Schwangerschaftstagebuch

Schwangerschaftstagebuch: 37. und 38. SSW

Wie schade … ich werde offenbar jetzt langsam etwas Gaga in der Birne. Ich wechsle so schnell meine Meinung, was denn jetzt den (gewünschten) Start der Geburt angeht, dass ich manchmal selber nicht mehr mitkomme. Mal will ich, dass der Krümel sich jetzt bitte SOFORT auf den Weg macht (weil mir alles so schwer fällt und weh tut) und dann wieder streichle ich gedankenverloren meinen Bauch und mag den kleinen Mann einfach nicht „rausrücken“. Außerdem … es gibt ja auch immer noch so viel zu tun! Natürlich nichts mega wichtiges, aber man weiß ja doch beim zweiten Kind ziemlich genau, dass man eben nichts weiß und man daher absolut null Ahnung hat, wie die ersten Wochen werden – ob man für irgendwas anderes als Stillen, Wickeln und Kuscheln Zeit hat … oder auch Bock. Da macht es ja schon Sinn, alles vorzubereiten, was irgendwie geht.
Ach, was mach ich mir wieder für einen Stress. Ich muss endlich mal etwas RUNTER KOMMEN!!!

Schwangerschaftswoche: 37

Anzeichen / Beschwerden: Die Füße schwollen Anfang der Woche aufgrund etwas niedrigerer Temperaturen zwar etwas ab, von „normal“ oder schmerzfrei (irgendwie nimmt gerade der rechte Fuß diese Wassereinlagerungen sehr übel) blieben sie trotzdem weit entfernt. Die Rückenschmerzen hielten bzw. halten sich dafür einfach konstant – in meinem Fall heißt das: Morgens geht’s einigermaßen, mittags wird’s schon etwas doof und ab nachmittags mag ich eigentlich lieber liegen (aber wer macht das schon auf dem Spielplatz? ) Dazu kommen Waden- und Hüft-Krämpfe, wenn ich THEORETISCH gerne schlafen würde (mit einer der Gründe, warum ich mittlerweile so ab ca. 16 Uhr im Stehen an der Wand pennen könnte), ein leichtes Kapartunnelsyndrom in den Händen (hatte ich bei der kleinen Madam am Schluss auch) und Brustwarzenhöfe so groß wie Dessert-Teller (finde ich so medium-attraktiv 😉 ). Naja, wenigstens letzteres macht Sinn und ist eine offizielle Vorbereitung auf das, was kommt. Der Rest … nervt nur.
Gewicht: 83,5 Kilo. Ich muss ja zugeben, dass meine Motivation, auf meine Ernährung zu achten, langsam sinkt. Offenbar hab ich ja eh keine Chance … und die letzten Wochen werden sowieso schwer (also auch gewichtstechnisch, meine ich). Jetzt noch jeden Schokoriegel und jedes Chips-Schüsselchen auf die Goldwaage zu legen, erscheint mir nun doch langsam idiotisch. „Wahrscheinlich braucht dein Körper das zusätzliche Gewicht einfach“, sagte mir meine Hebamme, als sie das erste mal da war. Tja, warum es aber immer direkt so VIELE Kilos sein müssen, ist und bleibt mir schleierhaft.
Bauchumfang: 111,5 cm. Jetzt geht’s hier in die Vollen. Aber echt! Das Krümelchen wächst wie bekloppt – so fühlt es sich auch an. Trotzdem habe ich bisher – toi, toi, toi – keine Schwangerschaftsstreifen abbekommen. Wär wirklich schön, wenn das so bliebe. Hab ja genug andere Baustellen, um die ich mich nach der Geburt kümmern muss 😀 .
Aktuelle Leibspeise: Wassereis. Und irgendwie immernoch Melone. Wobei ich aus Faulheit doch öfter zu diesem vermaledeiten, giftig-bunten und garantiert völlig ungesundem Bussy Wassereis greife … aber da muss man eben nur oben das Plastik aufschneiden und schon hat man, was man will. Diese Kern-Pulerei bei Wassermelone nervt mich mittlerweile total. Und ich nehm schon immer die angeblich kernlosen (diese Aufkleber auf dem Obst sind doch verarsche!!!). Naja, nur noch wenige Wochen – dann hab ich eh keine Zeit mehr, IRGENDWAS zu essen 😀 .

