Corona-Update
Corona

15 persönliche Corona-Updates aus aller Welt – Teil 4

Einmal pro Woche geben „LÄCHELN UND WINKEN-Korrespondenten“ aus den verschiedensten Ländern Corona-Updates zur aktuellen Corona-Virus-Lage in ihrem Zuhause – unter welchen Beschränkungen sie gerade leben, wie sie damit klarkommen, welche Auswirkungen das alles auf sie hat und wie sie sich fühlen. Es ist ihnen überlassen, was genau sie erzählen möchten; sie gewähren uns einfach einen ganz persönlichen kleinen Einblick in ihre aktuelle Situation während der Corona-Krise. Es geht nicht um Politik oder Zahlen … es geht rein um Familien.

Mit dabei sind – je nachdem wie sie es zeitlich schaffen – Eltern aus folgenden Ländern:

  1. Norwegen
  2. Schweiz
  3. Formentera
  4. Dänemark
  5. Niederlande
  6. England
  7. Österreich
  8. Portugal
  9. Shanghai/China
  10. USA / LA
  11. USA /Texas
  12. USA/Kalifornien
  13. USA / NY
  14. Moskau /Russland
  15. Spanien
  16. Stockholm/Schweden
  17. Transsilvanien/Rumänien
  18. Italien
  19. Belgien
  20. Brasilien
  21. Singapur
  22. Island
  23. Südafrika

Vielleicht melden sich nicht alle jede Woche, aber doch so oft es ihnen (trotz Kinder, Arbeit, Krankheit, Krisen und Hüttenkoller) möglich ist. Und ich bin dankbar FÜR und gespannt AUF jeden dieser Einblicke!

Corona-Updates in Video-Form:

Mit dabei sind diesmal Gina aus Südafrika und Steffi aus Formentera.

 

Corona-Updates in Text-Form:

Mit dabei sind diesmal Marion aus Transsilvanien, Andrea aus Texas, Damaris aus der Schweiz, Saskia aus Island, Charlotte aus Kalifornien, Doris aus Moskau/Russland, Sabrina aus Norwegen, Julia aus LA, Naddel aus Brasilien, Anke aus England, Eske aus den Niederlanden, Nikola aus den Niederlanden und Carla aus Portugal.

Transsilvanien / Rumänien

Hallo, ich bin Marion aus Transsilvanien. Das aufregendste, das diese Woche bei uns passierte war, dass unsere Katze drei Junge bekommen hat. Ansonsten plätschern die Tage alle relativ gleich und ereignislos vor sich hin. Selbst Ostern war diesmal komplett still und leise. Dadurch, dass in unserem Dorf hauptsächlich das orthodoxe Osterfest erst eine Woche später gefeiert wird, und wir unser Haus und Grundstück so gut wie gar nicht mehr verlassen, habe ich dieses Jahr keine einzige Osterdekoration “live” gesehen. Wir konnten uns noch nicht einmal dazu aufraffen, selbst Eier zu färben :( Ich finde es momentan wirklich schwer, mich überhaupt zu irgendwas zu motivieren. Der Ausnahmezustand in Rumänien wurde gerade nochmal um 30 Tage, bis zum 16. Mai verlängert. Also weitere 4 Wochen Ausgangssperre, geschlossene Schulen und Geschäfte, und natürlich auch Hotels und Restaurants. Letzteres betrifft uns persönlich, was die Motivation und Stimmung nicht gerade steigert. Glücklicherweise bemerken wir hier absolut rein gar nichts vom Virus, wir kennen noch nicht einmal jemanden, der infiziert ist, und es gibt hier glücklicherweise auch keine Horrornachrichten wie aus Italien oder Spanien. Darüber freue ich mich. Aber ich würde mich noch mehr freuen, wenn auch in diesem Land etwas offener kommuniziert würde, wie die nächsten Schritte aussehen werden, so wie es zum Beispiel in Deutschland und Österreich der Fall ist. Irgendein Licht am Ende des Tunnels wäre jetzt wirklich schön.

Texas / USA

Howdy, ich bin Andrea und lebe mit meiner Familie in einem Vorort von Dallas in Texas, USA.

