Jahresrückblick 2021
Rabenmutter 2.0

Jahresrückblick 2021: Einmal Frust rauslassen, bitte!

EIGENTLICH versuche ich in meinem Jahresrückblick immer, den Fokus auf die schönen und guten Momente zu legen, unabhängig davon, wie ätzend das frisch zurückliegende Jahr nun tatsächlich (insgesamt oder individuell für mich selbst) gewesen ist. Zum einen, weil niemand Schwarzseher leiden kann und zum anderen, weil ja nun wirklich ständig und überall gepredigt wird, dass man sich am besten auf die positiven Aspekte konzentrieren soll … um nicht zu verbittern und sich nicht so im eigenen Elend zu suhlen. Denn: Den Kopf hängen zu lassen, rumzumotzen und/oder sich ständig daran zu erinnern, was alles kacke gelaufen ist, bringt doch niemandem was; NICHTS wird von Gejammer besser. Tja, dass mag grundsätzlich ja stimmen, aber nach nun schon zwei kompletten Jahren Pandemie, die ja ON TOP zu den normalen, potenziellen Widrigkeiten des alltäglichen Lebens kommen, finde ich ehrlich gesagt schon, dass mal so richtig „abkotzen“ vielleicht die bessere Idee wäre … um die Gemüter zu reinigen und nicht an all der aufgestauten Wut und Frustration zu ersticken.

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Jahresrückblick 2021: Wir dürfen sauer und erschöpft sein!

Ganz ehrlich, ich mag den Gedanken, sich aufs Gute zu konzentrieren. Aber eben nicht bis zum seelischen Erbrechen. Ja, auch mein 2021 hat vieles gebracht, für das ich dankbar bin. Die meiste Zeit über ging es all meinen Lieben gesundheitlich gut, wir haben als Familie nichts und niemanden Wichtiges verloren, wir haben stattdessen sogar neue Freunde gewonnen und konnten auch beruflich nicht meckern. Ich bin auch wahnsinnig dankbar für die Möglichkeit der Impfungen! Aber ich bin dennoch unheimlich sauer und frustriert und so wahnsinnig erschöpft …

  • weil Familien und Kinder in unserem Land offenbar echt einen krass miesen Stand haben.
  • weil das verkackte Homeschooling meiner Tochter und mir fast den Hals gebrochen hat.
  • weil nach zwei Jahren Pandemie unser Schulsystem noch KEINE Anpassung vorgenommen hat, geschweige denn irgendetwas gestartet wurde, um die großen entstandenen Lücken irgendwie zu schließen.
  • weil Eltern bzw. Familien alle daraus entstandenen Probleme immer einfach selber lösen sollen.
  • weil die Impfungen so spät kamen und die Kommunikation so unterirdisch lief und läuft.
  • weil so viele Menschen mit ihren Ängsten allein gelassen wurden und werden.
  • weil sich mein Kind auf den letzten Metern vor den Impfungen doch noch infiziert hat.
  • weil sie Symptome hatte und Angst und es mir so leidtat.
  • weil die Quarantäne so anstrengend für alle war.
  • weil wir uns nicht mal über die daraus entstanden Antikörper freuen konnten, weil direkt die nächste verschissene Virus-Variante um die Ecke kam.
  • weil andere die mickrigen Schutzmaßnahmen für Kinder auch noch als überflüssig erachteten und deshalb testweise mal für ein paar Wochen abgeschafft haben.
  • weil ich aufgrund der Gesamtsituation jeden Tag so viel gleichzeitig machen muss, dass mein Gehirn jeden Abend fast vorm Durchknallen ist.
  • weil ich IMMER ein schlechtes Gewissen habe, hier nicht alles auf die Kette zu bekommen.
  • weil ich mich gefühlt ständig Sorge und deshalb meinen Kindern viel zu oft ein „Nein, dass geht leider nicht“ serviere.
  • weil einfach immer noch kein Ende der ganzen Pandemie-Kacke abzusehen ist.
  • UND weil der Sommer wettertechnisch so doof war, dass ich meine Akkus nicht richtig neu aufladen konnte.

Wie viel Jammern ist erlaubt?

Ich könnte diese Liste, diesen Jahresrückblick 2021, noch um einen halben Meter ergänzen und mache das auch (nur halt etwas privater, so rein für mich selbst ;)), weil ich gerade schon merke, dass es krass gut tut, alles mal aufzuschreiben. Vielleicht stelle ich mich sogar mal auf den Balkon und brülle es raus in die Kölner Nacht, wie sehr mir dieses Jahr auf den Sack gegangen ist und wie leer meine Akkus sind! Vielleicht lasse ich mich dann auch einfach mal dort in der Dunkelheit zusammensacken und heule eine Runde … laut, haltlos und für Außenstehende oder jene, die alles positiv sehen können, völlig übertrieben wirkend.

  • Weil ES GUT TUT, MAL ALLES RAUSZULASSEN UND SICH SELBST ZU BEMITLEIDEN!
  • Weil WIR SONST IRGENDWANN DARAN ERSTICKEN!!!
  • Weil WIR KEINE ÜBERMENSCHEN SIND!
  • Weil AUSKOTZEN NEUEN PLATZ SCHAFFT FÜR NEUE KRAFT UND NEUEN MUT!

Und dann stehe ich wieder auf, klopfe mir den 2021-Dreck von den Knien, richte meine (Mutti-)Krone, nehme unsere Kinder an die Hand und gehe mit geradem Rücken und neuer Power in das neue Jahr. FUCK YOU, Corona. Du kriegst uns nicht klein … wir kriegen DICH KLEIN!

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr den Beitrag, in diesem Fall den Jahresrückblick 2021 teilt :-*

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2 Kommentare für “Jahresrückblick 2021: Einmal Frust rauslassen, bitte!