Ich habe beschlossen, dass ich jetzt im Prinzip nur noch zwei Möglichkeiten habe, wie ich mit diesem Wehwehchen-Haufen umgehen kann:

  1. Ich jammere nur noch rum und gehe damit mir und allen anderen tierisch auf den Sack.
  2. Ich versuche es positiv zu sehen … und zwar als Hilfestellung meines Körpers, mich langsam aber sich von dieser Schwangerschaft zu verabschieden, sie loszulassen und mich tatsächlich auf die Geburt und damit das Ende dieser Lebensphase zu freuen.

Ich habe mich (zum Glück für meinen Mann) für die 2. Version entschieden 😉 . Und das tut mir gut. Denn bis vor maximal zwei Wochen verspürte ich durchaus immer mal wieder so etwas wie Verlustangst meinem Bauch gegenüber bzw. Wehmütigkeit was das Ende dieser von mir so sehr gewünschten Schwangerschaft angeht. Grundsätzlich gehöre ich halt einfach zu jenen Frauen, die (trotz aller Einschränkungen) gerne schwanger sind. Ich liebe es, ein neues Leben in mir zu spüren, seine Bewegungen und sein Wachstum. Ich betrachte es ganz ehrlich als Wunder, für das ich dankbar bin und das niemals bloß reine Biologie für mich sein wird. Deshalb fällt es mir wahrscheinlich so unendlich schwer, mich von diesem Gefühl zu verabschieden … vor allem, weil ich ja nun wirklich davon ausgehe, dass es sich hierbei um meine letzte Schwangerschaft handelt. Aber: Ich freue mich auch auf das Baby und die damit verbundenen Veränderungen (na gut, ein bisschen Schiss hab ich davor natürlich auch 😀 ), die auf mich als Mama und uns als Familie zukommen. Deshalb ist es gut, dass ich es mit jedem Tag beschwerlicher finde, mein Krümelchen IN mir zu tragen – so langsam will ich es nämlich tatsächlich noch lieber AUF mir spüren.

Ach, ich freue mich schon sehr darauf, ihn zum ersten Mal zu sehen. Ich bin soooo neugierig! Wird er seiner Schwester sehr ähnlich sein? Oder bekomme ich diesmal womöglich ein Kind, das wie ich blond und blauäugig ist? Wird er außerhalb meines Körpers noch ebenso häufig Schluckauf haben wie jetzt (manchmal wirklich 6-7 mal am Tag … ich kann mich gar nicht erinnern, ob die kleine Madam Indoor auch so dermaßen viel gehickst hat)? Und wie aktiv wird er sein? So wild wie aktuell im Bauch oder entspannt sich der kleine Mann womöglich (ich hoffe es ja sehr!), wenn er endlich wieder mehr Platz hat? Tja, ich habe keinen blassen Schimmer … ich muss geduldig sein und abwarten. AHHHHHHH, ich bin so schlecht darin!!!! 😀

Gottseidank hatte ich diese Woche noch einiges zu tun. Neben meiner Motivation, noch so viel wie möglich in den Rechner zu tippen, habe ich auch meine Krankenhaus-Tasche endlich komplett fertig gepackt. Inklusive dem Geschenk für die Mausemaus: Eine neue Puppe! Ich habe lange darüber nachgedacht, was wohl das richtige für die große Schwester wäre und habe mich dann für einen Baby-Puppen-Jungen entschieden, der kaum kleiner ist, als das richtige Baby es sein wird, und mit dem die kleine Madam alles nachspielen kann, was sie bei der Mama und ihrem Brüderchen sieht. Und da sie bisher nur eine Puppe, die Annie hat, passt alles zusammen wie die Faust aufs Auge. Genau wie ich wird sie nun bald zweifache (Puppen-)Mama sein. Genau wie ich bekommt sie als zweites Kind einen Junge. Genau wie ich wird sie ihn wickeln und baden und tragen und im (Puppen-)Wagen herumschieben. Ich hoffe, das wird ihr helfen, sich mit der neuen Situation anzufreunden … zumindest wird sie sich nicht ausgeschlossen fühlen, weil sie mit IHREM Sohn einfach alles mitmachen kann (nicht MUSS – aber das ist natürlich klar).
Ich mochte die Idee von Anfang an total, fand es allerdings enorm schwierig, eine schöne Puppe zu finden. Heutzutage sind die meisten irgendwie entweder gruselig hässlich und/oder „können“ mega viel. Ich wollte aber kein Spielzeug, dass plärrt und pinkelt und Hunger hat und hustet und singt und in der Nase bohrt. Ich wollte einfach eine schöne Puppe, mit der meine Tochter all das SPIELEN kann. Ich bin da irgendwie etwas altmodisch 😉 . Im Endeffekt habe ich ein spanisches Fabrikat bestellt, bin damit absolut glücklich und freue mich wie Bolle darauf, der kleinen Madam IHR zweites Baby zu überreichen!