Hier gelten noch immer die Ausgangsbeschränkungen. Letzte Woche wurde fälschlicherweise die Information in den Medien verbreitet, dass die Beschränkungen in Texas noch bis zum 20. Mai gelten sollen. Als ich das gelesen habe, bekam ich richtig schlechte Laune. Ich merke, dass diese Isolation an mir kratzt. Ich habe keine Lust mehr darauf, obwohl ich die Maßnahmen einsehe und für sinnvoll halte. Es ist wirklich schwer auszuhalten. Aber wir schlagen uns durch und haben sowohl gute als auch schlechte Tage. Die Info wurde übrigens einen Tag später als falsch zurückgezogen. Dennoch denke ich, dass es mehr oder weniger so kommen wird… Heute (Donnerstagnachmittag) soll es ein Update des Dallas County geben. Wir sind gespannt!

Die preschool unseres Sohnes schickt seit letzter Woche regelmäßig Arbeitsblätter oder Videos. Für unseren Sohn ist das ein kleines Lebenszeichen aus dem gewohnten Alltag. Er vermisst die preschool, das Treffen mit Gleichaltrigen, das Toben auf dem Spielplatz und sogar das Einkaufen im Supermarkt.

Wir haben uns Stoff-Gesichtsmasken besorgt. Ich denke, mit einer solchen Maske darf er auch mal wieder mit zum Einkaufen. In der Öffentlichkeit tragen hier mittlerweile sehr viele Menschen diese Masken.
Allgemein wird der Gemeinschaftsgedanke hier weiter hochgehalten. Auf Leuchttafeln an den Straßen wird sowohl an das social distancing erinnert, als auch daran, dass man die regionalen Restaurants unterstützen soll, indem man dort take out Essen bestellt.

Außerdem gibts von der Bibliothek eine virtuelle Storytime über Zoom, der Mom’s Club hält seine Vorträge nun bei Facebook-Live und die Feuerwehr bringt den Kindern kleine Taschen mit Indoor-Aktivitäten vorbei (natürlich ohne direkten Kontakt, es wird vor die Haustür gelegt). All das ist schön zu sehen und tröstet mich das ein oder andere Mal über den wenig abwechslungsreichen Alltag hinweg.

Am Ostersonntag haben wir zu Hause Ostereier gesucht. (Karfreitag und Ostermontag sind hier leider keine Feiertage.)  Nachmittags waren wir in einem Park spazieren. Die Parks sind in den letzten Wochen sehr voll. So haben wir das hier noch nicht erlebt. Ich weiß nicht, ob es an dem aktuell sehr angenehmen Wetter liegt oder daran, dass alles andere geschlossen ist und die Ausgangsbeschränkungen das Verlangen nach Frischluft befeuern. :-)

Y’all stay safe, wie man hier in Texas so schön sagt!

Schweiz

Hallo zämä, ich bin Damaris und lebe mit meiner Familie im schönen Appenzellerland in der Schweiz. Diese Woche wurde am Donnerstag durch die Regierung bekannt gegeben, wie der Lockdown in den nächsten Wochen gelockert wird. Ab 27. April sind Coiffeure, Kosmetik- und Massagesalons, Gartencenter, Blumenläden und Baumärkte wieder geöffnet und ambulante Behandlungen in Spitälern, Arztpraxen und Physiotherapie werden wieder durchgeführt. Ab 11. Mai werden dann die obligatorischen Schulen wieder geöffnet und im Detailhandel kann man wieder alle Artikel kaufen. Ab 8. Juni wird das Versammlungsverbot (jetzt max. 5 Personen) gelockert und Zoos, Museen und Bibliotheken werden wieder geöffnet. Ich selbst freue mich darüber, dass das „normale“ Leben vielleicht so wieder langsam weiter geht. Am allermeisten freue ich mich, wenn dann z. Bsp. Zoos, Bibliotheken und Spielplätze wieder geöffnet sind. Die restlichen Maßnahmen wie z. Bsp. Schutz für Risikogruppen, bleibt ja weiterhin bestehen. Und das wird wohl das Schwierigste am Ganzen sein. Mein Sohn hat seit 7 Wochen seine Großeltern und ich meine Eltern nicht mehr persönlich gesehen. Das fällt uns am Schwersten. Anfangs hat mein Sohn das nur gelegentlich erwähnt, jetzt aber sagt er fast jeden Tag, dass er Großmami und Großpapi vermisst und sie besuchen will. Das nicht wissen, wann man sich mit den Liebsten wieder treffen kann, fällt weiterhin sehr schwer. Das wäre uns selbst wichtiger als die restlichen Lockerungen. Aber wir werden sehen, wie es klappt mit diesem „Fahrplan“ der Regierung und was weiter kommt. Mental geht es uns soweit ganz gut. Mein Mann werkelt fleißig zu Hause an allem möglichen rum und ich komme mit meinem Frühlingsputz fleißig voran. Die Fenster sind alle geputzt und bis Ende Lockdown sollte dann auch die Küche und der Balkon auf Vordermann gebracht sein. 🙂

Island

Hallo ihr Lieben, ich heisse Saskia und wohne mit meinem Mann und unserer 3-jährigen Tochter in Sauðárkrókur im Norden Islands.

