Geburtsbericht
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Geburtsbericht: Leserin Sina erzählt – Teil 1

Geburt von Nummer 1: Wir kannten uns noch nicht lange und uns war klar, wie wollen eine richtige Familie werden. Ich wurde recht unkompliziert und schnell schwanger, nachdem wir uns dafür entschieden hatten. Die Schwangerschaft war unkompliziert und schön. Ich hab mich recht früh direkt um eine Beleghebamme gekümmert und das Team aus vier Hebammen reihum kennengelernt. Die Vorsorgeuntersuchungen wurden abwechselnd vom Arzt und den Hebammen gemacht. Ich lies insgesamt drei Ultraschalle machen und keine außerordentlichen Untersuchungen. Mein Mann arbeitete ungefähr 1,5 Stunden weit weg und ich redete mir fest ein, wenn er nicht zu Hause ist, kommt das Kind nicht. So war ich jedes Mal entspannt, wenn er ins Auto stieg und weg fuhr. Das neue Jahr brach an und ich hatte eigentlich noch gut Zeit bis zum ET. Er kam planmäßig aus dem 24 Stunden Dienst nach Hause und wir machten uns einen tollen Nachmittag und Abend. Wir schauten einen Film und gingen gegen 23 Uhr ins Bett. Ich schlief recht schlecht ein und wurde gegen eins wach. Ging zur Toilette und hatte auf den Weg einen Blasensprung. Ich rief meinen Mann und er war erstmal recht kopflos und kämpfe mit seinem Kreislauf. Ich rief das Geburtentelefon an (hatte aber den Dienstplan der Hebammen im Kopf) und freute mich über die Stimme meiner Lieblingshebamme. Die schickte mich ins Bett in dem Glauben, dass ich so früh vor Termin vermutlich keine eigenen Wehen entwickeln würde (das sagte sie mir zum Glück erst nach der Geburt). Wir verabredeten uns zum telefonieren am nächsten Morgen. So gingen wir wieder ins Bett. Ich konnte nicht schlafen und lass ein Buch. Gegen drei hatte ich die ersten Wehen. Gegen vier stand ich auf und hielt es nicht mehr im Bett aus. Ich schaute fern und frühstückte. Gegen sechs telefonierte ich mit der Hebamme und weckte mein Mann. Ich sollte mich melden, wenn ich sie brauche oder irgendwas brauche. Gegen neun rief ich erneut an und wir verabredeten uns im Krankenhaus. Gegen 10 Uhr waren wir da. Sie untersuchte mich und war zufrieden. Ich sollte gegen Mittag die erste Gabe Antibiotikum bekommen, da der Blasensprung 12 Stunden her sei. Wir liefen in der Klinik umher und ich blieb immer wieder stehen zum Veratmen der Wehen. Mein Mann aß noch etwas in der Kantine und ich saß mit dem Spuckbeutel daneben, da mir mit jeder Wehe schlecht war. Gegen 15 Uhr wollte ich mich irgendwo ausruhen und hatte das Bedürfnis die Hebamme um mich zu haben. So zogen wir in den Kreißsaal. Ich legte mich etwas hin und schlief zwischen den Wehen. Mit jeder Wehe wurde ich wach, drückte die Hand von meinem Mann, verarmete sie und döste direkt wieder weg. Mein Mann war etwas verunsichert und fragte häufig bei der Hebamme nach, ob alle okay sei, ich sei so abwesend. Aber die deutete es positiv, ich sei so fokussiert und in Trance. Gegen 17 Uhr wollte ich unbedingt auf die Toilette. Daraufhin untersuchte mich die Hebamme zum insgesamt dritten Mal an diesem Tag. Sie sagte mir, wie großartig ich es mache und bestärkte mich, weiterhin voll auf mich und das Baby zu vertrauen. Gegen halb sieben wurden die Wehen intensiver und ich brauchte mehr Unterstützung, da ich kurzzeitig unsicher war, was jetzt passiert. Die Hebamme stellte ein paar Fragen und sagte, dass Baby will nun kommen. Ich völlig perplex dachte, es dauert noch, bisher ging es „zu einfach“. Die Presswehen waren dann sehr intensiv und ich verlor zwischenzeitlich ein paar Mal den Fokus aufgrund der Intensität. Aber ich kam gut wieder zu mir und so hielten wir um 19:11 Uhr unsere kleine Tochter (48cm, 2600g, 37+0) im Arm. Ich wurde mit wenigen Stichen genäht und wir gingen nach der U1 nach Hause. Im Wochenbett wurden wir weiterhin so großartig von der Hebamme unterstützt und wir besprachen die Geburt oft und lange nach. Irgendwie hatte ich so andere Vorstellungen davon, fühlte mich aber so mächtig und großartig wie noch nie im Leben. 

