(Leser-)Geburtsberichte

Christina F. erzählt

Wunder 1

Nach anfänglicher Übelkeit von der 8. – bis zu 14. Woche verging der Großteil meiner ersten Schwangerschaft wie im Flug und ohne Komplikationen. Es war schon klar, dass unser kleines Mädchen sehr groß und schwer werden würde, da ich aber auch sehr groß bin, machte mir das keine Sorgen. Der ET (9.2.2014) nahte, aber nichts tat sich. Ich hatte noch nicht mal Übungswehen. Ab dem Tag des ET fuhr ich also jeden 2. Tag zur Kontrolle ins Krankenhaus, wo wir uns darauf einigten, maximal bis ET+9 zu gehen. Dann wollten wir per Cocktail einleiten. Natürlich tat sich weiterhin nichts.

Am Abend des 9. Tages fuhren wir also mit den Zutaten für den Cocktail ins Krankenhaus, wo ich dann gegen 21 Uhr das ekelhafteste Getränk (0,5l) meines Lebens trank. Dann durften mein Mann und ich erst mal aufs Zimmer und warten. Bis zum Kontroll-CTG um 23 Uhr durfte mein Mann bei mir bleiben. Der Erwartung nach würde ich dann erst mal schlafen….

Tja, nicht ganz…. Plötzlich wurde mir sehr übel und mein Mann holte mir schnell eine Nierenschale. Beim CTG um 23 Uhr spürte ich schon erstes Ziehen, dass ich noch überhaupt nicht als Wehen interpretierte, sondern erst mal auf die Toilette ging. Bei der Untersuchung war der Muttermund dann schon halb geöffnet. Ich wollte mich noch schnell umziehen und wir holten noch einige Sachen aus dem Zimmer. Auf dem Rückweg in den Kreißsaal mussten wir einige Male stehenbleiben und ich musste mich am Geländer an der Wand abstützen.

Irgendwie haben wir es in den Kreißsaal zurück geschafft. Dort ging es mit den Wehen auch richtig los. Ganz plötzlich hatte ich den Drang mich zu übergeben. Da hab ich erst realisiert, dass wir schon mittendrin sind. Für eine PDA oder andere Schmerzmittel war es zu spät. Das war okay, denn die Hebamme sagte schon, dass unser kleines Mädchen sich nun nicht mehr viel Zeit lassen würde. Ein paar Presswehen später um 1.09 Uhr erblickte sie dann mit 55 cm und 4320gr das Licht der Welt.

Der Arzt kam noch gerade rechtzeitig, nähte mich kurz, was ich aber gar nicht richtig mitbekommen habe. Auch die Nachwehen empfand ich nicht schlimm. Ich hatte schließlich unser kleines großes Wunder Nummer 1 im Arm.

Wunder 2

Die Schwangerschaft mit unserem 2. Kind hat mich definitiv mehr mitgenommen als die erste Schwangerschaft. Das lag unter anderem an der mich stets begleitenden Übelkeit inklusive regelmäßigem spontanen Erbrechen. Aber auch der Ischias machte mir zu schaffen. Und das alles mit einer fast Vierjährigen mit ganz eigenem Kopf zu managen war schon nicht so einfach.

Naja, ich hatte es fast geschafft, Weihnachten, Silvester und Neujahr waren vorüber (Gott sei dank nicht an diesen Tagen). ET war der 2.1.2018. Dass wir auch hier wieder über den Termin gehen, hatten wir schon erwartet. Jeden 2. Tag zur Kontrolle kannten wir ja schon.

Am Morgen des 6.1. war ich also bei einem Kontrolltermin beim Frauenarzt, der nach einem komplett wehenfreien CTG versuchte, den Muttermund etwas zu reizen. Ich fuhr zu meiner Mutter, die auf die Große aufpasste (mein Mann war arbeiten). Als ich dort auf der Toilette war, sah ich, dass ich blutete. Komischerweise war ich überhaupt nicht beunruhigt, sondern rief im Kreißsaal an und schilderte die Situation. Ich sollte mit gepackter Tasche kommen. Ich fuhr also mit meiner Mutter los. Die Große blieb bei meiner Schwester. Von unterwegs rief ich meinen Mann an, da sich aber sonst nichts tat, sollte er erst einmal bei der Arbeit bleiben.