Leider hatte ich letzte Woche keine Zeit euch ein Update zu schicken, da dies die Woche war, in der unsere Tochte nicht in den Kindergarten durfte und ich somit 100% Mama und Hausfrau war. Ich kann euch aber sagen, dass ich diese langen Osterferien unheimlich genossen habe. Wir haben in den Tag hinein gelebt und gemacht worauf wir Lust hatten. Keiner bei uns in der Familie braucht einen strikten Plan oder Tagesablauf. Wir haben also die letzte Woche ausgeschlafen, in Ruhe gefrühstückt und wenn das Wetter gut war, sind wir raus in den Garten oder an den Strand gegangen. An den Schlechtwettertagen haben wir gebastelt. Ich will ehrlich sein, wir haben auch viel Fernsehen geschaut und ich die Zeit zum Stricken genutzt. Mit der Familie in Deutschland wurde geskypt und ich habe ganz viele Bilder von unseren Aktivitäten geschickt. Gegessen haben wir, wann wir Hunger hatten und auf was wir Lust hatten, z.B. Eis zum Mittagessen. Abends wurde dann warm gekocht.
Ich bin der Meinung, in dieser eigenartigen Zeit gibt es von aussen so viele Einschränkungen und Verbote, da muss man sich das Leben nicht noch unnötig schwer machen und eine Nein Umgebung Zuhause schaffen.

In der Zeit während ich mit unserer Tochter Zuhause war, habe ich mich wenig über die aktuellen Fallzahlen oder neusten Ereignisse informiert. Mein Mann ist mental krank und ihm macht diese Pandemie und alles drum herum unheimlich zu schaffen. Er ist quasi ständig unter Anspannung, gefühlt jede Kleinigkeit triggert ihn und unser Familienleben ist unheimlich schwierig geworden. Somit versuchen wir zumindest Zuhause, die Aussenwelt so gut es geht, draussen zu lassen. Dies gelingt uns mal mehr, mal weniger.

Nun bin ich also seit Dienstag wieder auf Arbeit und das Tochterkind wieder im Kindergarten. Gleich am Dienstag hat die isländische Regierung eine Pressekonferenz gehalten, um uns über die neusten Entwicklungen und das weiter Vorgehen zu informieren. Die derzeitigen Massnahmen, wie in meinem Beitrag vor 2 Wochen erwähnt, bleiben noch bis 4. Mai in Kraft. Aber in Island gehen die Fallzahlen zurück, in unserer 2.500 Einwohner-Gemeinde gab es sogar nur 3 Erkrankungen, und somit hat die Regierung beschlossen, dass ab 4. Mai die Bestimmungen gelockert werden können. Weiterhin gilt, dass der 2m Abstand, wann immer möglich, eingehalten werden soll. Weiterführende Schulen und Universitäten werden wieder geöffnet, ausserdem dürfen Kindergärten und Grundschulen ihren normalen Betrieb wieder aufnehmen. Allgemein sind dann Versammlungen oder Menschenansammlungen von bis zu 50 Mann erlaubt, wenn der 2m Abstand gewährleistet ist. Weiterhin sind Fitnessstudios und Schwimmbäder geschlossen, aber Sportevents für Kinder (bis max. 50 Mann und nach Möglichkeit mit 2m Abstand) dürfen draussen stattfinden, für Erwachsene nur bis max. 4 Mann und ohne Körperkontakt. Also kein Fussball, Basketball oder Handball, als Beispiel. Frisöre, Massagestudios, Physiotherapie, Kosmetik u.ä. dürfen wieder öffen.

Wir gehen also positiv in die nächsten Wochen und ich sende euch frühligshafte Grüsse aus dem hohen Norden.

