Corona Update 8
Corona

11 persönliche Corona-Updates aus aller Welt – Teil 8

Mittlerweile nur noch alle vier Wochen geben „LÄCHELN UND WINKEN-Korrespondenten“ aus den verschiedensten Ländern Corona-Updates zur aktuellen Corona-Virus-Lage in ihrem Zuhause – unter welchen Beschränkungen sie gerade leben, wie sie damit klarkommen, welche Auswirkungen das alles auf sie hat und wie sie sich fühlen. Es ist ihnen überlassen, was genau sie erzählen möchten; sie gewähren uns einfach einen ganz persönlichen kleinen Einblick in ihre aktuelle Situation während der Corona-Krise. Es geht nicht um Politik oder Zahlen … es geht rein um Familien.

Mit dabei sind – je nachdem wie sie es zeitlich schaffen oder was es zu erzählen gibt – Eltern bzw. Mütter aus folgenden Ländern:

  1. Norwegen
  2. Schweiz
  3. Formentera
  4. Dänemark
  5. Deutschland
  6. Niederlande
  7. England
  8. Deutschland
  9. Österreich
  10. Portugal
  11. Shanghai/China
  12. LA / USA
  13. Texas / USA
  14. Kalifornien / USA
  15. NY / USA
  16. Moskau /Russland
  17. Spanien
  18. Stockholm/Schweden
  19. Transsilvanien/Rumänien
  20. Italien
  21. Belgien
  22. Brasilien
  23. Singapur
  24. Island
  25. Südafrika
  26. Australien

Vielleicht melden sich nicht alle jede Woche, aber doch so oft es ihnen (trotz Kinder, Arbeit, Krankheit, Krisen und Hüttenkoller) möglich ist. Und ich bin dankbar FÜR und gespannt AUF jeden dieser Einblicke!

Corona-Updates in Video-Form:

Mit dabei ist diesmal Thembi aus einem Township in Südafrika und Gina aus Südafrika.

 

Corona-Updates in Text-Form:

Mit dabei sind diesmal Rike aus Australien, Julia aus Los Angeles, Doris aus Moskau, Jacqueline aus Singapur, Saskia aus Island, Anke aus England, Andrea aus Texas, Sabrina aus Norwegen und Anke (ich ;) ) aus Deutschland.

Australien

G‘Day Mates, ich bin Rike und wohne mit meinem Mann und meinen beiden Kindern in Sydney/Australien.

Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht! Schon wieder 4 Wochen rum. Jetzt sitze ich hier und überlege, was ich euch überhaupt berichten kann. Viel ist in den letzten Wochen nämlich nicht passiert.

Fangen wir mit den harten Fakten an: Australien hat (Stand 12.06.2020) insgesamt 7.285 Coronafälle. 102 Menschen sind hier an der Krankheit gestorben. Zwei Leute sind noch auf der Intensivstation und 18 im Krankenhaus. Das war‘s.

Meine Jüngste geht seit Ende April wieder in die Preschool. Bei der Ankunft wird ihre Temperatur gemessen und die Hände desinfiziert. Der Große geht seit der letzten Maiwoche wieder 5 Tage die Woche zur Schule. Eltern dürfen das Schulgelände nicht mehr betreten. Es gibt eine gestaffelte Abholung. Die Maßnahmen an beiden Schulen sind ok für uns. Auch die Kinder machen alles ganz locker mit. Die Lehrer geben sich aber auch besonders Mühe, den Fokus auf andere Dinge zu lenken, als die neuen Hygienevorschriften. So gibt es Pyjamatage oder Crazy-Hair-Days oder die Lehrer verkleiden sich oder, oder, oder. Meine Kinder haben zwar mal kurz Bedenken zum Virus geäußert, als sie zurück in die Schulen sollten, aber durch diesen unkomplizierten Umgang der Lehrer mit der Situation gegenüber den Kindern, waren die Gedanken schnell weg. Natürlich nervt es die Lehrer hier auch. Es ist genau wie in Deutschland ein riesen Verwaltungsakt. Aber es läuft.

