Perfekte Kinder
Best of Rabenmutter 2.0

Perfekte Kinder gibt es nicht

Perfekte Kinder? Hab‘ ich nicht.

Vor Kurzem habe ich in meiner Instagram-Story darüber gesprochen, dass die Mausemaus manchmal (höflich formuliert ;)) sehr dominant ist. Sie möchte einfach alles bestimmen. Und das im Prinzip immer. Dass bezieht sich auf das „Zusammenspiel“ mit mir, mit ihrem Vater, ganz stark mit ihrem Bruder, aber eben auch auf das mit ihren Freunden und Mitschülern. Sie ist eine starke Anführerin, wenn man es sehr positiv ausdrücken möchte. ;) Natürlich ist das absolut nicht schlecht; ich bin sogar froh, dass mein Kind sehr selbstbewusst ist, denn ich glaube, diese Eigenschaft wird sie davor bewahren, irgendwann einmal zu einem Mobbing-Opfer zu werden. Ich sehe jedoch auch die Risiken, die so ein dominanter Charakter mit sich bringt und möchte nicht, dass ihr ihre Stärke eines Tages im Weg steht oder sie von anderen abgrenzt. Ich sehe es daher als Teil meiner Aufgabe als Elternteil, ihr beizubringen, diese Eigenschaft sinnvoll zu nutzen!

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Denn auch wenn man andere führen KANN, muss man lernen, es so zu tun, dass sich alle wohl fühlen. Über die Köpfe und Bedürfnisse anderer hinweg zu bestimmen, ist eben etwas anderes, als wirklich GUT zu führen. Und das ist ganz unabhängig davon, wie super ihre Ideen, Pläne und Spielanregungen sind, die sie unbedingt umsetzen möchte.

Es gibt keine perfekten Kinder

Als ich in der Story über meine un-perfekten Kids sprach, schrieben mir nicht nur sehr viele Mütter, dass auch ihre Kinder Verhaltensweisen an den Tag legen, die vielleicht etwas „gemeinsame Arbeit“ erfordern, sondern auch einige, die sagten: „Gottseidank gibst du zu, dass dein Kind nicht perfekt ist. So viele Eltern haben das Bedürfnis anderen zu vermitteln, dass ihr Nachwuchs absolut perfekt ist und überhaupt keine Fehler aufweist, dass es glücklich macht, zu sehen, dass nicht alle so sind!“

Diese Nachrichten haben ein bisschen in mir gearbeitet. Ich dachte: Natürlich ist mein Kind nicht perfekt. Wie sollte es das sein?! Niemand ist perfekt, ich bin es ja auch nicht (bitte nicht meinem Mann verraten! :D). Aber es stimmt durchaus, dass wir unsere Kinder instinktiv auf einen kleinen Sockel stellen. Zumindest dann, wenn wir „Publikum haben“ bzw. mit unserem Nachwuchs unter Leuten und nicht allein sind. NIEMAND außer uns selbst darf über unsere Kinder sagen, dass sie nicht perfekt sind; das würde umgehend die Löwen-Mutter in uns wecken. Und zu Recht! Also größtenteils. Klar, wir möchten nicht, dass jemand über unser Kind richtet, es bewertet oder in irgendeiner Form schlecht macht und das ist völlig normal, denn wir wollen unsere Kleinen schließlich beschützen … auch vor blöden Sprüchen oder negativen Bewertungen. ABER wenn wir einen Moment genauer über dieses Schildchen „Perfekt“ nachdenken, ist es keines, das wir unseren Kindern anheften möchten. Perfekt zu sein bedeutet nämlich vor allem eine sehr große Last, schließlich gehen damit enorme Erwartungen einher.

Wer will schon perfekt sein?!

Wir Erwachsenen wissen das eigentlich schon längst und arbeiten genau genommen sogar daran, dass es gerade unsere Unperfektheiten und unsere vermeintlichen Fehlerchen sind, die uns zu den individuellen Persönlichkeiten machen, die wir sind und sein wollen … die Besonderheiten, die uns ausmachen, vielleicht erst so richtig liebenswert machen und auf jeden Fall von anderen akzeptiert werden sollten! Denn: Wären wir alle perfekt, wären wir alle gleich und damit furchtbar langweilig.

Dasselbe sollte doch eigentlich schon frühzeitig für unsere Kinder gelten. Auch sie sollten ihre Specials haben dürfen, die eben NICHT jedem in den Kram passen, die NICHT aalglatt und der „Norm“ entsprechend sind. Wir sollten ihnen nicht nur SAGEN, dass sie etwas Besonderes sind, sondern ihnen auch den Raum geben, es tatsächlich zu sein, selbst wenn das dann nicht allen um uns herum schmeckt.

Natürlich heißt das nicht, dass jemand (Wildfremdes) daherkommen, mit dem Finger auf unser Kind zeigen und ihm irgendetwas unterstellen darf, dass nicht wahr ist oder schlicht gemein sein soll. Das darf gefälligst niemand! ABER lieb gemeinte, konstruktive Hinweise geben, die Mama und Papa hin und wieder dabei helfen könnten, die eigene Position zu verändern, um möglicherweise sehen zu können, dass der eigene kleine Floh zwar zauberhaft ist und besondere Persönlichkeitszüge hat, die ihn oder sie ausmachen, jedoch etwas mehr Führung brauchen, sollte erlaubt sein … damit sie nicht irgendwann zum Stolperstein werden.

Die Mausemaus und ich.

Nehmen wir die Mausemaus als Beispiel. Sie ist ein wunderbares Kind. Eine echte kleine Pippi Langstrumpf. Sie ist stark, selbstbewusst, empathisch und voller Liebe für andere Menschen und auch Tiere. Sie kann Situationen wahnsinnig schnell erfassen und das Beste daran sehen. Sie ist gleichzeitig in der Lage, ihr Herz zu öffnen und zu trauern, wenn etwas nicht gut ist – ganz egal, ob es sich dann auf sie selbst bezieht oder auf andere, sogar auf fremde Menschen. Sie ist wirklich eine wunderbare, kleine, große Persönlichkeit. UND krass dominant. Manchmal sogar nervig, ja, sogar andere erstickend dominant.

Auf gar keinen Fall möchte ich mein Kind verändern. Aber ich sehe es als meine Aufgabe, ihr die „Werkzeuge“ mitzugeben, die sie braucht, um auch mit diesem starken Dominanz-Charakterzug gut in ihrem Leben klar zu kommen. Ich möchte ihr helfen, diese Eigenschaft so zu nutzen, dass sie und ihr Umfeld davon profitieren. Und gleichzeitig möchte ich verhindern, dass sie deswegen aneckt oder irgendwann sogar alleine dasteht.

Wie genau ich das machen werde, weiß ich noch nicht. Ich glaube aber, dass ist gar nicht so schlimm. Als Eltern wissen wir doch eigentlich oft nicht so genau, wie wir was nun anpacken oder auflösen oder hinbekommen sollen. Und wie immer ist wahrscheinlich auch hierbei das Wichtigste, dass ich den Bedarf sehen kann und mir darüber im Klaren bin, dass ich meine Mausmaus dabei an die Hand nehmen werde. Alles weitere wird sich schon finden … da bin ich sicher. <3

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr diesen Beitrag teilt. <3

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