Kalifornien /USA

Hi, ich bin Charlotte aus Folsom, Kalifornien.
Uns geht es gut. Alle sind gesund und die Spring break ist seit Dienstag vorbei. Juhu…. wieder ein geregelter Alltag mit distance learning. Ich war schon quasi in Hab-acht-Stellung am Ostermontag. Und tatsächlich trudelten einige Emails von den Schulen und Lehrerinnen ein. Was man in einer Woche alles vergessen kann. Unglaublich. Ich war heillos überfordert mit den Login Daten der Kinder, den Terminen zur Abgabe der Aufgaben und mit dem managen der Zoom-Meetings. Gefühlt habe ich wieder bei null angefangen und bin wie Rumpelstilzchen schimpfend durchs Haus gelaufen und habe diesen Corona-Virus aufs übelste verflucht und dieses ganze Homeschooling-Ding und dieses stay at home and wash your hands … einfach alles.

Heute, nach 3 Tagen, ging es wieder besser. Technik verstanden und funktioniert. Motivation des 5th graders klappt besser. Der hatte, anstatt seine Aufgaben zu machen, lieber auf YouTube rumgehangen. Das Kindergartenkind schimpft auch zu Beginn und findet dann doch schnell Gefallen an den Aufgaben.

Eine große Motivation ist für mich das Wetter. Endlich ist es warm und sonnig, so dass das Leben wieder viel mehr im Garten stattfinden kann. Wir haben etwas Schönes für uns gefunden, was mich und die Kinder besser in den Tag bringt.  Wir laufen jeden Morgen recht zeitig eine Runde hier in unserem Wohnviertel. Die Jungs fahren mit ihren Scootern. Da haben wir echt viel Freude dran und haben das Gefühl, nicht so eingesperrt zu sein.

In unserem Ort gibt es nur 16 Fälle. Aber im County über 870. Kalifornien steht an 6. Stelle im Bundesstaatenranking. Und das schon fast eine Woche. Ein Hoffnungsschimmer!

Insgesamt fühlen wir uns also ganz ok und versuchen, unser Bestes aus der Sache zu machen.

Schönes Wochenende für euch und bis nächste Woche.
Charlotte aus CA

Moskau / Russland

Hallo, ich bin Doris und lebe mit meiner Familie (Mann und 5-jährige Zwillinge) seit ca. 4 Jahren in Moskau.
Und schon wieder hat sich bei uns einiges getan. Die Corona-Fälle in Russland, und vor allem in Moskau, steigen. Mittlerweile gibt es schon über 16.000 in Moskau. Dementsprechend werden die Maßnahmen immer strenger. Seit Mittwoch darf man nur noch mit einem Proposk (Passierschein) das Haus verlassen, ausgenommen sind Einkäufe zum nächsten Supermarkt, Apotheke und der Spaziergang mit dem Hund. Für alles andere muss man einen solchen Proposk elektronisch beantragen. Arbeit und Arzttermine sind unbegrenzt, aber sonst darf man nur 2x in der Woche einen solchen Schein beantragen. Auch unsere täglichen Spaziergänge ums Haus und das Fangenspiel auf dem Hof sollten wir bitte einstellen, wurde uns gestern nahegelegt. Mal sehen, wie das hier weitergeht.

Uns geht es sonst aber gut. Wir haben unsere Tagesstruktur und die passt im Moment ganz gut. Wir versuchen weiter jeden Tag uns zu bewegen und die Kinder bei Laune zu halten. Noch klappt das alles ganz gut. Auch der Online-Unterricht für die Kinder hilft. Da freuen sie sich jeden Tag drauf.

Mein persönliches Highlight war die letzte Woche, dass ich schon einige Video-Konferenzen mit Freunden in aller Welt gemacht habe. Das ist echt schön, wenn man Freunde sieht und mit ihnen reden kann.

Norwegen

Hallo! Ich heiße Sabrina und wohne seit vier Jahren mit meinem Mann und unseren zwei Söhnen (2 und 6 Jahre) in Norwegen.
Trotz der merkwürdigen Umstände hoffe ich, dass ihr alle ein schönes Osterfest hattet (wahrscheinlich im kleineren Kreis als gewöhnlich).