Mein Mann hat die Möglichkeit bekommen, dass er bis Ende des Jahres von zu Hause arbeiten kann. Das ist nett gemeint, aber unsere Stromrechnung ist explodiert. Ich fänd es gut, wenn er ein/zwei Tage die Woche mal wieder das Haus verlässt. Doch alle Kollegen von ihm haben auch umgestellt. Im Büro ist jetzt einfach keiner. Also warum hingehen? Positiv ist, dass er jetzt schon mehr Nachbarn hier in der Straße mit Namen kennt, als in unserer alten Heimat. Das gibt ihm ein ganz anderes Gefühl der Dazugehörigkeit.

Und was ist mit mir? Tja, ich genieße das neue Familienleben durch Corona. Das Homeoffice hilft uns im Endeffekt mit allem. Ich bin froh, dass wir hier in Australien glimpflich davongekommen sind. Schaue aber auch noch etwas sorgenvoll in die Zukunft. Von wegen 2. Welle und so. Bis dahin plane ich aber trotzdem jetzt unsere Termferien. Im Juli wollen wir raus. Die Reiserestriktionen sind soweit gelockert und die Fallzahlen so klein, dass wir uns trauen wollen und endlich Australien entdecken möchten.

Bleibt gesund!

Moskau / Russland

Hallo, ich bin Doris und lebe mit meiner Familie (Mann und 5-jährige Zwillinge) seit ca. 4 Jahren in Moskau.

Am Sonntag hatte ich noch mit ein paar Freundinnen in Deutschland gesprochen und mich „ausgeheult“, weil sich hier so gar nichts tat in Hinblick auf Lockerungen und Verbesserung der Fallzahlen. Am Montagnachmittag kam dann ganz plötzlich ein neues Dekret vom Moskauer Bürgermeister, dass ab Dienstag fast alles wieder erlaubt ist: Wir dürfen wieder Spazierengehen wann und wie wir wollen, es werden keine Passierscheine mehr benötigt, fast alles macht wieder auf – auch Schönheitssalons, Friseure, etc. Ab nächster Woche dürfen dann Terrassen von Restaurants wieder öffnen und die Woche drauf dürfen dann auch Restaurants wieder aufmachen. Auch alle Kindergärten dürfen ab dem 23. Juni wieder offiziell arbeiten. Natürlich gilt noch Masken- und Handschuhpflicht – aber das sehen die meisten Moskowiter wohl eher als freiwillige Leistung an.

Naja, ich persönlich bin ja doch ein wenig skeptisch, denn die Zahlen sind immer noch hoch. In Russland sind es seit Wochen an die 9.000 Neuinfizierte täglichen, davon dann ca. 1.500 in Moskau (jedenfalls die letzten Tage, davor immer ca. 40%). Es sind also immer noch sehr viele. Bleibt abzuwarten, wie sich das ganze entwickelt.

Unser Kindergarten wird ab Montag wieder öffnen (privater Kindergarten, deshalb machen die schon vor dem 23. wieder auf) – aber ohne unsere Kinder. Ich möchte erstmal schauen, wie es weitergeht. Die meisten „Teacher“ kommen mit der Metro zur Arbeit und grade die halte ich für einen gefährlichen Ort. Alle Kinder und Lehrer haben einen Corona-Test vorzuweisen, dass sie gesund sind – reine Vorsichtsmaßnahme, hilft ja nur nicht, wenn sich trotzdem jemand auf dem Weg zum Kindergarten ansteckt. Wenigstens im Juni wird zusätzlich noch das Online-Programm durchgeführt, so dass wir die Wahl haben zu Hause zu bleiben oder die Kinder hinzubringen. Ab Juli werden wir dann mal schauen, ob die Kinder dann nicht doch wieder gehen – denn so langsam wird es schwierig für die beiden. Ich habe sie seit dem 12. März zu Hause und seitdem haben sie andere Kinder nur aus der Ferne oder auf dem Laptop gesehen. Aber das machen wir davon abhängig, wie sich hier alles weiterentwickelt.

