AstraZeneca
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AstraZeneca:

Ich bin U60 und habe mich mit AstraZeneca impfen lassen.

Ich habe mich am 15.05.2021 mit AstraZeneca impfen lassen. Mein Mann auch. Es war eine sehr spontane Aktion, obwohl ich mich bereits seit Wochen auf mehreren Impf-Wartelisten tummelte und sogar einen festen Termin für den kommenden Samstag in der Tasche hatte. Dennoch war es im Endeffekt eine sehr spontane Kiste, denn ich wurde ganz plötzlich am Samstagsnachmittag von einer (Frauenarzt-)Praxis angerufen, bei der ich als „wartend“ vermerkt war, weil eine Dosis übrig wäre, die ich haben könne … wenn ich sofort käme. Also stand ich dort nur knapp 10 Minuten später auf der Matte, mit vor Aufregung klopfendem Herzen und einem sehr breiten Grinsen im Gesicht, denn ich wollte diese Impfung wirklich unbedingt. Dass dann noch eine weitere Dosis übrig war und mein Mann sofort hinterherkommen und ebenfalls geimpft werden konnte, war das i-Tüpfelchen für uns. Was hatten wir für ein Schwein!!! Wie dankbar waren wir! Wenn auch ein Mini-Fünkchen Sorge in mir glimmte, denn natürlich war die – trotz der offiziellen Freigabe für alle Impfwilligen ­– immer noch eingeschränkte Empfehlung für U60-jährige nicht spurlos an mir vorüber gegangen. DENNOCH überwog die Freude ganz klar, hatte ich mich doch gut informiert, mich gut aufklären lassen, eine wunderbare Ärztin zur Freundin (danke, Janina!!!), mir wirklich sehr viele Gedanken dazu gemacht und gewissenhaft abgewogen. Deshalb teilte ich mein Glück natürlich auch zeitgleich mit dem Piecks auf meinen Social Media Kanälen und bekam sehr viel wunderbares Feedback. Wie zu erwarten aber nicht ausschließlich. Logisch! Und null überraschend!

Du hast keine Lust oder Zeit, zu lesen? Dann scrolle einfach bis zum Ende des Textes runter und hör dir den PODCAST an!  

„Impfung mit AstraZeneca U60 – ihr seid ja mutig!“

Wie gesagt, waren die meisten Kommentare zu meiner bzw. unserer Impfung mehr als wohlwollend; es wurde oftmals richtig gratuliert, weil man aktuell vielerorts echt einfach froh sein muss, wenn man überhaupt geimpft wird – gerade, wenn man nicht hoch priorisiert ist – und sich die meisten schlicht über jeden „Impfling“ mitfreuen, weil wir ja schließlich ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. Doch einige hatten auch Sorge; Sorge, dass AstraZeneca gefährlich für uns sein könnte und wünschten uns Glück, was ich absolut lieb und immer von Herzen kommend empfand. Und wieder andere verstanden unsere Wahl so gar nicht – weil sie sich niemals mit diesem Impfstoff impfen lassen würden. Um nur einige Beispiele zu nennen:

„Bist du sicher, dass das eine gute Idee war?“

„Hast du dir das gut überlegt?“

„Wow, ihr seid aber mutig!“

„Mir wäre das Risiko dieser Hirnvenen-Thrombose echt zu groß!“

„Wart mal ab, wenn du an der Thrombose stirbst, findest du es nicht mehr so toll!“

„DAS hätte ich nicht gemacht!“

„Hast du mal an deine Kinder gedacht … was ist, wenn du daran stirbst?! Oder ihr beide!“