Die (Geburts-)Vorbereitungen laufen also auf Hochtouren. Für mich selbst habe ich mit der Akupunktur begonnen, die angeblich in der Lage ist, die Geburt zu erleichtern und vor allem zu verkürzen. Ob das tatsächlich funktioniert, ist natürlich fraglich. Wie will man das auch kontrollieren? Ist das Kind raus, kann man es ja nicht wieder reinschieben und sagen: „So … und jetzt nochmal OHNE Akupunktur!“ 😀 .
Da ich diese Pickserei aber auch schon bei der kleinen Madam mitgenommen habe und ihre Geburt mit nur 10,5 Stunden ja tatsächlich nicht besonders langwierig (wenn auch nicht besonders easy) war, lass ich mich auch diesmal wieder stechen. Wobei ich ehrlich sagen muss: Ein Fan werde ich wohl nicht davon werden. Es gibt ja viele Menschen, die auf Akupunktur schwören … ICH hingegen finde es nur so medium-angenehm und würde daher jederzeit lieber eine Handvoll Tabletten schlucken, wenn das denn eine Alternative wäre. Ist es in diesem speziellen Fall allerdings nicht. Also … Nadeln rein ins Bein 😉 .

Mein Highlight diese Woche war jedoch nicht meine halbe Stunde als Nadelkissen, sondern ganz klar mein ab jetzt wöchentlicher Besuch bei der Gynäkologin. Denn hier zeigte das CTG: Ich habe schon Wehen!!!
„Oh, na, was ist das denn? Das sind ja Wehen! Merken Sie die?“ fragte mich die Helferin, als sie das Papierchen vom CTG abriss?
„Null“, antwortete ich. „Gesehen habe ich sie aber auch. Was bedeutet das?“
„Tja, dass sieht schon recht gut aus. Komisch, dass Sie so gar nichts spüren.“
„Ähm, wie jetzt? Ich hab noch ne meterlange to-do-Liste! Das geht jetzt noch nicht!“ stotterte ich rum.
Die Helferin lachte! „Na dann beeilen Sie sich mal ein bisschen mit ihren to-do’s!“

Mit einem Puls von ungefähr tausend, watschelte ich zur Toilette (ich war ja schon 20 Minuten nicht mehr dort) und versuchte durchzuatmen. Angst vor der Geburt oder das es früher losgehen könnte, als gedacht, hatte ich nicht. Also nicht direkt. Hauptsächlich dachte ich: „Och menno, ich hab doch nächste Woche noch einen Friseur-Termin!“ Und: „Ich will doch noch diesen Text fertig schreiben!“ Ich bin komisch … ich weiß 😉 .

Die Ärztin beruhigte mich 10 Minuten später aber schon wieder ein bisschen: „Das kann alles und nichts bedeuten. Ich habe schon Frauen erlebt, die eine Woche lang mit einem 3 cm geöffneten Muttermund rumgelaufen sind. Passiert. Das wir hier Wehen sehen, KANN ein Hinweis sein, dass ihr Baby sich früher auf den Weg macht – MUSS aber nicht. Grundsätzlich ist es aber ja schon mal gut, dass ihr Körper Wehen produziert. Wann es tatsächlich losgeht, lässt sich deshalb trotzdem nicht sagen. Sie werden es aber sicher merken.“
Hahahaha, na, danke auch! Dessen bin ich mir bewusst!!! Oh man … Geduld und ich … wir werden so wenig Freunde werden, wie ich und Akupunktur-Nadeln 😀 .

