Geburtsberichte
(Leser-)Geburtsberichte

Lisa S. erzählt

Meine Geburt ging eigentlich schon 4 Wochen vor unserem Termin los. Beim Frauenarzt erhielt ich die Aussage das mein Krümel, der sich bisher ganz prima geschlagen hatte und immer artig alles nach Lehrbuch machte, sich plötzlich nochmal auf die Füße stellen wollte. Das hatte genau zwei Möglichkeiten zur Folge. Entweder wir ließen ihn per Kaiserschnitt holen oder ich versuchte in einer anderen Klinik nochmal den kleinen zu drehen. 2. Kam für mich nicht in Frage. Ich wollte nicht mein Kind in einem großen Massenkrankenhaus zur Welt bringen. Also geplanter Kaiserschnitt. Wir ließen uns beraten in unserer Wunschklinik und legten ein Datum fest. Von da an wurde mir gleich leichter ums Herz. Ich wusste nun, dass es nur noch wenige Wochen sind und wann es genau losging. Ich hatte wieder einen Plan. Ich führte mir selbst noch einmal die Vorteile eines geplanten Kaiserschnittes auf. Vor allem das kalkulierbarere Risiko lies mich nun wieder ruhiger schlafen. Am Tag der Entbindung ging es dann früh in die Klinik. Ich checkte sozusagen ein. Brachte meine Sachen auf Station und ging in den Kreißsaal. Dort wurde ich an das CTG und den Wehen Tropf gehängt und kurze Zeit später spürte ich eine ganz stark abgeschwächte Version von dem was andere Mütter in den Stunden der Spontangeburt in Millionenfacher Auswirkung spüren. Ich war aufgeregt und die Wehen waren nicht unangenehm, sondern eher Verheißungsvoll. Mein Termin wurde nochmal um eine halbe Stunde verschoben da die Mutti vor mir noch länger im OP brauchte. Dann brachte man mich in den Vorbereitungsraum. Dort wurden mir noch ein paar Sachen erklärt und der Ablauf kurz geschildert. Aber an viel erinnere ich mich nicht mehr. Im OP Saal wurde mir dann die Spinalanästhesie gespritzt und jeder Schritt schön einzeln erklärt. Das einzige was mich in dem Moment richtig störte war die Tatsache das ich komplett Nackt war und da ein Haufen Männer im Raum und an mir arbeiteten. Dann kam mein Freund, Die Hebamme und die Ärzte hinzu. Der Vorhang wurde hochgezogen und es begann die wohl aufregendste halbe Std meines Lebens. Länger hat es nämlich nicht gedauert bis der erlösende kleine Schrei ertönte. Nach einem ersten kurzen reinigen legte die Hebamme mir meinen Sohn auf die Brust und ich konnte dieses kleine Wesen das erste Mal begutachten. Gott war der Hübsch und ich in dem Moment so Glücklich wie vorher noch nie. Ich fang beim Schreiben schon wieder an zu heulen vor Freude. Nach 10 Minuten nahm mir die Hebamme mein Kind wieder ab und ging mit Papa im Schlepptau in den Kreißsaal zurück um den kleinen untersuchen zu lassen und mit dem Papa kuscheln zu lassen. In der Zeit wurde meine Bikinifigur wiederhergestellt. Die beiden Ärztinnen haben sich alle Mühe gegeben mir eine hübsche Erinnerung an der Stelle zu hinterlassen wo eben noch mein Baby war. Ich hatte mir bis dahin immer eine Spontangeburt gewünscht wie aus dem Bilderbuch. Aber das wurde mir nicht erfüllt. Und trotzdem habe ich es nicht bereut. Wenn man sich darauf einlässt kann auch ein Kaiserschnitt eine schöne Erfahrung sein. Mein Sohn lag am Ende übrigens wieder richtig rum. Der Schlingel fand das wohl lustig ;)

Diesen schönen Geburtsbericht hat Lisa geschrieben. :)

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