Vor den Feiertagen wurde hier beschlossen, dass die Kindergärten und Schulen ab Ende April schrittweise wieder öffnen. Die Meinungen, ob es zu früh ist, sind da sehr unterschiedlich.
Die Kita von unserem Kurzen öffnet ab 20.04. Für die Kinder mag das schön sein. Sie sehen endlich ihre Freunde und Erzieher*innen wieder. Aber auch ich frage mich natürlich, ob der Meter-Abstand gewahrt werden kann. Ob man Kleinkinder dazu bewegen kann, ihre Freude des Wiedersehens nicht mit einem “store klem” zum Ausdruck zu bringen. Es ist auch vorgesehen, dass Eltern ihre Kinder nicht mit rein begleiten sollten. Wie stellen sie sich das vor?! Nach vier Wochen Kita-frei kann ich dem 2-jährigen nicht einfach seine Tasche in die Hand drücken und sagen “Tschüss denn! Du weißt ja, wo alles hinkommt!”.
Spielzeug wird nicht in gewohnten Umfang zur Verfügung stehen, aber viele Aktivitäten sollen ohnehin draußen stattfinden. Es wird auch nicht mehr gruppenübergreifend gespielt. Alle Gruppen sollen vorerst unter sich bleiben. Ich bin gespannt, ob das so klappt, wie sich die Verantwortlichen das vorstellen.

Die Schule für Schüler der 1.-4. Klasse beginnt ab 27. April. Ab wann die größeren Schüler (ab 5. Klasse aufwärts) starten, weiß man noch nicht.
Wenn alles so bleibt, gehe ich ab 27. dann auch wieder arbeiten. Und ich freue mich darauf! Bitte nicht falsch verstehen. Ich genieße die Zeit zu Hause. Die Jungs haben in den letzten Wochen natürlich auch gelernt, wie sie gemeinsam im Spiel agieren können, ohne sich bei Kleinigkeiten gleich zu zoffen. Streitereien bleiben natürlich trotzdem nicht aus.

Ich bin zuversichtlich, dass wir die letzten Wochen auch noch gut überstehen.
Bleibt gesund und passt gut auf euch auf!

LA / USA

Hallo aus dem – endlich mal wieder – sonnigen LA! Anfang der Woche hatte ich einen massiven Durchhänger, weil der Himmel einfach seit Wochen grau und es leider auch entsprechend kühl war. Die Jahreszeiten verschieben sich auch hier, Sommer ist jetzt von Juli bis einschließlich November, dann wirds schlagartig Winter bis März, dann lange Frühling, kühl und feucht. Den Regen brauchen wir dringend, aber irgendwann drückt das Wetter dann trotzdem auf die Stimmung.

Aktuelle Zahlen von hier: 27.158 offiziell Erkrankte in Kalifornien, 893 Verstorbene. Fast die Hälfte davon ist in Los Angeles, 10.495 Erkrankte und 402 Verstorbene (zum Vergleich die Zahlen von vor 2 Wochen: 4.566 getestete Fälle, 89 Tote).
Tests sind jetzt offenbar (da nicht ausprobiert) für jeden erhältlich, der Symptome zeigt. Das war noch vor kurzer Zeit anders.

“Social Distancing”, wie es hier genannt wird, ist weiter dringend empfohlen. Ohne Maske oder andere Gesichtsbekleidung (z.b. Tuch) darf man nicht mehr in Läden gehen. Die Schlangen vor allen Geschäften haben sich enorm verlängert. Gott sei Dank gibt es mehr und mehr Liefer- und Abholservices. Ich habe vor ein paar Tagen eine Bestellung im Supermarkt aufgegeben und eine Stunde später abgeholt, konnte im Auto auf dem Parkplatz sitzenbleiben und nach 10-15 Minuten kam ein sehr netter Mitarbeiter und brachte mir unter vielen Entschuldigungen für die Verspätung meine frischen Lebensmittel. Super!
Wir nehmen unsere Masken mittlerweile auch zum Spazierengehen mit, als Zeichen der Rücksicht, und schieben sie über, wenn wir anderen Leuten begegnen.

Die Schulen bleiben definitiv für den Rest des Schuljahres geschlossen. Diese Woche hat für uns offiziell Homeschooling begonnen, und die Lernkurve, sich durch die ganzen verschiedenen Computerprogramme, Google docs usw. zu kämpfen, war SEHR steil. Ich habs jetzt, Donnerstag, so einigermaßen raus. Der Sohn scheint sich tatsächlich auch ein bisschen zu freuen, dass er wieder ein paar interessante Aufgaben hat, auch wenn Minecraft und Youtube immer noch die stärkere Anziehungskraft haben.

