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SELBSTSTÄNDIGE MÜTTER – INTERVIEW MIT KATJA FRIXE (Kinderbuchautorin)

MÖGLICHERWEISE habe ich mich krass gefreut, als Katja mir schrieb, dass sie gerne an dieser Interviewreihe teilnehmen würde, weil sie einfach eine meiner liebsten Kinderbuchautorinnen ist. Und zwar nicht nur, weil wir uns schon lange – auch persönlich – kennen, sondern weil einfach jedes Buch von ihr für mich gemeinsamen Lesespaß mit meinen Kindern bedeutet. SO NÄMLICH, KATJA!!! <3

Davon abgesehen, dass ich ein Fan von ihr bin, ist der Einblick in ihre Selbstständigkeit als Kinderbuchautorin, den die 44-jährige Mama von 9-jährigen Zwillingen uns allen hier gibt, einfach mega spannend. Also viel Spaß beim Lesen!

SELBSTSTÄNDIGE MÜTTER – INTERVIEW MIT KATJA FRIXE (Kinderbuchautorin)

1. Beschreibt doch erst einmal kurz, was du beruflich genau machst, welche Aufgaben dein Job beinhaltet und ob du von Zuhause arbeitest oder ein Büro bzw. einen externen Arbeitsplatz hast?

Ich schreibe Kinderbücher. Dazu gehört in erster Linie sehr viel Gedankenarbeit: Ich grübele über Themen nach, die Kinder interessieren könnten, und überlege mir eine Geschichte dazu – im Idealfall mit einem spannenden Aufhänger, schönen Schauplätzen, Identifikationsfiguren und verschiedenen Handlungssträngen, die auf eine gute Art miteinander verwoben sind.

Das alles fasse ich in einem Exposé zusammen und schicke es meiner Literaturagentin. Die leitet es an den Verlag weiter und wenn dieser an meinem Stoff interessiert ist, wird ein Vertrag geschlossen. Dann geht es ans Schreiben. Das fertige Manuskript schicke ich an meine Lektorin und im Anschluss folgen einige Telefonate, Überarbeitungs- und Korrekturgänge.

Diesen Teil meiner Arbeit erledige ich in meinem kleinen Büro in unserem Haus.

Für einen anderen wichtigen Teil meines Jobs – nämlich die Lesungen – bin ich in ganz Deutschland unterwegs. Da arbeite ich dann quasi stundenweise an Grundschulen, in Bibliotheken oder Buchhandlungen 😉

2. Seit wann bist du 100% selbstständig mit deinem Business und wie viel Stunden pro Wochen fließen in dein Business? Und: Bist du zufrieden mit deinem Einkommen, gemessen an der Zeit, die du investierst?

Ich habe mich im Januar 2013 selbständig gemacht. Vier Monate später bin ich schwanger geworden und habe 2014 Zwillinge bekommen. Nach einem Jahr Pause habe ich ganz langsam, mit einem halben Tag in der Woche, wieder angefangen.

Richtig in Fahrt gekommen bin ich mit Krippeneintritt der Kinder im Sommer 2016. Seitdem arbeite ich zwischen 30 und 35 Stunden die Woche und bin sehr zufrieden mit meinem Einkommen.

3. Wann und wie hast du die Entscheidung getroffen, dass die Selbstständigkeit der beruflich richtige Weg für dich ist?

Mein vorheriger Job in Festanstellung hat mich nicht mehr ausgefüllt. Ich war neun Jahre als Lektorin im Verlag beschäftigt. Auch wenn das eine kreative Tätigkeit war, die mir großen Spaß bereitet hat, waren die Abläufe immer gleich. Hinzu kam, dass sich der Job im Laufe der Jahre verändert hat. Die Arbeit an den Texten trat immer weiter in den Hintergrund und ich verbrachte viel Zeit mit Orgakram und elend langen Sitzungen. Da sich einige meiner Freundinnen schon vorher selbständig gemacht hatten, fasste ich irgendwann ebenfalls den Mut, diesen Schritt zu gehen.