Im Kreißsaal wurde ein CTG geschrieben. Dem Baby, ein Junge diesmal, ging es super und ich hatte leichte Wehentätigkeiten. Dann bin ich vom Arzt untersucht worden, der konnte allerdings keine Ursache feststellen. Da ich nach der Untersuchung wieder blutete, wollte er mich in jedem Fall über Nacht da behalten. Wir sprachen über eine Einleitung, die ich dann auch gerne wollte. Das hatte ja schon bei der ersten Geburt großartig geklappt. Mein Mann sollte sich dann nun auch auf den Weg machen.

Zurück im Kreißsaal hatte die Hebamme mir schon den Cocktail gemixt, den ich dann um 13 Uhr trank. Mein Mann trudelte ein und wir sollten um 15 Uhr zum CTG kommen. Zu diesem Zeitpunkt tat sich noch gar nichts. Wir gingen spazieren, tranken Kaffee und vertrieben uns so den Nachmittag. Da waren wir noch der Meinung, dass mein Mann gleich nach Haus fährt und ich am nächsten Tag Gel zur Einleitung bekommen würde… Tja, wieder falsch gedacht.

Während des Kontroll-CTGs um 18 Uhr hatte ich schon Wehen, die ich teilweise veratmen musste, aber auch noch gut konnte. Unsere Hebamme war ziemlich erstaunt und meinte zu meinem Mann, er fährt nun nicht mehr nach Hause und wir kriegen heute noch ein Kind. Ich weiß noch, dass ich dachte: Heute, das hört sich gut an. Wir waren übrigens ganz allein im Kreißsaal, so dass unsere Hebamme ganz viel Zeit für uns hatte. Das war super!

Wir sollten dann kurz vor Schichtwechsel um 20 Uhr wiederkommen. Mein Mann und ich vertrieben uns also wieder die Zeit mit Fernsehen, telefonieren und ganz ehrlich: Namensfindung! Ein Jungenname fiel uns nämlich echt schwer. Irgendwann konnte ich nicht mehr auf dem Zimmer bleiben. Wir gingen auf den Fluren spazieren, Treppe rauf, Treppe runter etc. Kurz nach 19 Uhr musste ich schon ordentlich veratmen, bei jeder Wehe massierte mein Mann mir den Rücken. Um ca 19.30 Uhr MUSSTE ich in den Kreißsaal.

Ich war die ganze Zeit auf den Beinen und ließ die Schwerkraft arbeiten, das fühlte sich einfach richtig an. Allerdings musste ich mich auch diesmal übergeben. Ich gehöre also zu den kotzend-gebärenden Frauen ;-)

Die gesamte Situation im Kreißsaal war so entspannt. Wir haben viel gelacht, trotz krasser Wehen, aber es passte einfach. Schmerzmittel wollte ich nicht, ich wusste ja, dass ich es schon einmal ohne geschafft hatte und dass die Geburt auch diesmal nicht lang dauern würde.

Kurz vor den Presswehen gab es den Schichtwechsel, unsere erste Hebamme übergab mich, wollte aber trotzdem natürlich unser Mäuschen kennenlernen. So hatten wir 2 Hebammen – großartig. Im Stehen habe ich unseren Sohn aber nicht zur Welt gebracht. Ganzplötzlich konnte ich nicht mehr stehen und konnte den Gebärhocker nehmen, der schon bereitgestellt war. Mein Mann saß auf dem Ball hinter mir und stützte mich. Auch für ihn war diese 2. Geburt ein tolles Erlebnis, bei dem er mitwirken konnte.

Um 20.20 erblickte dann unser Sohn mit 55cm und 4120gr das Licht der Welt und macht seitdem uns und seine große Schwester stolz und überglücklich.

Diese beiden sehr schönen Geburtsberichte hat Christina geschrieben :)

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