ist oder mit angelutschten Hirsekringeln wirft, DANN kann es durchaus passieren, dass ich genervt auf mir im Weg stehende Paletten reagiere, von denen ein Mitarbeiter gerade neue Nudeln abräumt, damit ICH im Regal immer welche finden kann. Oder ich antworte grässlich schnippisch, wenn die Dame an der Frischetheke meine Bestellung im Tumult nicht perfekt mitbekommen hat und deshalb zweimal nachfragen muss, um mir nicht aus Versehen etwas falsches einzupacken. Oder ich vergesse beim Bezahlen, wenigstens mal ganz kurz Blickkontakt mit der Kassiererin aufzubauen und ihr noch einen schönen Tag zu wünschen, weil ich so damit beschäftigt bin, alles einzupacken, meine EC-Karte nicht liegen zu lassen und dabei zwei Kinder in Schach zu halten. Das alles – und noch mehr – fällt mir zwar auf, aber im Stress bekomm ich es einfach nicht besser hin. Das ärgert mich dann, weil ich natürlich weiß, dass die Damen und Herren in meinem Lieblings-Supermarkt nichts dafür können, dass ich mit meinen Kids an „besonders reizenden“ Tagen gefühlt wie die Hottentotten persönlich erscheine und dann leider als iTüpfelchen sehr unhöflich rüberkomme. Allerdings glaube ich, dass die meisten Verkäufer und Kassierer wissen, dass sie eigentlich gar nicht gemeint sind mit meinem Unmut bzw. dem der anderen schweißgebadeten und übel gestressten Mütter, die mit all ihren Sinnen bei ihren ausrastenden Kindern sind … und darüber die ein oder andere Höflichkeitsregel verbummeln. Sie begegnen uns schließlich jeden Tag und sind noch dazu häufig selbst Eltern, die sich genauso oft wie wir in derlei aufreibenden Situationen wiederfinden oder früher wiedergefunden haben.

Trotzdem möchte ich mich auf dieser Vermutung ausnahmsweise mal nicht ausruhen, sondern stattdessen hier aufschreiben, was ich mir so oft denke, aber meist einfach zeitlich nicht schaffe auszusprechen, während die Kinder daran arbeiten, meine Nervenenden in eine Bombenlunte zu verwandeln:

An all die Verkäufer/innen und Kassierer/innen, die uns völlig entnervte Mamis mit Kindern bedienen … DANKESCHÖN!

Vielen Dank dafür, dass ihr euch sogar in Großstädten bemüht, die Namen der Kinder eurer Stammkunden zu kennen und so selbst die Kleinsten ganz persönlich begrüßen könnt. Danke, dass ihr so wahnsinnig schnell mit dem Kehrblech anrückt, wenn unser Nachwuchs mal wieder etwas „mit den Händen angeschaut“ und dabei leider fallengelassen hat. Und dafür, dass ihr dann kein böses Wort verliert, obwohl ihr sicher anderes zu tun hättet, als unsere Scherben einzukehren. Vielen Dank, dass es manchmal sogar eine ZWEITE Scheibe Fleischwurst an der Theke gibt … und die Mama ebenfalls probieren darf! Und auch dafür, dass das lästige Rädchen, das Zwergnase immer mitnehmen muss, bei längeren Einkäufen ausnahmsweise in Obhut des Fachpersonals parken darf, damit es im Eingangsbereich nicht im Weg steht oder gar geklaut wird. DANKE, dass ihr Kindern „heimlich“ helft, wenn sie von Mama den Auftrag bekommen haben, neues Klopapier zu holen, es allein aber doch noch nicht finden. Und ganz besonders lieben Dank dafür, dass ihr es uns (meist ;) ) nicht übel nehmt, wenn wir unhöflich sind, sondern stattdessen nachfragt, ob die Nacht vielleicht beschissen war oder das Baby Zähnchen bekommt. Ich weiß das alles sehr zu schätzen! Und ich bin damit garantiert nicht allein! :-*

Der Ehrlichkeit halber versuche ich jetzt gar nicht, glaubhaft zu versprechen, dass ich von nun an IMMER eine nett lächelnde Kundin mit wohlerzogenen, braven Sprösslingen an der Hand sein werde. Doch ich hoffe, dass man zukünftig zumindest über mich sagen kann: „Sie war stets bemüht!“ :D

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