Gestern kamen sein bester Freund mit kleinem Bruder und Mama vorbei, um ihm ein paar Bücher zurückzubringen. Das war extrem bitter-süss, denn wir haben natürlich alle Sicherheitsabstand gehalten und ich wollte einfach nur alle drei in die Arme nehmen. Wir haben uns jetzt seit einem guten Monat nicht mehr persönlich gesehen, nur mal auf Skype.

Ansonsten wird hier in Kalifornien fieberhaft daran gearbeitet, genug Kapazitäten und Personal für die Krankenhausfälle zu haben, auf breiterer Basis zu testen und an einem Antikörperserum zu arbeiten. Man geht davon aus, dass wir das Schlimmste gerade durchmachen und sich die Kurve sehr bald verflachen wird.

Mir geht es vermutlich so wie vielen von euch: Dankbarkeit für all das Gute, das wir haben – das Wissen um unsere Privilegien, Sorgen um all die, die jetzt benachteiligt sind und leiden müssen, sei es Opfer häuslicher Gewalt, Menschen, deren Arbeitsplatz von einem Tag auf den anderen weggefallen ist, oder Kranke, und Angst vor dem, was noch kommt.

Liebe Grüße an alle, bis nächste Woche – Julia

Brasilien

Hallihallo, ich bin die Naddel und wohne mit meinen beiden Töchtern in Brasilien auf einer Insel am Atlantik! Die Stadt ist über eine Brücke erreichbar und hat ca. 36.000 Einwohner! Hochhäuser gibt es hier nicht

Im Moment bin ich gerade etwas am Ende mit meinen Nerven, deswegen nur einen kurzen Überblick: Wir haben jetzt 3 bestätigte Infektionen, für 3 Tage waren jetzt alle Läden noch mal zu. Ab Montag wohl wieder auf … und ich hab keine Idee, was das soll.

Theoretisch sollen meine Eltern am Samstag mit dem Taxi zum Hauptstadt-Flughafen, dort 2 Nächte im Hotel bleiben und Montag nochmal ein Inlandsflug nehmen, dann nach Frankfurt. Diese Ungewissheit und die Planung bis hierher, haben mich echt fertig gemacht, dazu nächstes Mal mehr.
Schulschließung bleibt für weitere 30 Tage, Winterferien wurden von Juli auf Anfang Mai vorgezogen.
Bis dahin bleibt gesund!

England

Hallo von Anke aus England,
gestern war mal wieder so ein Tag, da hätte ich die Regierung am liebsten in die Tonne gekloppt: wenn Länder wie Italien, Österreich und Deutschland Pläne für die allmähliche Rückkehr zum vorherigen Leben schmieden, geht es hier für mindestens drei, aber sind wir mal ehrlich, eher noch länger im Lockdown weiter. Als wir gestern die Schule für meinen Größeren erfahren haben, konnten wir ihm weder versprechen, dass er seine Kitafreunde nochmal in der Kita sehen wird, noch dass der Start in die Grundschule irgendwie so wird, wie wir ihm das im Januar noch erzählt hatten. Das macht mich traurig, weil eine schnellere Handlungsweise und nach den Richtlinien der WHO uns die hiesige Situation wenigstens mit weniger Fällen und vor allem Verstorbenen hätten reduzieren können.
So organisieren wir weiterhin zwischendurch Nachbarn und Freunden die Einkäufe und verbringen den Tag mit Jonglieren von Arbeit und Familie. Das Osterwochenende hatte tolles Wetter und das konnten wir zum Glück im Garten genießen. Die Rückkehr zur Arbeit am Dienstag war schon doof dann.
Bis zum Lockdown-Ende klatschen wir dann also weiterhin für die Leute, die mit geringer Bezahlung alles am Laufen halten. Leider wird der heutige Regen die schönen Kreide Zeichnungen und Regenbögen wegwischen, die an diese Menschen erinnern.
Ich hoffe, dass sie bei meinen Joggingrunden irgendwann wieder auftauchen.
Liebe Grüße!

Niederlande

Hoi, hier ist Eske aus den Niederlanden mit dem Corona-Update dieser Woche.

Meine beiden Mädels, die 4 und 6 Jahre alt sind, sind glücklicherweise gesund und munter. Zum jetzigen Zeitpunkt sind 30.449 Personen nachweislich mit Corona infiziert – allerdings wurde auch eine ganze Zeit sparsam mit Tests umgegangen, so dass die Zahl wohl definitiv höher ist. 3.459 Personen sind bislang an Corona gestorben.