Corona scheint für die meisten hier beendet. Was mir ein wenig Angst macht. Mein Mann und ich möchten lieber noch vorsichtig sein und wir denken auch, dass es besser ist, wenn ich mit den Kindern bald nach Deutschland fliege für ein paar Wochen, bis es hier wirklich besser ist. Wir hoffen, dass die Reisebeschränkungen ab Mitte/Ende Juli soweit aufgehoben sind, dass wir ohne Probleme nach Deutschland kommen – aber auch ohne Probleme wieder nach Moskau einreisen können. Das bleibt erstmal alles abzuwarten.

Ihr seht, es tut sich hier auf einmal einiges, wobei ich zwar froh bin, dass es hier endlich weitergeht, aber auch Angst habe, dass das alles viel zu früh und viel zu schnell gelockert wird. Bleibt gesund! Viele Grüße aus Moskau!

Los Angeles / USA

Hallo, ich bin Julia und lebe mit meinem Mann und unserem Sohn (fast 9) im nördlichen Los Angeles.

Sicher habt ihr alle die anhaltenden Black Lives Matter Demonstrationen mitbekommen – seit 2 Wochen wird hier wesentlich weniger von Covid-19 und hauptsächlich davon gesprochen. Dieses Land, so empfinde ich es, befindet sich in einem historischen Umbruch. Ist das Zusammentreffen einer medizinischen Pandemie und dem Zusammenbruch alter Werte Zufall, oder hat das eine das andere bedingt?

So langsam beruhigt sich die Lage hier wieder, nach zwei extrem emotional aufwühlenden Wochen. Langsam wendet sich der Fokus auch wieder Corona zu. Unsere Zahlen sind bei weitem noch nicht wie eure in Deutschland, dennoch öffnet sich langsam alles wieder. Jetzt werden auch Museen geöffnet, und viele Geschäfte bereiten ihre Ladenöffnungen in den nächsten paar Wochen vor. Die Reaktionen sind wie bei euch sehr gemischt, insbesondere, da die Öffnung von Schulen nach wie vor komplett in den Sternen steht. Wir haben jetzt offiziell bis Mitte August Sommerferien – wie es danach aussehen wird, wurde gestern in einem virtuellen Schultreffen diskutiert. Dabei ist vor allem herausgekommen, dass auch der Staat Kalifornien noch keinen genauen Fahrplan hat. Es besteht also eine konkrete Möglichkeit, dass das neue Schuljahr genauso anfangen wird, wie das alte aufgehört hat: mit “Distance Learning”.

Mein Mann, der Musiker ist und vor allem tourt, hat absolut keine Idee, wann er wieder “richtige” Arbeit bekommen wird. Ein potenzielles Open Air-Konzert für Ende Juni wurde (Gott sei Dank!) dann doch auch wieder abgesagt. Gerade habe ich gelesen, dass in Deutschland zumindest Open Air-Konzerte wohl ab August wieder erlaubt sein werden. Für Indoor-Venues kann ich mir das allerdings auf längere Zeit nicht vorstellen. D.h. de facto, dass mein Mann arbeitslos bleiben wird. Nur wird er auch weiterhin Arbeitslosengeld bekommen?

Ich wiederum habe mich von der Informationsflut auf den Sozialen Medien so überwältigt gefühlt, dass ich zumindest eine Facebook-Sperre für mich selber auferlegt habe. Jetzt werde ich wenigstens nur noch von Nachrichten attackiert. Das war für mich definitiv die richtige Entscheidung – wenn sie auch erstmal vorläufig ist.

Ich hoffe sehr, Anke schickt einen Link mit euren anderen Updates, damit ich meine Facebook-Sperre nicht aufheben muss. ;) (Anke: Logo!!! :-*)

Macht‘s gut alle zusammen!

Singapur

Hallo, ich bin Jacqueline und wohne momentan noch mit meinem Mann und unseren 2 Söhnen (10&4) in Singapur.

