Geburtsberichte
Leser*innen-/Geburtsberichte

Leser-Geburtsbericht: Monique erzählt

Hallo, mein Name ist Moni. Es ist 2017, ich bin 29 und Erstgebärende und seit 10 Tagen im Krankenhaus. Der Arzt stellte vor 12 Tagen fest, dass die kleine Maus zu klein ist, To Small for Date, Beckenendlage und ich musste zur genaueren Untersuchung ins Krankenhaus. Die behielten mich gleich da, da die Kleine plötzlich abfallende Herztöne im CTG hatte. Naja um ehrlich zu sein, mochte das Würmchen nie das CTG und trat fleißig gegen Alles, was so im Weg war. Also blieb ich und das 10 Tage lang, ich war dann bereits 36 SSW +4. Eigentlich hätte ich am nächsten Tag nach Hause gedurft, da nix mehr auffällig war. Tja und dann, nachts kurz vor 3 Uhr musste ich 4 Mal hintereinander Pippi, ja die Fruchtblase tröpfelte so vor sich hin und machte nicht Wusch wie ich immer dachte. Meine Bettnachbarin klingelte nach der Schwester, die mich wiederum völlig genervt in den Kreißsaal schickte. Wie kann mir auch einfallen, ausgerechnet in ihrer Schicht, die Fruchtblase zu “platzen”. Die Hebammen begrüßten mich sehr lieb und hingen mich erstmal ans CTG und schauten nach dem Muttermund, der schon 3cm offen war. Nach eineinhalb Stunden Untersuchung durfte ich meinen Mann anrufen, dass wir die Nächsten nach einem bereits stattfindenden Notkaiserschnitt sind. Kaum war er da, hatte ich Wehen und bin ehrlich froh, dass es ein Kaiserschnitt werden würde. Ich musste bei jeder Wehenspitze brechen, so richtig fies und mir wurde warm und mich schüttelte es die ganze Zeit. Außerdem war die Kleine war ja Beckenendlage und würde mit ihren aktuell geschätzten nicht mal 2000g keine normale Geburt durchstehen. Ich hatte einen super Anästhesisten, der scherzte und mich unheimlich beruhigte. Ich sollte 10 Schritte mit ihm gehen und ich meinte: ” Mir schlackern die Beine so doll, ich gebe mir aber Mühe.” Er meinte dann nur:” Gleich nicht mehr” und grinste mich an. Das war unheimlich entspannt und auch meine Lieblingshebamme war da. Sarah legte mir ihre Hände auf die Schulter und ich beugte mich, sitzend auf dem OP Tisch, nach vorn. Ich merkte nix von der Spritze im Rücken. Sie legten mich auf den Rücken und zogen einen Vorhang als Sichtschutz in Höhe meines Bauchnabel. Der Arzt fragte noch “Merken sie etwas” und ich meinte nur: “Ist nur das Gefühl des Warm werdens”. Das war aber wohl genau die richtige Antwort. Mir wurde kurz übel und ich verlangte nach einer Brechschale und da spritzte der Anästhesist schnell etwas in den Zugang und schon ging es mir prima. Und dann war es still, zu still. Ich weinte und hörte verkrampft auf alle Geräusche, nix. Der Arzt gratulierte mir zu einem Mädchen und ich fragte, warum sie nicht schreit. Sie beruhigten mich und sagten, sie knurrt vor sich hin, ultra genervt, warum sie gestört wurde. Sie brachten die kleine Maus direkt nach der Untersuchung und sie schlief auf meiner Brust ein. Sie war dreieinhalb Wochen zu früh, wog fast 2500g, war 43cm groß. Im Nachhinein erzählten mir die Intensivschwestern, dass ein 3 Leute aus ihrem Team mit im Hintergrund waren und diese aber zum Glück nicht benötigt wurden. Wir nahmen sie eine Woche später mit nach Hause. Sie war gesund und hatte nur leichte Anpassungsschwierigkeiten. Alle Sorgen, Ängste und blöde Gefühle waren auf einmal weg. Heute ist sie 3 geworden und die verrückteste Nudel der Welt. Meine Nudel.

Diesen schönen Geburtsbericht hat Monique geschrieben :)

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