Geburt von Nummer 2: Nach einigen Monaten entschieden wir, dass wir den Abstand zum zweiten Kind nicht allzu groß haben wollen, soweit wir das beeinflussen können. Ich stillte viel und hatte keine Periode. Wir verhüten einfach nicht. Weihnachten wollte ich gern ein kleines Glas Wein trinken, da die Große abends schon vier Stunden ohne meine Milch auskam. Zuvor wollte ich aber (eher aus Gaudi) einen Test machen. Der war überraschend positiv. Ich war echt kurzzeitig überzeugt, der stimmt nicht. So kauften wir kurzerhand noch einen. Auch positiv. Wir haben wohl blind den ersten Eisprung getroffen. Verrückt! So habe ich direkt meiner Hebamme geschrieben, die sich sehr freute und direkt wieder zusagte.  Die Schwangerschaft war wieder unkompliziert und echt entspannt. Wieder ließ ich nur die drei Ultraschalle machen und mich viel von den Hebammen betreuen. Ich genoss die Zeit mit der großen sehr intensiv. Sie war bereits für ein paar Stunden am Tag in der Kita. Die Kita hatte insgesamt vier Schließtage im Jahr. Und an einem Montag war einer geplant. Da wir keine familiäre Unterstützung vor Ort hatten, besprach ich mit zwei Freundinnen, was sein würde, wenn jetzt die Geburt losgehen würde. Fest vorgenommen hab ich mir jedoch von Anfang an, dass die Geburt nachts losgeht, wir die große noch in die Kita bringen, dann ins Krankenhaus und nachmittags der Papa sie wieder abholen kann. Vornehmen kann man es sich ja mal, so dachte ich! 

Abends an dem Schliesstag der Kita sagte mein Mann noch, er hätte keine Lust am nächsten Tag zu arbeiten. Ich sagte, vielleicht müsste er ja nicht, mal sehen. Die große (gerade 1,5 Jahre alt) war super anhänglich in der Nacht und ließ mich nicht los. Als ob sie etwas ahnte. Gegen fünf Uhr hatte ich die ersten Wehen. Gegen sechs rief ich das Geburtentelefon an, wohl wissend, das „meine“ Hebamme Dienst hat. Wir besprachen, wie es mir ging und was ich brauchte. Wir verabredeten uns gegen neun in der Klinik. Wir frühstückten im Bett und ich machte unter Wehen die große fertig. Sie wurden immer intensiver aber gut aushaltbar. Gegen neun waren wir in der Klinik. Mir war wieder mit jeder Wehe schlecht aber sonst gibt es mir gut. Irgendwie dachte ich, es könnte Fehlalarm sein und ließ meine Tasche im Auto. Irgendwie irrwitzig! Die Hebamme schickte mein Mann sie holen und begleitete mich zur „Ablenkung“ zum Ultraschall, nachdem sie mich zuvor untersucht hatte. Vermutlich wollte sie nochmal schauen, wie das Baby liegt. Der Ultraschall war kaum durchführbar, da das Baby schon weit im Becken war. Ich veratmete wieder transartig meine Wehen und war ganz bei mir. Die Kleine wurde per Ultraschall noch auf maximal 3200g geschätzt und wir gingen zusammen zu meinem Mann. Auf dem Weg in den Kreißsaal platzte mir um 11 Uhr die Fruchtblase mitten auf dem Flur, gleichzeitig übergab ich mich. Die Hebamme war etwas irritiert von der Farbe von meinem Mageninhalt, hatte ich doch zuvor noch Pfefferminztee getrunken. Punkt 11 Uhr war ich im Kreißsaal und die Hebamme schlug vor in die Badewanne zu gehen. Beim Wasser einlassen war mir klar, bin ich drin, komm ich nicht mehr raus. Auch der Hebamme war das bewusst, auch ohne Untersuchung. Mein Mann verstand nicht und war irritiert, warum ich nicht mehr raus komme. Wir haben mal besprochen, dass ich mir eine Geburt im Wasser nicht vorstellen kann. Aber es fühlte sich gut an. Und so war um 11:28 Uhr unsere zweite Tochter da. Sie wog 4300g und war 56cm groß (38+3). Die Ärztin vom Ultraschall kam noch mal um sich das anzusehen, so sehr hatte sie sich verschätzt. Aber aufgrund der nicht vorhandenen Regelblutung vor der Schwangerschaft gab es vermutlich auch zu wenig Anhaltspunkte für einen „richtigen“ berechneten ET. Die Kleine war nämlich deutlich reif, eher schon übertragen. So konnte die große wirklich vom Papa am Nachmittag abgeholt werden und wir kuschelten direkt zu viert zu Hause. Dieses Mal war ich nicht so überrascht von der Geburt und brachte deutlich kürzer zum verarbeiten. 

Diese spannenden Geburtsberichte hat Sina geschrieben :)

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