Corona hat uns nun voll erwischt, zumindest die Auswirkungen. Nach 8 Wochen Lockdown sind wir nun seit 2 Wochen in der Phase 1 der Öffnung. Leider und sehr deprimierend hat sich für uns nichts geändert. Während Deutschland und Schweiz auf die Straße geht und gegen Corona-Maßnahmen demonstriert, befinden wir uns zu Hause und dürfen praktisch nicht raus, alles hat zu, ach ja und Maske darf nie abgenommen werden. Sprich es ist ziemlich frustrierend bei Woche 12 noch in irgendeiner Weise motiviert, gut gelaunt und optimistisch zu sein. Immerhin darf mein Großer für 2 Wochen in die Schule in Rotation mit weiteren 2 Wochen online-Unterricht. Der Kleine darf seit Montag wieder in die Childcare und hat extrem Freude daran, aber auch hier alles mit Maske.

Wir wissen jetzt seit knapp 2 Wochen, dass der Vertrag von meinem Mann per 30.6. aufgelöst wird und wir dann 30 Tage Zeit haben, Singapur zu verlassen. Sprich: Wir sind seit 2 Wochen fieberhaft dran, einen Umzug nach Europa zu organisieren. Immerhin sieht es so aus, als ob er auf einem guten Weg ist, einen neuen Job zu finden. Da wissen wir eventuell nächste Woche mehr und das würde auch ein bisschen den Druck nehmen. Ich bin ziemlich froh, dass wir so einen Umzug schon 2mal gemacht haben und somit einen Neuanfang gewohnt sind, aber einfacher macht es das auch nicht. Momentan sieht es so aus, als ob ein Großteil von unseren Ersparnissen für diesen eher ungeplanten Umzug draufgehen wird (Container, Hotel, Auto, etc).

Wenn man den Berichten glaubt, werden momentan sehr viele „Expats“ gezwungen, Singapur zu verlassen und die meisten machen das fluchtartig und manchmal nur mit ein paar Koffern. Von daher können wir uns wohl noch glücklich schätzen, dass wir ein finanzielles Polster haben.

Aber es wird hoffentlich wieder besser und „zu Hause“ freuen sich alle auf uns. Und das Jahr 2020 geht hoffentlich gaaaaanz schnell vorbei und 2021 wir viel besser :-) In diesem Sinne bis bald aus der schönen Schweiz. Jacqueline

Island

Hallo ihr Lieben,

ich heiße Saskia und wohne mit meinem Mann und unserer 3-jährigen Tochter in Sauðárkrókur im Norden Islands.

Mein letztes Update ist schon so lange her (da ich zwischendurch eines verpasst habe), sodass ich mich erstmal einlesen musste, was ich vor 6 Wochen geschrieben hatte.

Angefangen hatte ich mit der Nachricht, dass mein Papa mit Frau und meiner Schwester, in der ersten Juniwoche nicht kommen konnten. Das hat sich tatsächlich bestätigt, denn ca. eine Woche vor Reiseantritt, wurde der Flug automatisch von der Airline storniert und ihnen wurde ein Reisegutschein im Wert der Buchung angeboten. Nun haben sie lange hin und her überlegt, ob und wann sie dieses Jahr noch kommen möchten. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber soviel ist sicher: mein Papa und seine Frau werden ohne meine Schwester kommen, da es wegen ihres Ausbildungsstarts nicht mehr zusammen klappt. Sie wird dann alleine zu uns kommen, wenn es für sie passt.

Damit komme ich gleich zu den neusten Neuigkeiten, die es bezüglich des Reisens nach und aus Island gibt. Wir werden unsere Landesgrenzen ab 15.06. wieder öffnen und allen Reisenden ist es dann freigestellt, ob sie bei Einreise direkt einen Corona-Test machen wollen oder 2 Wochen in Quarantäne verbringen wollen. Der Test soll pro Person 15000ISK kosten, was umgerechnet ca. 100 € sind. Wir haben außerdem ein Gerücht gehört, dass der Test auf 2.000 Personen pro Tag begrenzt sein soll, was mit dem Rest passiert und ob das stimmt, dazu haben wir noch keine genaueren Informationen.