4. Gibt es etwas, dass dir vor diesem Schritt Sorgen gemacht hat? Bzw: Wovor hattest oder hast du den meisten Respekt in Sachen Selbstständigkeit?

Natürlich hatte ich Angst, dass ich keine Aufträge bekomme. Auch heute überkommt mich diese Angst manchmal noch. Am Anfang habe ich erst einmal alle Arbeiten „rund ums Kinderbuch“ übernommen, also Lektorat, Übersetzungen, Gutachten zu Büchern aus dem Ausland usw. Mit der Zeit hat es sich dann immer mehr zum Schreiben hin entwickelt, was mir inzwischen auch am allermeisten Spaß macht.

Ansonsten habe ich immer Angst, irgendetwas falsch zu machen, was die Themen Kranken- und Pflegeversicherung, Steuern und Verträge angeht. Da habe ich zum Glück aber Hilfe in Form meiner Steuerberaterin und meiner Literaturagentin.

5. Was liebst du am meisten an deinem Job in dieser Form?

Ich liebe es einfach, wenn sich der Zauber einer Geschichte entfaltet. Manchmal schießt mir nur ein einzelnes Wort oder ein Titel in den Kopf, aber wenn sich der Faden dann weiterspinnt, ist das ein unbeschreibliches Gefühl.

Es ist einfach super, dass ich meine Gedanken überall mit hinnehmen kann und z.B. auch über eine Geschichte nachdenken kann, wenn ich die Kinder zu einem ihrer Hobbies bringe, auf einem Elternabend sitze oder den Geschirrspüler ausräume. Ich liebe die Flexibilität. Wenn mir mal gar nichts einfällt, mache ich einfach einen Tag Pause.

6. Was magst du am Wenigsten?

Ich neige dazu, mich zwischendurch immer wieder an den Laptop zu setzen und „ein bisschen“ weiterzuschreiben. Aber es bringt meist gar nichts, es für die Dreiviertelstunde, die die Kinder beim Musikunterricht sind, zu versuchen. Es fehlt ganz einfach die Ruhe. Dann bin ich frustriert und ärgere mich, dass ich in der Zeit nichts Sinnvolleres gemacht habe. Es nervt mich manchmal, dass ich keine klare Grenze zwischen Arbeit und Familienleben ziehe und sich alles so wischiwaschi vermischt.

7. Wie klappt es mit der Vereinbarkeit mit der Familie? Bekommst du alles unter einen Hut? Wo sind bei dir die „Stolperfallen“?

Ich muss sagen, dass das wirklich gut klappt. Mein Mann arbeitet größtenteils im Homeoffice und übernimmt viele Dinge. Außerdem haben wir den Luxus, beide Großeltern in unmittelbarer Nähe zu haben, die im Notfall immer einspringen können.

8. Gibt es etwas, dass du anderen Müttern, die sich beruflich gerne selbstständig machen wollen, als Tipp mitgeben magst?

Wenn es etwas ist, von dem ihr schon lange träumt: MACHT ES!!! Nichts ist schöner, als neben der alltäglichen Care-Arbeit einen Job zu haben, der einen erfüllt und glücklich macht. Traut euch, Gleichgesinnte um Rat zu fragen.

Und wenn ihr den Schritt gewagt habt und erste positive Rückmeldungen zu eurer Arbeit bekommt: Druckt euch diese Nachrichten aus und hängt sie euch an die Wand. So habt ihr immer vor Augen, dass es sich lohnt, weiterzumachen.

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Ein von Herzen kommendes Dankeschön für dieses Interview geht von mir an Katja und an euch noch die wichtige Info: Ihr findet Katjas Bücher überall im Buchhandel und ich kann sie euch wirklich alle empfehlen!!!

Auf Instagram findet ihr sie hier: @katjafrixe

Und ihre Homepage hier: www.katjafrixe.com

Foto-Credit: Mette Vasterling Fotografie

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