Geburtsberichte
Leser-/Geburtsberichte

Leser-Geburtsbericht: Anja W. erzählt

Der geplante ET von meinem Großen war der 20.10.2010, ein schönes Datum fand ich.

Im Geburtsvorbereitungskurs war ich mir unsicher ob ich nicht lieber einen Kaiserschnitt haben wollte, hatte ich doch irgendwie Schiss. Naja, der 20.10. verstrich ohne das sich was tat, nichts, nicht mal ein Propf oder ähnliches. Ich ging aller zwei Tage brav zur Ärztin, Muttermund war weich und schon länger auf zwei cm auf. Am 28.10., ein Freitag, sollte eingeleitet werden. Mein damaliger Mann nahm sich ab dem Tag Urlaub.

Am Abend vorher war ich unruhig, ging oft auf Toilette. Dann wurde mein Slip nass und ich wollte los. Im Auto sagte ich dann zu meinem Mann „Oh,ich glaub DAS sind Wehen.“ Wir sind angekommen und ich wollte unbedingt die Treppe hoch,anstatt dem Aufzug.  Wir wurden von einer recht ruppigen Hebamme empfangen, ich war stolz weil ich endlich Wehen hatte. Das war gegen Mitternacht.

Muttermund war immer noch bei zwei cm, Fruchtwasser habe ich nicht verloren, Test war negativ.

Wir wurden spazieren geschickt, gingen durch die Klinik und setzten uns immer wieder hin. Mittlerweile bekam ich aller zwei Minuten Wehen, wir sind dann wieder in den Kreißsaal gegangen. Da wurde ich ans CTG angeschlossen, die Herztöne waren ok. Wir sollten wieder aufs Zimmer gehen.

Dort lag ich im Bett, ans CTG angeschlossen und hatte einen Mann neben mir der mir jede Wehe vorraus sagte, mit seiner Uhr und dem Monitor. Naja….

Gegen 5Uhr kam die Hebamme, das CTG war auffällig, mit jeder Wehe gingen die Herztöne runter,bis auf 80. Das schauten sich auf einmal zwei Hebammen an. Dann war wieder alles ok. Nach weiteren ca. 10 Minuten kam die Oberärztin gerannt,ja gerannt und meinte „Sofort Kaiserschnitt, jetzt!“

Die Herztöne gingen mittlerweile nicht nur runter, sondern waren weg, der Monitor piepte einen durchgehenden Ton. Mein Mann hatte sich hingelegt und wurde davon wach und sofort panisch.

Ich sollte eine Aufklärung unterschreiben, währenddessen ging mein Mann auf und ab und sagte jeder Hebamme das ich eine Allergie gegen Penicillin habe. Jeder. Ich wurde in den OP geschoben und hab mich, vorher auch schon, übergeben, vor Schmerzen vermute ich.  Die Hebamme gab mir einen Pfefferminzirgendwas, was ich ihr vor die Füße gespuckt habe und sie gefragt wofür der war …ganz verdutzt meinte sie, das der eigentlich zur Magenberuhigung gewesen war.

Im OP stand rechts neben mir ein total netter Änesthesist, der mich mit Oxytocin voll pumpen ließ, ich heulte nur noch.  Dann wurde angefangen, es ruckelte und dann schrie jemand…mein Sohn.

Er hatte sich mit der Nabelschnur geschmückt, zweimal um den Hals UND noch ein Knoten drin. Kein Wunder das keine Herztöne mehr da waren. Er wurde meinem Mann in die Hand gedrückt und ihm mach Untersuchung, auf die Brust gelegt.

30min später kam ich dazu und meinte zu meinem Mann, ob ich ihn denn auch mal halten darf. Er war so ruhig und schaute nur.

Schön das es die Möglichkeit zum Kaiserschnitt gab, sonst wäre mein Sohn heute nicht auf der Welt, aber die ersten 30 Minuten fehlen mir jetzt immer noch, das hab ich bei meiner Tochter 8 Jahre später und ein anderer Mann, gemerkt..

Der damalige Mann hat das Prädikat „Ex” vor seinem Namen bekommen, hätte ich schon viel früher machen sollen, aber das ist eine andere Geschichte.

Vincent Alexander wurde am 28.10.2010 mit 57cm und 3605g geboren.

Diesen spannenden Geburtsbericht hat Anja W. geschrieben :)

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