Dieses Wochenende stand natürlich im Zeichen von Ostern und so wurden bei uns auch ausgiebig Ostereier, Hasen und kleinere Geschenke gesucht und gefunden. Es war schön und entspannt, außerdem haben wir noch mit der Familie einen Telefontermin gehabt, bei dem wir uns per Video unterhalten haben (wie vorher in Corona-Zeiten auch schon samstags zu einem Borrel), das hat allen Spaß gemacht.

Wie wohl der Großteil der Niederländer haben wir uns zu Ostern fremdverpflegen lassen J, Restaurants liefern nach Hause (oder man kann dort Essen abholen, was hier bei chinesischen Restaurants immer schon gemacht wurde). Jedenfalls haben wir uns am Sonntag mit einem Osterbrunch verwöhnt, bei dem zum Glück auch einige Kleinigkeiten für die Mädchen dabei waren.

Ansonsten plätschert unser Leben so vor sich hin, eine Maskenpflicht gibt es hier (noch) nicht und alles erscheint eigentlich recht normal. Auch Geschäfte wie Blumenläden, Kleidungsgeschäfte oder Spielzeugläden dürfen noch geöffnet haben, allerdings ist die Zahl derjenigen, die das Angebot nutzen, doch wesentlich geringer. Dafür wird extrem viel online geshoppt, so dass die Dinge dann eben direkt nach Hause geliefert werden.

Wir sind immer noch viel mit dem Rad unterwegs und warten darauf, dass die Tulpen, die hier gerade anfangen zu blühen, bald ganz blühen. Das ist immer ein schönes Fotomotiv, auch wenn die Tulpenbauern natürlich zurecht sauer darüber sind, dass viele eben nicht so sehr auf die Tulpen achten, während sie versuchen, das schönste Bild zu schießen.

Die Mädchen erhalten von der Schule Aufgaben und manchmal Bastelmaterial – so soll jetzt mit den Muttertagsgeschenken zum 10.05. begonnen werden. In den ersten zwei Klassen der Basisschool ist das Niveau recht niedrig, die Kinder werden auf die Groep 3 vorbereitet, in der sie dann auch richtig mit Lesen und Schreiben anfangen. Allerdings finde ich durchaus, dass meine Tochter hierdurch schon einen ganz guten Stand hat, so dass ich mir um ihr Niveau bei der Einschulung im Sommer in Deutschland keine Sorgen mache.

Mich beschäftigt nach wie die “2 Wochen Quarantäne-Regel” für Leute aus dem EU-Ausland, da es vorher völlig selbstverständlich für mich war, regelmäßig nach Deutschland rüber zu fahren. Und jetzt mache ich mir schon Sorgen, ob ich im Juni zu einem Notartermin darf, wie die Einschulung der Großen aussieht, wann wir zur Einschulungsuntersuchung kommen dürfen und ob ich Ende Juni zum geplanten Elternabend darf.

Emotional ging es mir diese Woche ziemlich gut, auch wenn ich es nach wie vor unfair finde, dass Alleinerziehende so gar kein Recht auf Kinderbetreuung haben. Die Belastung ist doch da und stärker, wenn man alles alleine auffangen muss. Aber ich hoffe einfach stark, dass die Maßnahmen zum 11.05. gelockert werden, nächsten Dienstag werden wir dazu mehr erfahren.

Bleibt gesund, Eske!

Almelo / Niederlande

Hallo zusammen, ich heiße Nikola und wohne mit meinem Mann und unserem 2-jährigen Sohn in Almelo in den Niederlanden.
Bis jetzt schlagen wir uns, denke ich, recht gut mit dem zu Hause bleiben. Es macht es uns ein wenig leichter, da es an einem Haus und im Garten immer was zu handwerkern oder basteln gibt – so sind wir alle beschäftigt. Für unseren Kleinen gibt es eh nix besseres als mit Papa´s Werkzeug zu spielen.

Letzte Woche ist uns allerdings mit einem Schlag bewusst geworden, was es heißt, nicht einfach mal zur Familie, den Eltern bzw. den Geschwistern fahren zu können. Meine Schwiegermutter ist schwer gestürzt und hat sich den Arm und einen Wirbel gebrochen. Da musste die “Gute Besserung Umarmung” digital ausfallen. Und wir konnten nicht nach dem Rechten gucken, weil Sie mit dem COPD zur absoluten Risikogruppe gehört.