„Aha, jetzt bist du also ein Versuchskaninchen!“

Auch jetzt noch fragen mich fast täglich Menschen, wie es mir nun geht mit meiner Impfung … erkundigen sich nach den Impfreaktionen bei meinem Mann und mir und schreiben dazu, dass sie so wahnsinnig unsicher sind; dass sie unbedingt eine Impfung wollen, aber eben nur an AstraZeneca herankämen und vor diesem Wirkstoff etwas Angst hätten. Deshalb möchte ich hier jetzt mal in Ruhe die häufigsten dieser Fragen beantworten, betone aber sofort und nachdrücklich: Ich bin KEIN Mediziner! Ich kann nur meine ganz persönlichen Erfahrungen mit diesem Impfstoff wiedergeben und möchte wirklich jedem, der sich impfen lassen möchte (egal mit welchem Impfstoff) empfehlen, sich gut und umfassend zu informieren*, mit dem eigenen Arzt des Vertrauens zu sprechen und eine individuell passende Entscheidung zu treffen. <3

(*wie immer gilt: gute und vertrauenswürdige Informationen erkennt man daran, dass sie emotional neutral transportiert werden, also ohne aggressiven Unterton oder Diskreditierung anderer. Das gilt im Internet, wie auch im Real-Life. ;))

Warum habe ich mich überhaupt impfen lassen?

Ich glaube fest daran, dass die Impfungen wirklich DER Weg zurück in die Normalität sind. Und … noch viel wichtiger für mich persönlich … ICH WILL DIESEN FUCKING VIRUS ECHT NICHT BEKOMMEN! Ich habe Angst vor Corona. Das war nicht immer so. Anfangs dachte ich sogar: „Ach komm, her damit, dann hab ich es hinter mir. Was soll schon passieren? SO alt bin ich ja noch nicht.“ Aber ich habe den Verlauf der Pandemie sehr genau beobachtet, nicht nur in Deutschland, und habe durch LÄCHELN UND WINKEN wirklich sehr, sehr viele Geschichten und Erfahrungen geschickt und erzählt bekommen. Ich lernte einfach irgendwann, den Virus ernsthaft zu respektieren, ihn sogar zu fürchten. Nicht nur, weil mein Körper eh mit verschiedenen Baustellen zu kämpfen hat, sondern weil ich in Sachen Krankheiten schlicht kein Händchen für glückliche, milde Verläufe habe … ich bin mehr so der Typ tief-in-die-Scheiße-greifen. Und auf so eine Beatmungsnummer im überfüllten Krankenhaus oder sogar den Abtritt für immer durch Covid-19 hatte ich nunmal echt keinen Bock. Also wünschte ich mir von Herzen die Impfung und fing bereits viele Wochen, bevor ich auch nur im Ansatz eine Chance darauf hatte, damit an, meinem Hausarzt hart auf den Sack zu gehen, mich auf seine Warteliste zu setzen … und möglicherweise jedem anderen Arzt auch, der mir in die Finger kam auch. ;)

Warum habe ich mich ausgerechnet mit AstraZeneca impfen lassen?

Tatsächlich war‘s mir irgendwann absolut wurscht, welcher Impfstoff nun in meinem Körper für Schutz vor dem Arschkrempen-Virus sorgen würde. Ich lief eine ganze Zeit lang mit ausgefüllten Aufklärungs- und Einwilligungsbögen für AstraZeneca UND Biontech herum, eben für den Fall eines Anrufes, dass ich sofort irgendwo eine Rest-Dosis erhalten könnte. Auch meinen Impfpass hatte ich immer dabei. Klaro! Zugegebenermaßen hätte mein Herz bei Biontech wahrscheinlich etwas weniger schnell vor Aufregung geschlagen, aber da ich wie gesagt eine wunderbare Ärztin zur Freundin habe und mich echt gut informiert hatte, überwog die Freude über die grundsätzliche Impfung, als es dann soweit war.