Bei der Arbeit geht alles wieder seinen gewohnten Gang. Menschen kommen zum Essen ins Restaurant, auch das Museum ist wieder mehr oder weniger gut besucht. Nur in der Touristeninformation ist es noch ruhig. Wir rechnen damit, dass es bei uns ab Juli mehr wird, aber wahrscheinlich erstmal hauptsächlich isländische Touristen. Außer, dass wir jeden Morgen alle Flächen desinfizieren müssen und überall noch Handdesinfektion rumsteht, merkt man von Corona nicht mehr viel. Wir zwei Mädels in der Touristeninfo sind zurzeit etwas frustriert, da die Mitarbeiter des Museums immer noch nur 25% arbeiten und somit der ganze Ansturm auf uns abgewälzt wird. Und das Arbeitspensum soll auch erst ab 01.07. auf 50% angehoben werden, was uns ehrlich gesagt etwas sauer macht. Wir beide fiebern nun sehr unserem langersehnten Sommerurlaub entgegen, um etwas Entspannung zu bekommen.

Auch bei Freyja im Kindergarten läuft wieder alles normal. Mittlerweile dürfen sich die Kinder wieder zwischen den Gruppen bewegen, was am Anfang noch nicht so war. Wir werden jetzt Ende der Woche endlich die Entwicklungsgespräche nachholen, die im April hätten stattfinden sollen.

Die Oma war über das verlängerte Himmelfahrtswochenende endlich zu Besuch und Freyja hat das so genossen. Für mich war es wie immer, eigentlich kaum Entlastung, da ich meist, wenn die Schwiegermutter zu Besuch ist, das Gefühl habe, 3 Kinder zuhause zu haben (Mann, Schwiegermutter und Kind) ;-)

Ich wünsche euch allen einen schönen Juni und hoffe bei euch geht es langsam auch wieder in Richtung “normal”. Liebste Grüße aus dem Tag und Nacht sonnigen Norden.

England

Hallo,
hier schreibt Anke aus England. Endlich gibt es wieder etwas mehr Normalität, wenn auch verhalten: meine zwei Kleinen sind wieder in der Kita und dürfen sich mit ihren Freunden im kleinen Kreis so richtig austoben. Als Eltern haben wir das erste Mal wieder eine Verschnaufpause, Ruhe beim Arbeiten, keine Hetze beim Mittagessen und Zeit für Gespräche unter uns. Klar, die ersten Tage waren schwierig und die anfängliche Freude, die Freunde wieder zu sehen, verflog, als sich herausstellte, dass nicht alle der Spielkameraden wieder in der Kita sind.

Vorerst wird das unsere einzige Ausweitung der Kontakte bleiben. Wir als Erwachsene werden uns mit virtuellen Kontakten begnügen und auch wenn viele Geschäfte wieder öffnen werden, werden wir vorerst zurückhaltend bleiben. Es freut mich, dass einige Parkgelände wieder geöffnet sein werden, denn so können wir alle einen Tapetenwechsel bekommen, ohne uns mit anderen irgendwo zu knubbeln. Strände und städtische Parks sind schnell gut gefüllt und es ist wenig entspannend, wenn die Kinder nicht so gut frei herumlaufen können, sondern ständig an der Seite des Weges darauf warten müssen, bis andere vorbei gegangen sind. Da ist die Geduld schnell aufgebraucht und das Verständnis im Alter von 4 und unter 2 Jahren noch nicht vorhanden.

Der Frühling war hier super schön sonnig und warm und erst seit dem Wochenende hat es wieder etwas geregnet: das ist gut, um all diejenigen drinnen zu halten, die nicht gut Abstand halten können (damit meine ich vor allem Erwachsene und Teenager) und für mein Gemüse. Ich bin hier nicht die einzige, die die Pandemie zum Ausprobieren neuer Hobbies verleitet hat. Mein Gemüse ist das eine, Sauerteigbrot backen das andere. Heute klebte der Brotteig in der Form, ich darf also weiterhin üben, auch wenn ich bevorzuge, dass mir dabei keine Pandemie zur Hilfe kommt.