Meine Familie wohnt in Deutschland, auch da wird man sehen, wann der nächste Besuch stattfinden kann, denn nun sind auch hier die Grenzen geschlossen. Mit etwas Sorge betrachten wir hier die Entwicklung in Deutschland und auch in einigen Städten in den Niederlanden kleinere Geschäfte etc. wieder zu öffnen. Mal schauen, die Infektionszahlen steigen ja wieder ein wenig.

Hier hat man das Gefühl, dass sich so eine Art Normalität einstellt, die Straßen sind gut gefüllt, die Menschen halten sich viel draußen auf. Wir waren gestern Enten füttern (mal was anderes als Garten 😉) und waren echt erstaunt was so los war. Leider verstehen manche immer noch nicht, was es heißt, Abstand zu halten. Warten wir also ab, ab wann wieder ein wenig Normalität eintritt.

In diesem Sinne: Haltet durch und bleibt gesund, liebe Grüße aus Almelo

Portugal

Olá! Ich bin Carla und lebe mit meinem 7-jährigen Sohn seit fast genau 17 Jahren in Portugal, in der Nähe von Lissabon.

Seit dem 13.03. bin ich im Home-Office und seit dem 16.03. ist mein Sohn zu Hause. D.h. wir sind schon über 4 Wochen in sozialer Quarantäne. Und so langsam nervt es.
Die Ostertage waren besonders schlimm, da die Regierung die Maßnahmen vom 9. bis 13. April noch mal angezogen hat, um „Osterreisen“ und somit eine Ansteckungswelle zu vermeiden. Man durfte sein Heimatbezirk nicht verlassen, die Flughäfen waren geschlossen und die Grenzen dicht. Man durfte keine Versammlungen mit mehr als 5 Personen durchführen (es sei denn, man ist eine Großfamilie mit vielen Kindern). D.h. ich war mit meinem Sohn allein zu Hause. Wir haben versucht, das Beste daraus zu machen, aber es war teils sehr anstrengend, wenn man niemanden treffen kann und auch nicht das übliche Osteressen bei den Großeltern stattfinden konnte.

Gestern hat dann die Regierung beschlossen, den Notstand noch mal bis zum 3. Mai zu verlängern, ohne großartig die Auflagen zu ändern. Es bleibt weiterhin alles, außer Apotheken, Supermärkte, etc. bis auf weiteres geschlossen. Man weiß im Moment noch nicht, ob die Kitas, Betreuungsstätten und Schulen dieses Schuljahr überhaupt noch mal öffnen oder die Kinder bis zu den Sommerferien zu Hause unterrichtet werden.

In einigen Gemeinden hat die Schule per Videokonferenz (es werden verschiedene Plattformen wie z.B. Zoom oder Googlemeet benutzt) schon begonnen. Nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten soll es wohl im Großen und Ganzen gut angelaufen sein.

Mein Sohn beginnt ab Montag die Schule per Videokonferenz mit seiner Lehrerin. Wir sind sehr gespannt, wie die Erstklässler reagieren. Es ist alles neu, sowohl für die Lehrer als auch für die Schüler. Da Portugal aber im Bereich digitaler Bildung recht weit voraus ist, bin ich da sehr zuversichtlich – aber auch sehr gespannt!

Als praktische Hilfe und unterstützend für die Lehrer, bietet der öffentliche Fernsehsender RTP hier in Portugal die „Tele-Schule“ für die Klassen 1 – 12 von 9h 17h50h an. Konkret heißt das für meinen Sohn, Tele-Schule am Vormittag und Videokonferenz mit der Lehrerin und einigen Mitschülern (sie wurden in 4 Gruppen aufgeteilt) am Nachmittag.

Für mich heißt es, irgendwie die Arbeit und den Unterricht meines Sohnes unter einen Hut zu bekommen, ohne täglich eine Flasche Wein zu trinken. ;)

So langsam merke ich auch an meinen Sohn, dass ihm die normalen, alltäglichen Routinen und seine Freunde und Freiheit fehlen. Diese soziale Sperre nimmt einen geistig ganz schön mit und ich freue mich jetzt schon, wenn ich mich einfach irgendwo am Strand mit meinen Freunden ganz normal in einem Café setzen kann. Bleibt gesund! E até para a semana!

Liebe Grüße aus Portugal und bleibt gesund!
Carla

 

Ich danke euch allen, die ihr euch die Zeit genommen habt, mitzumachen und bin schon gespannt auf eure nächsten Corona-Updates!

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr diesen Text teilt! :-*

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