Schwangerschaftswoche: 38

Anzeichen / Beschwerden: Also mal ganz davon abgesehen, dass es jetzt so langsam an allen Ecken und Enden zu ziepen scheint (mal sind es wahrscheinlich die Mutter-Bänder, mal eher irgendwas in der „Schamgegend“ und dann wieder schnöde der Oberbauch), ist mein prägnantestes Problemchen der neuerliche Durchfall. Nicht ständig, aber so ein bis zweimal am Tag scheint mein Körper sich von jeglichem überflüssigen Ballast befreien zu wollen. Das KÖNNTE ein Hinweis auf die nahende Geburt sein. KÖNNTE. Aber so ziemlich alles, KÖNNTE ein Hinweis sein, wenn ich mich so umhöre und –lese. Ist also wenig hilfreich und macht mich nur nervös. Ach ja, diese Ding mit dem zu viel lesen hatte ich doch auch am Anfang der Schwangerschaft schon…und es hat mir nicht geholfen. Ich sollte das lassen. Mach ich auch. Ich warte einfach geduldig ab, bis mein Körper KLARE Signale gibt (als wenn ich das könnte 😀 😀 😀 )
Gewicht: 84 Kilo. Dann wäre ich also jetzt bei insgesamt 23 Kilo plus. Hm, ok, also womöglich schaffe ich es wenigstens, knapp unter den 28 Kilo der letzten Schwangerschaft zu bleiben. Vor allem, da ich irgendwo (also auf einer dubiosen Internet-Plattform zum Thema Baby 😉 ) gelesen habe, dass die Gewichtszunahme bei einigen Frauen stoppt, wenn die Geburt in greifbare Nähe rückt. Also dann … STOPP!!!
Bauchumfang: 112 cm. Ende der 38. SSW waren wir bei einer Freundin zu Besuch, die bei meiner Ankunft und dem ersten Blick auf meinen Bauch ein lockeres „Gut siehst du aus!“ verlauten ließ. „Danke,“ antwortete ich, „dabei fühle ich mich, als wäre ich ein Planet!“ Wie aus der Pistole geschossen kam ein lang gezogenes „NEEEEEEIN, nicht doch!“ von meinem Gegenüber. Erst einmal. Nach ungefähr einer halben Stunde und einigen verstohlen Blicken aus allen Perspektiven auf mein neues körperliches „Gesamt-Konzept“ korrigierte meine Freundin ihre Aussage jedoch ein bisschen: „Na gut, ok, der Bauch schaut schon riesig aus … ich geb’s ja zu!“ Naja, ehrlich währt am längsten, wa? 😉
Aktuelle Leibspeise: Wassereis. Ich könnte das giftig bunte, völlig Nährstofffreie Zeug pausenlos in mich reinsaugen. Natürlich versuche ich mich auf 2 … bis 10 pro Tag zu beschränken und vor allem dann alle anderen süßen Kalorienbomben wegzulassen. Aber was soll ich machen. Ich bin schwach. Ich bin ja soooo schwach, wenn es um meine Ernährung geht. Nach der Geburt wird’s sicher besser … HAHAHAHAHA, da muss ich selber lachen 😀 .

Ich gebe es wirklich nur sehr ungern zu, aber ich befürchte, ich werde so langsam (na gut, ziemlich!) doch etwas grummelig (obwohl ich mich doch dagegen entschieden hatte!). Natürlich versuche ich nach außen hin einigermaßen erträglich zu bleiben (wär ja schade, wenn ich jetzt alle meine Freunde vergraulen würde, wo ich es doch fast geschafft habe und die Geburt mich schon bald von den Schwangerschaftshormonen befreien wird – na ja, zugunsten der Stillhormone, aber darum kümmere ich mich dann 😉 ), zu Hause jedoch gelingt mir das immer weniger. Und das hat leider zur Folge, dass mein Mann gerade mit einer nicht besonders reizenden Frau verheiratet ist. Das tut mir schrecklich leid, aber ich kann kaum mehr anders. Ständig jammere ich darüber, was mir alles weh tut, ich grummle über meine dicken Füße und Beine, ich motze, weil mir nichts mehr passt und mosere über alles dazwischen. Ich bin also wirklich ein wahrer Sonnenschein 😉 . Tja, in guten wie in schlechten Zeiten, heißt es, wenn man heiratet … jetzt ist gerade eben mal keine ganz so gute Zeit 😀 . Aber: Er trägt es mit Fassung, ist ganz tapfer und rollt nur verhältnismäßig selten mit den Augen. Er macht mir Geschenke und – das vielleicht cleverste – geht mir leise aus dem Weg, wenn meine Zornesfalte so sichtbar ist, dass man das Bedürfnis hat, ein Blümchen dran zu malen. Klappt natürlich nicht immer (er ist und bleibt eben ein Kerl und die haben ja nun mal ein enormes Talent, Fettnäpfchen jeder Art und Größenordnung aufzuspüren und mit einer Arschbombe hineinzuspringen), aber er bemüht sich wirklich ganz enorm um Frieden und Entlastung für mich. Dafür bin ich schrecklich dankbar. Und wenn ich einen einigermaßen erträglichen Moment erwische, dann sage ich ihm das sogar :-*

