Geburtsbericht
Geburtsberichte

Geburtsbericht: Leserin Denise J. erzählt

Ich habe bei meinen beiden Kindern eine tolle Schwangerschaft gehabt. Keine Beschwerden oder Wassereinlagerungen und mir ging es immer gut.

Bei meiner ersten Tochter fieberte ich dem ET entgegen aber meine kleine Motte wollte einfach noch nicht. So verstrichen die Tage, ich bin regelmäßig zum Arzt zur Kontrolle, bei der es immer hieß, die kleine kommt bald. Am 7. Tag nach ET wurde im Krankenhaus das erste Mal das Thema Einleitung angesprochen. Ich lehnte ab, da es uns beiden prächtig ging und ich sie immer wieder strampeln spürte.
Am 8. Tag wurde schon etwas mehr auf eine Einleitung hingewiesen und die Möglichkeit, je nach Länge der Einleitung einen Kaiserschnitt durchführen zu müssen. Diese lehnte ich ebenfalls noch ab mit den Worten „wenn sie bis morgen nicht da ist, dann leiten wir ein“. Leider wollte mir meine Maus den Gefallen nicht tun und so ging ich am nächsten Tag, ein Sonntag, morgens zur Einleitung ins Krankenhaus. Ich bekam um 10 Uhr die erste Tablette und wartete am CTG auf Wehen aber es tat sich nichts.
Um 14 Uhr gab es die 2. Tablette, die nur ein paar kleinere Wehen auslöste, aber nichts, was eine baldige Entbindung versprochen hätte. Mein Partner fuhr zwischendurch nach Hause und wollte gegen 17 Uhr wieder da sein, also ging ich dieses mal alleine spazieren, aber wieder tat sich nichts.
Um 18 Uhr hätte es die 3. Dosis gegeben, diese wurde aber mit dem Blick auf die Nacht und dem Kräfte sammeln ausgesetzt und sollte am nächsten Tag fortgeführt werden.
Ich packte noch meine Sachen beisammen, um das Zimmer für die Nacht zu beziehen und sagte meinem Freund er könne heim gehen, da würde heute nichts mehr passieren. Dieses mal war ich froh, dass er nicht auf mich hörte.
Um 18:30 fingen die Wehen in unregelmäßigen Abständen an, ich musste dauernd zur Toilette, wusste nicht was ich machen sollte. Sitzen war blöd, liegen ging nicht, herumlaufen war einigermaßen erträglich. Meine Kleidung fühlte sich einengend an, natürlich hatte ich eine Schwangerschaftshose mit Skinny Beinen an (keine Ahnung wer auf so dumme Ideen kommt).
Als ich das letzte mal auf Toilette war verlor ich bereits etwas Blut und mein Freund rief die Hebamme. Sie untersuchte mich und sagte im Kreißsaal Bescheid, mein Muttermund war bereits komplett geöffnet.
Ich hatte mir immer eine Wassergeburt gewünscht, auf dem Weg zum Kreißsaal fragte mich die Hebamme danach und ich antwortete ihr, das könne man sich sparen, die Kleine ist bald da, das wäre nur verschwendetes Wasser.
Gegen 21:00 waren wir dann im Kreißsaal und ich musste die Wehen schon sehr stark veratmen. Das CTG wurde angeschlossen aber es zeichnete keine Wehen auf. Das lag daran, dass ich sie nur als leichtes ziehen im Bauch aber extreme Rückenschmerzen empfand. Für eine PDA war es bereits zu spät.
3 Presswehen hat es gedauert als um 21:25 unsere wundervolle Tochter in meinen Armen lag. Kurz nach der Nachgeburt brach bei den Schwestern und der Hebamme Panik aus, ich verlor Blut und es wollte nicht aufhören. Es ging alles auf einmal so schnell, eine Hebamme hat sich auf meine Beine gesetzt und fest auf den Bauch gepresst. Ich musste in die Not-OP. Ich hörte noch, wie die Schwester Blutkonserven bereit stellen ließ und dann wurde es schon schwarz um mich herum. Nach 1h kam ich wieder in Kreißsaal, sie sagten ich hätte 1 Liter Blut verloren, die Gebärmutter war zu erschöpft um sich zusammenzuziehen und sie hätten noch einmal ausgeschabt und kleine Reste der Placenta entfernt.
2h später war ich auf der Station und konnte nun endlich mein Baby genießen.