Gearbeitet wird weiterhin von zu Hause aus, dass wird sich bis zum Jahresende nicht wirklich ändern: bei Großraumbüro und hot desking bleibt dem Arbeitgeber fast nichts anderes übrig. Es ist praktisch, so kann ich mal diesmal das zum Mittag essen machen, aber auch blöd, weil sonst die Fahrt mit dem Fahrrad eine gute Möglichkeit war, mal vom ganzem Drum und Dran auf der Arbeit Abstand zu nehmen. Eine befristete Beförderung habe ich zur Zeit und hoffe, dass ich mit trotz oder vielleicht gerade wegen der Pandemie gut als Teamleiterin geschlagen habe – Ergebnis noch offen, aber ihr dürft gerne die Daumen drücken.

Viele Grüße!
Anke

Texas / USA

Howdy, ich bin Andrea und lebe mit meiner Familie in einem Vorort von Dallas in Texas, USA.

Dieses wird mein letztes Corona-Update aus Texas, da wir in zwei Wochen wieder zurück nach Deutschland fliegen werden. Unser Texas-Aufenthalt fällt damit 6 Wochen kürzer aus als eigentlich geplant. Aber wir freuen uns nun auf die Heimat und hoffen, dass mit der Rückreise alles klappt. Unser ursprünglicher Rückflug wurde bereits gecancelt, so dass wir umbuchen mussten. Mit zwei kleinen Kindern ist das ein besonderer Nervenkitzel und wir machen drei Kreuze, wenn die Rückreise überstanden ist und wir in Hamburg die Haustür aufschließen! Durch Corona scheint momentan alles unberechenbar zu sein und ich bin gespannt, wir häufig wir unseren Flug noch umbuchen müssen!

Die Corona-Situation hier in Texas ist folgende: die Zahlen an Neu-Infizierten und Hospitalisierten steigen und bieten jeden Tag neue Höchststände. Gleichzeitig wird hier im Staat nun fast alles wieder geöffnet. Die Restaurants dürfen wieder 50% ihrer Tische belegen, Geschäfte sind geöffnet, in den meisten Kommunen sind die Spielplätze wieder offen und die Menschen tragen im Supermarkt auffallend weniger Masken. Auch die preschool unseres Sohnes kehrt zu einer Art Regelbetrieb zurück. Wir lassen unseren Sohn jedoch zu Hause. Nachdem er nun drei Monate ohne jeglichen Kontakt zu Gleichaltrigen war (was mir mein Mutterherz bricht), möchte er partout nicht mehr in die preschool. Und so kurz vor unserer Rückreise wollen wir auch kein Ansteckungsrisiko mehr eingehen. Aber der Community-Pool unserer Wohnanlage ist endlich wieder geöffnet. Und da im Pool nie viel los ist, springen wir da ab und zu rein und kühlen uns etwas ab. Mittlerweile ist es auch wieder richtig heiß hier – die Temperaturen gehen auf die 40 Grad zu. Da kommt die Abkühlung genau recht, denn für Spaziergänge ist es uns mittlerweile zu warm.

Auch die Rassismus-/Polizeigewalt-Diskussion beschäftigt uns natürlich sehr. Und auch, wenn es hier um Corona geht, beeinflusst dieses Thema unser Leben hier und uns wurde nochmal bewusst, wie privilegiert wir leben dürfen.

Wir sitzen die restliche Zeit hier in Texas also weiter in unserer Wohnung, machen manchmal einen kleinen Abstecher zum Pool und warten auf die Abreise. Es ist so ein merkwürdiger Gefühlsmix, in dieser Situation unser Auslandsjahr zu beenden. So als hätte es kein wirkliches Ende. Und wir werden sicher in ein paar Jahren nochmal zurück kehren, um einen Teil dessen nachzuholen, was wir hier nun nicht mehr erleben konnten.