Es ist jetzt aber auch echt nicht mehr lustig. Ich habe soviel Wasser in den Beinen, dass ich vermuten muss, auf den letzten Metern der Schwangerschaft zu einer Art Dromedar zu mutieren. Ich musste mir größere Schuhe von einer Freundin leihen, weil mir selbst meine Treter, die ich in weiser Voraussicht eine Nummer zu groß gekauft habe, schon längst nicht mehr passen. Der rechte Fuß schmerzt zudem so enorm, dass ich nur noch mit Bandage einigermaßen vorwärts komme. Was uncool ist, wenn man ein Kind hat, dass gerade Laufradfahren für sich entdeckt hat (machen wir daher nur, wenn der Papa dabei ist!).

Außerdem schlafe ich kaum noch. Ich gehe ungefähr fünf mal pro Nacht aufs Klo … dazwischen werde ich ca. drei bis vier mal wach, weil ich Krämpfe in den Beinen und/oder den Hüften habe (auf Magnesium verzichte ich mittlerweile trotzdem so gut es geht, um potenzielle Wehen nicht auszubremsen). Und von fünf bis sechs bleibe ich auch noch ganz gerne mal ein bisschen wach, um mir über dies und jenes den Kopf zu zerbrechen oder einfach nur so dazuliegen und mir selbst auf den Keks zu gehen. DAS hat die Natur echt nicht gut eingerichtet, finde ich. Werdende Mütter sollten schlafen können wie jahrtausendalte Felsbrocken, um ausgeruht zu sein, wenn der Säugling geboren ist und die Nacht zum Tag zu macht. Schon vor der Geburt den erholsamen Schlaf zu streichen, ist doch total unlogisch und Kontraproduktiv!!! Und auch garantiert keine „Übung“ (hilft nämlich im Ernstfall mit Baby kein bisschen). Echt jetzt, Mutter Natur, das ist großer Mist! ÄNDERE DAS!!!

Am Tag wechsle ich stimmungstechnisch dafür ständig zwischen „Boah, jetzt reichts mir echt – komm raus, Krümel!“ und leichten Panikattacken, weil ich Sorge habe, dass es tatsächlich losgeht. Hängt halt ganz davon ab, ob es gerade irgendwo verdächtig zieht … oder das Baby mir seinen Hintern so dermaßen heftig unter den Rippenbogen drückt, das ich das Gefühl habe, da müsse gleich etwas brechen (sehr unangenehm!!!). Grundsätzlich kann man aber wohl sagen: Ich bin hibbelig. Es macht mich schrecklich nervös, nicht zu wissen, wann und wo es losgeht, ob mein Mann gerade in der Nähe sein wird oder ich auf ihn warten muss, ob ich alleine bin oder die kleine Madam bei mir habe und sie womöglich erst einmal nach Hause bringen muss, bevor ich mich auf den Weg ins Krankenhaus machen kann. Und wie lange darf ich „rumtrödeln“, bis ich WIRKLICH im Krankenhaus sein sollte? Vor drei Jahren hatte ich die Ruhe weg, weil ich sicher war, es würde viele Stunden dauern. Diesmal … nicht. Bei den meisten Mehrfach-Mamis geht die zweite Geburt ja viel schneller als die erste. Und mir wurden in letzter Zeit viele Storys zum Tempo erzählt, die mir sagen: „Bummel nicht rum, sondern komm in die Pötte, wenn du merkst, es geht los!“ Aber merke ich es überhaupt? Die ganzen Übungs- und Senkwehen spüre ich ja wieder einmal nicht. Abgesehen davon: Schon bei der Mausemaus hab ich es eigentlich nur gerafft, weil die Fruchtblase gesprungen ist – die ersten Wehen hingegen habe ich absolut nicht als solche identifiziert. Ach … man ist in vielen Dingen echt entspannter, wenn es sich nicht um das erste Kind und die erste Geburt handelt. Allerdings eben nicht in allen. Ich jedenfalls nicht 😉 .