Bei meiner 2. Tochter verstrich ebenfalls der ET und ich machte mich schon gedanklich darauf gefasst, die nächste Zeit wieder alle 2 Tage ewig am CTG zu liegen, um die nicht vorhandenen Bauchwehen aufzeichnen zu wollen. Dieses Mal allerdings mit der festen Überzeugung keine Einleitung mehr zu machen und es notfalls auf den Kaiserschnitt rauslaufen zu lassen.
Am ET war ich noch bei meinem Frauenarzt, 2 Tage darauf an einem Sonntag sollte ich mittags um 13 Uhr zur Kontrolle ins Krankenhaus(wie zur Einleitung bei der Motte).
Es wurde ein Corona-Abstrich genommen, das CTG angeschlossen und ein Ultraschall gemacht, um die Versorgung des Babys zu überprüfen. Da alles prima war konnte ich nach 1h wieder gehen und fuhr nach Hause. Dort ging ich mit meiner besten Freundin und deren Hunde noch spazieren, auch, um die Große noch mal zu lüften und müde zu machen. Den ganzen Tag gab es wieder keinerlei Anzeichen für die Geburt, wie schon bei meiner ersten Tochter.
Wir aßen abends zusammen, ich brachte die Große ins Bett und hatte mich auf einen ruhigen Abend auf der Couch gefreut.
Der Plan wurde gegen 18:30 mit unregelmäßigen Wehen durchquert. Es ließ sich aber alles gut aushalten und veratmen.
Um 21 Uhr rief ich das erste mal im Krankenhaus an und fragte, wann der beste Zeitpunkt wäre loszufahren. Die Hebamme sagte mir, wenn ich mich Zuhause nicht mehr wohl fühlte und die Wehen regelmäßig bei 3 Minuten sind, solle ich anrufen und losfahren.
Unwohl fühlte ich mich bereits 30 Minuten später, die Wehen lagen bei regelmäßigen 5 Minuten. Ich rief im Krankenhaus an, mein Freund holte seine Mutter und instruierte sie noch schnell (gefühlt war es eine Ewigkeit ).
Geplant war eigentlich, dass meine Mutter kommt, aber das war dann auch schon zu spät. Ich wartete am Auto, die Wehen kamen nun schon schneller und endlich konnten wir los. Mit jeder Kurve wurde es schwerer die Wehen zu verarmen, noch dazu war ich wie gefesselt mit dem Anschnallgurt, ich fühlte mich eingeengt wie bei der Ersten.
Um 21:50 waren wir im Krankenhaus und die Wehen waren schon bei 3 Minuten. Ich fuhr alleine mit dem Aufzug in den 3. Stock zum Kreißsaal, mein Freund parkte das Auto vom Storchenparkplatz um und sollte dann (dank Corona) erst zu den Presswehen dazu kommen. Die Hebamme lotste mich in das Untersuchungszimmer und wollte noch das CTG schreiben. Ich sagte ihr es dauert nicht mehr lange und ich verspürte bereits den Drang zu pressen. Sie legte die Kabel beiseite und untersuchte mich, dann sagte sie im Kreißsaal Bescheid und dass der Vater angerufen werden soll. Wieder war es zu spät für eine PDA oder andere Schmerzmittel. Mir wurden noch Zugänge während einer Wehenpause gelegt, als er zu mir kam war ich bereits schon mitten in der Geburt. Das CTG zeichnete wieder nichts auf (Komisch aber auch)
2 Presswehen später um 22:22 hielten wir unsere 2. wundervolle Tochter in den Armen.

Bei uns hatte es der Storch sehr eilig, beide Geburten waren auf ihre Art schön, auch wenn die erste mich schon ziemlich mitgenommen hatte. Das Gefühl der Macht- und Hilflosigkeit, man muss in den Not-OP, aber die Tochter, die gerade geboren wurde, musste ich schreiend zurücklassen, auch wenn der Papa da war, hat sehr lange an mir geknabbert. Ich konnte und kann es bis heute nicht hören, wenn eine der beiden schreit oder weint (2 unter 2).
Mittlerweile habe ich mit meiner Hebamme einiges aufgearbeitet und kann mittlerweile darüber schreiben und reden, ohne dass mir die Tränen kommen. Das hat es mir noch mal umso mehr verdeutlicht, wie wichtig die Arbeit der Hebammen ist.

Trotz oder gerade wegen der beiden Geburten kann ich mir noch ein weiteres Kind vorstellen, aber das dann erst in ein paar Jahren, wenn die beiden Mäuse aus dem Gröbsten raus sind.

Diese spannenden Geburtsbericht hat Denise geschrieben :)

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