Hätte man mich vor die Wahl gestellt, wäre es sicher dennoch Biontech geworden. Und wahrscheinlich wäre das in meinem Fall gar nicht mal so clever gewesen, denn nach aktueller Datenlage scheint jeder 10. Impfling mit einer Autoimmunerkrankung (dazu zählt auch mein Hashimoto) keinen Impfschutz bei einer COVID-19-mRNA-Impfung aufzubauen, was ja wohl echt blöd wäre. Wie gesagt, ich bin kein Arzt, aber als ich das gelesen habe, war ich sehr beruhigt und dankbar, dass es bei mir AstraZeneca geworden ist. Als zweites nehme ich wahrscheinlich dennoch Biontech – dann habe ich von allem etwas und so wie es gerade aussieht, scheint das ein sehr gutes Schutz-Paket zu sein. :)

Hatte ich zu irgendeinem Zeitpunkt Angst?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich gar keine Angst vor der Impfung hatte. Wobei Angst wohl etwas übertrieben formuliert wäre. Sagen wir: Ich hatte Respekt davor. ABER neben Gesprächen mit Menschen, die sich damit wirklich auskennen, hat es mir sehr geholfen, einfach mal ein paar Beipackzettel ganz gängiger Medikamente zu lesen. Denn dabei relativiert sich die Gefahr bei AstraZeneca wirklich ganz arg; wir schlucken ohne mit der Wimper zu zucken oftmals sogar regelmäßig Medikamente, die uns echt heftige Nebenwirkungen bescheren könnten und das mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit, zu den Pechvögeln der Statistik zu gehören, als es bei AstraZeneca der Fall ist. Trotzdem habe ich mich selbst zwei Wochen lang sehr gut beobachtet, jeden Kopfschmerz hinterfragt und mich selbst jeden Tag nach potenziellen Symptomen abgeklopft. Völlig übertrieben und weit weg von dem Umgang meines Mannes mit der Impfung. Der war nämlich nach zwei Tagen fertig damit, als seine Impfreaktionen abgeklungen waren. Er hat sich null Gedanken gemacht, hatte null Angst. ICH hatte ihn ja gut informiert und er war sicher, dass alles gut gehen würde. <3

Welche Impfreaktionen hatten wir?

Der Mann fiel sozusagen für 1,5 Tage um. In der Nacht nach der Impfung bekam er Fieber und recht ordentliche Gliederschmerzen und beides hielt sich bis zum nächsten Mittag. Dann war es plötzlich weg und erledigt. Er war zwar noch ein paar Tage nicht auf 100% Leistung, aber das war‘s dann auch.

Ich hatte gar kein Fieber, nur leichte Glieder- und Kopfschmerzen, war dafür aber locker eine Woche lang deutlich schlapper und müder als sonst.

Insgesamt waren wir beide voll zufrieden. Eine Impfreaktion hatten wir ja erwartet und es gab nichts, dass uns krass überrascht oder Sorgen gemacht hat.

War es eine gute Idee, dass der Mann und ich uns gleichzeitig haben impfen lassen?

Öhm, nicht wirklich. :D Aber es war ja auch nicht so geplant. Hätten wir es planen können, hätten wir die Termine sicher lieber versetzt genommen, so dass auch ich einfach mal einen Tag im Bett hätte verbringen können. So waren wir froh, dass ich kein Fieber bekommen habe und mich ganz normal um die Kinder kümmern konnte.

Doch selbst wenn es uns beide umgehauen hätte für ein oder zwei Tage, wäre es ok gewesen … mit viel fernsehen für den Nachwuchs und eventuell etwas Unterstützung durch Freunde, die beim Impfen schon eine Ecke weiter waren. Die plötzlich angebotene Impfung deswegen abzulehnen, ist uns beiden keine Sekunde in den Sinn gekommen.

Wie bin ich überhaupt dran gekommen an die Impfung? Ich war ja im Prinzip in keiner Prioritätengruppe, zu mindestens nicht so 100 % klar.