Gut ist, dass ich eine Freundin habe, die in der exakt selben Situation ist. Ihr ET liegt nur wenige Tage vor meinem. So sind wir in der wunderbaren Lage, dass wir gemeinsam nervös sind und uns verrückt machen. Jeden Tag kommt via WhatsApp die Frage: Spielplatz oder Kreißsaal? Und dann treffen wir uns halt auf dem Spielplatz 😀 .

Völlig überflüssig, nervenaufreibend und sicherlich kein bisschen gut für mich war diese Woche der „Zusammenstoß“ mit der Leiterin der Kita-Einrichtung, in die die Mausemaus seit einigen Wochen geht. Eigentlich verstand ich mich bisher ziemlich gut mit der Dame. Dem ist jetzt leider nicht mehr so. Menschen, die hochschwangere Frauen aufgrund einer berechtigten Frage eine halbe Stunde verbal so dermaßen unter Druck setzen, dass Tränen fließen (bei mir), gehören definitiv nicht zu den Leuten, mit denen ich mich gerne befasse. Welche Konsequenzen ich aus diesem „Angriff“ ziehe, habe ich noch nicht entschieden. Kann ich gerade aber auch nicht, da ich IRGENDWIE anderweitig sehr beschäftigt bin … nämlich damit, mich und meine Familie auf ein zweites Kind vorzubereiten, endlich mal ein bisschen zur Ruhe zu kommen (ich versuchs!) und mich zu freuen. Ist natürlich schwieriger, wenn man sich wegen so einem Scheiß den Kopf zerbrechen MUSS. Aber … gehört wohl auch dazu, zum Mama-Dasein.

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6 thoughts on “Schwangerschaftstagebuch: 37. und 38. SSW

  1. Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du (35. SSW 2. Kind nach Fehlgeburt ) und finde mich daher in deinen Texten so stark wieder. Zudem mit soviel Humor, dass man aus dem Schmunzeln nicht mehr rauskommt 🙂
    Mein Mann leidet wohl auch mittlerweile ziemlich unter seiner sehr schwangeren Frau – von daher schicke ich ihm manchmal deine so heilsamen Texte weiter… Danke dafür! Ob er das wohl auch so sieht, kann ich allerdings nicht garantieren ?
    Mich würde die Puppe interessieren, für die du dich entschieden hast – habe auch schon lange gesucht und nix passendes gefunden. Kannst du einen Link posten?
    Liebe Grüße und alles Gute für die nahende Geburt!

  2. Ach herlich, ich kann alles so gut nachvollziehen, auch wenn es bei mir nicht die Beine sind, sondern die Hüfte und die Symphyse. Ich habe noch 10 Tage bis ET und ich hab somal keinen bock mehr! Ich will das es raus ko9mmt und zwar fix!!! aber irgendwie läuft das hier wie mit allen anderen auch. Mama hat (natürlich) recht, aber hören tut trotzdem keiner auf sie …..
    Ich wüsche dir noch eine einigermaßen angenehme Zeit und hoffe für dich dass du es bald geschafft hast.
    Das mit dem Kindergarten muss wirklich nicht sein. was war denn da los?

    Ich hoffe das deine Laune schnell besser wird (am besten mit einer Geburt im gepäck 😉 )

  3. ??bald geschafft…. ich lese so gern bei dir mit, da ich selbst nur 2 Wochen hinter her hänge mit dem 2. Minime!
    Ich entdecke so viele Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten ???
    Alles Liebe für die Geburt! Danke für dein Tagebuch die letzten Wochen- das tat so gut!

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