Bleibt alle schön gesund!

Norwegen

Hallo! Ich heiße Sabrina und wohne seit vier Jahren mit meinem Mann und unseren beiden Söhnen (2 und 7 Jahre) in der Nähe von Stavanger/Norwegen.

In der Schule sind seit 3. Juni die Klassen wieder zusammengelegt worden. Innerhalb der Klassen wird in kleinen festen Gruppen gearbeitet. Viel Unterricht findet draußen statt. Im Kindergarten sind die Gruppen nach wie vor geteilt.

Größtes Thema seit einigen Wochen ist aber das Reisen für Privatpersonen. Die Sommerferien stehen kurz bevor und viele Norweger wollen natürlich wissen, wo sie hindürfen. Innerhalb Norwegens ist das Reisen erlaubt. Ab Montag, 15. Juni dürfen sich Norweger und Dänen wieder besuchen ohne in Quarantäne zu müssen.

In Schweden gab es in den letzten 24 Stunden 40 neue bestätigte Todesfälle auf Grund von Corona.

Finnland hat am 11. Juni beschlossen die Grenzen zu Norwegen, Estland, Litauen, Lettland, Dänemark und Island zu öffnen, hält aber die Grenze zu Schweden geschlossen. Auch für Norweger bleibt Schweden erstmal zu. Einzige Ausnahme bildet Gotland, weil dort der Infektionsschutz eingehalten wird.

Hinsichtlich Reisen ins europäische Ausland wird es am 20. Juli eine neue Entscheidung geben.

Am 15. Juni öffnen Trainingscenter, Badeländer und Schwimmhallen. Veranstaltungen bis 200 Personen sind dann auch wieder erlaubt.

Bleibt alle gesund und viele liebe Grüße,
Sabrina

Deutschland

Wir tragen Mund-Nase-Masken (wobei nicht allen klar ist, dass die Nase auch reingehört), wenn wir uns in öffentliche Gebäude, Arztpraxen, Supermärkte oder Bahnen begeben … das wars, würde ich heute sagen. Das man auf Abstand achten soll, merkt man kaum noch. Gefühlt alles ist wieder auf. Die Straße vor unserem Haus ist bereits seit Wochen abends wieder eine angesagte Partyzone. Und auch als Gesprächsthema rückt Corona immer mehr in den Hintergrund. Ich verstehe das – wir haben alle genug davon und so krass großes Schwein aktuell, dass es leicht ist, die Augen zu verschließen, sich nicht mehr in Sorgen zu suhlen und stattdessen darauf zu schimpfen, dass es überhaupt so viele Maßnahmen gab. DAS machen natürlich nicht alle, aber doch recht viele. Sicher auch bedingt durch die jeweilige Lebenssituation. Gerade im Hinblick auf die Kita- und Schulöffnungen wird das arg deutlich. Während die einen es absolut feiern, dass auch hier so langsam Normalität zurückkehrt (von den Hygiene-Regeln mal abgesehen, die wohl nirgendwo strenger sind als in Einrichtungen für Kinder), sträuben sich die anderen dagegen, ihre Kinder wieder regelmäßig in die Schule oder Kita gehen zu lassen, weil es an einigen Stellen so wirkt, als wäre es nun doch überstürzt oder gar gefährlich. Auf jeden Fall kann man sagen: das Chaos ist noch nicht aufgeräumt, es ist nur nicht mehr ganz so präsent. Ich persönlich hänge ständig dazwischen. Ich fürchte eine zweite Welle und halte viele Lockerungen für übereilt. Gleichzeitig aber sitze ich gemütlich mit Freunden und vielen Kindern in Gärten rum und genieße diesen Umstand total. Oh man, was für eine Zeit …

 

Ich danke euch allen, die ihr euch die Zeit genommen habt, mitzumachen und bin schon gespannt auf eure nächsten Corona-Updates!

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr diesen Text teilt! :-*

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