Ich habe es weiter oben schon mal kurz erwähnt: Ich war einfach sehr penetrant. Ich habe mich bei verschiedenen Ärzten auf Wartelisten setzen lassen und wirklich viel rumtelefoniert. Denn: Viele Praxen impfen aktuell auch Nicht-Patienten … d.h., man kann auch ruhig mal bei Ärzten anrufen, bei denen man noch nie war, die aber vielleicht in der Nähe sind bzw. die man flott erreichen könnte, wäre spontan eine Dosis übrig. Geklappt hat es in meinem Fall in der Frauenarzt-Praxis einer Freundin. Sie hatte dort für mich gefragt, ob ich vielleicht auch auf die Warteliste dürfte; und ich durfte. Nicht nur das, ich bekam sogar ziemlich schnell den ersehnten Anruf. Und nur eine Woche später auch noch von einer anderen Praxis. Klar, ich wohne mitten in der Kölner Innenstadt und hier gibt es viele Praxen, aber ich weiß von einigen Leser:innen, dass es genau so auch in anderen, kleineren Städtchen funktioniert. Ein Versuch schadet nicht! :D

Kann ich die Impfung mit AstraZeneca weiterempfehlen?

Ich betone es nochmal: Ich bin kein Mediziner und es ist eine individuelle Entscheidung, welcher Impfstoff nun der richtige für einen selbst ist – ganz besonders im Hinblick auf Vorerkrankungen. Aber WENN der eigene Arzt oder die Ärztin ein Impfangebot mit AstraZeneca macht und/oder man sich anderweitig gut informiert hat und die Entscheidung selbst treffen kann und sich damit wohlfühlt (wenn in den Medien nicht gerade wieder irgendwelche Hiobs-Botschaften kursieren) … dann würde ICH es jederzeit wieder genauso machen, das Angebot annehmen und damit einen Schritt in eine sicherere Zukunft machen. Als zweites einen anderen Impfstoff wählen kann man ja immer noch, gerade wenn dann wirklich klar ist, dass die Kombi einfach den allerbesten Schutz bietet. Denn das ist ja das Ziel: Geschützt sein gegen das Arschkrempen-Virus Corona.

Also: Bleibt gesund!!!

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr den Beitrag teilt! <3

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3 Kommentare für “AstraZeneca:

  1. Ich wurde im Februar mit Astrazeneca geimpft und hatte ähnliche Nebenwirkungen, ein paar Wochen später kamen dann immer mehr Meldungen über Nebenwirkungen, was mich dann auch etwas nervös machte. Auch als klar war, dass die Nebenwirkungen eher gleich in den Tagen nach der Impfung auftreten. Es war einfach ein sehr mulmiges Gefühl, weil immer mehr Fälle auftraten. Schlussendlich hab ich mich dann aber vor einem Monat bei der Zweitimpfung, nach vielen verschiedenen Informationen, nochmals für AstraZeneca entschieden (hier im Impfzentrum durfte man bei der Zweitimpfung dann selbst auswählen). Ich bin übrigens 31 :-)

  2. Ich wurde berufsbedingt im März mit Astrazeneca geimpft und war echt nervös, da schon viel in der Presse geschrieben wurde. Einen Tag nach meiner Impfung wurden die Impfungen mit dem Impfstoff tatsächlich dann erstmal gestoppt. Ich war sehr verunsichert, konnte aber ja eh nichts mehr machen. Unterm Strich habe ich die erste Impfung aber gut vertragen. Ich hatte etwas Kopfschmerzen, die aber nach ein paar Stunden wie auf Knopfdruck weg waren. Am Freitag folgt meine zweite Impfung dann aber mit Biontech. Ich mag das Risiko nicht mehr eingehen, der mit dem Vektorimpfstoff einhergeht. Trotzdem werde ich wieder aufgeregt sein. Verrückt eigentlich, denn ich lasse mich auch sonst gegen vieles impfen und da gibt es ja auch Risiken, die ich aber tatsächlich besser ignorieren kann als bei Corona.