Geburtsbericht
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Geburtsbericht: Leserin Melinda erzählt

Die Geburt meiner ersten Tochter war das, was man als Bilderbuchgeburt bezeichnen könnte. Der errechnete Geburtstermin war der 8.8.16, das wäre so ein schönes Datum gewesen.
Naja, ich habe die Rechnung ohne meine Mama-Maus gemacht. Es war wohl zu gemütlich in meiner Babywohnung ;-). Sie ließ sich Zeit. Rennt ja nix davon (oder aus :D).

Aber von vorne: Nach einer traumhaften Schwangerschaft mit normaler Gewichtszunahme und kaum Beschwerden rückte der Tag immer näher. Aber mein Kind machte keinerlei Anstalten, sich auf den Weg zu machen.
Am Samstag, 5 Tage nach dem ET, dachten wir, ich verliere Fruchtwasser. Also Abends ins KH, aber Fehlalarm. Zumindest durfte ich schon einmal probehalber im Kreissaal liegen und einen Zugang legen lassen ;) .

Sonntag waren noch die Schwiegereltern zum Essen bei uns, Abends waren wir noch in einer Buschenschank (Gaststätte).  Schon den ganzen Tag hat es immer mal wieder gezogen. Ich dachte mir nichts dabei. Das ging den ganzen Tag immer mal wieder so.

Nachts wurde das Ziehen dann häufiger und stärker, aber immer noch fand ich das alles ziemlich schwach und erträglich. Ich wurde davon zwar immer wieder wach, schlief aber bald wieder ein.

Gegen Morgen, am 15.8. wurde es dann doch mehr, also stand ich um 6h auf und stellte mich gaaaanz lange unter die Dusche.
Ich war ja schon ET +8 und noch immer konnte ich mir nicht vorstellen, dass unser Baby bald kommen könnte.
Ich versuchte, die Abstände zu zählen. Irgendwie kam ich auf die glorreiche Idee, nach einer Wehenapp zu suchen und gab die Daten ein, ließ einen Abstand messen, gab die Intensität ein und das erste Ergebnis sagte:” Geburtereignis steht an, fahren sie in ein Krankenhaus.”

Ich dachte nur: “Ja sicher, das wird sicher noch ewig dauern” ( ET+8). Ich begann um 8h30 mit der App.
Inzwischen stand auch mein Langschläfer auf. Als er eine Wehe mitbekommen hat, kam der fachkundige Kommentar:”Das war jetzt aber noch keine richtige Wehe, oder?”(Zu diesem Zeitpunkt waren die Wehen teils echt schon sehr heftig, sodass mir schlecht wurde.) Ich meinte nur: “Ähm, doch!”

Ich hatte auch Durchfall, somit musste ich mir um eventuell unkontrolliert austretenden Darminhalt während der Geburt auch weniger Gedanken machen ;-).

Um 9h meinte ich zu meinem Mann, dass wir heute wohl keinen Fehlalarm haben. Er erwiderte, dass wir mittags noch zu seinen Eltern essen gehen und dann ins Krankenhaus fahren können.
“Wir fahren heute nirgendwo mehr hin, außer ins Krankenhaus!”

Die Wehen wurden nun immer schneller immer heftiger und immer schneller schnell.

Um 10h30 fuhren wir mit dem eigenen Auto los, die Autofahrt dauerte gefühlt ein Jahr. 40min fährt man normalerweise.
Ich hab irgendwann gestöhnt, warum er so langsam fährt.
“Ich fahr schon 110 im 80er!” Wehenabstand 2-3 Min.
Um 11h waren wir im KH. Am Gelände habe ich noch den Fahrer vor uns als A******* beschimpft (natürlich nur für uns hörbar), weil er mir zu sehr dahinschlich. Das war dann der Ehemann von meiner lieben Bekannten (Mama einer meiner längsten Freundinnen), der sie zur Arbeit fuhr. Sie arbeitete nämlich im Kreissaal. Zufällig hatte sie genau um 11h Dienstbeginn.

Ich kam gleich in den Kreissaal, zog mich um, ging aufs Klo, da platzte die Fruchtblase. Alle meine Pläne (Wanne, Herumgehen, Vierfüßler, weil selbstbestimmte Geburt) vergaß ich. Ich wollte nur liegen und dass Mini kommt. Bei der Untersuchung lobte die Hebamme: “Ja, suuuuper, woooow, schon 8cm, da warst du aber schon sehr fleißig!”

Die Hebamme sah auch meine weißen Lippen, sofort bekam ich durch meinen Zugang eine Zuckerlösung. Weil ich nicht gefrühstückt habe, war mein Kreislauf am Boden.

Eine halbe Stunde später 10cm, es ging plötzlich so schnell, aber bei dieser Geburt habe ich nicht geschrien, fand ich total unnötig, hab ich gar nicht verstanden, warum da wer schreit, stöhnen vor Schmerz, ja, aber schreien? Nö! (4 Jahre später bei der Kleinen änderte ich meine hochnäsige Meinung :D).

Endlich durfte ich pressen.

Die Wehen waren aber immerhin stark/heftig genug, dass ich mit letzten Kräften zur Mama meiner Freundin sagte: “Wie konntest du bloß DREI Kinder bekommen?”

Ich wurde fast ohnmächtig, also vom Pressen.

“Reiß dich zusammen, sonst musst du vielleicht noch einmal von vorne beginnen”, dachte ich mir. Gleichzeitig überlegte ich ERNSTHAFT, ob es theoretisch möglich wäre, dass mein Kopf platzen könne vor lauter Pressen.

Es hieß, gleich ist sie da. Ich fragte tatsächlich: “Jetzt schon?” Dann war plötzlich der Arzt da, die Mama meiner Freundin auch (sie arbeitete ja auf der Station, durfte dabei sein). Die Herztöne von meiner Kleinen wurden schwächer, es ging jetzt alles schnell!!!

Es wurde ein Dammschnitt gemacht, von dem ich ehrlich NICHTS mitbekommen habe, weder von der Betäubung, noch vom Schnitt selbst, der Arzt legte sich auf meinen Bauch und half, meine Tochter rauszudrücken und ich dachte nur: Das schaff ich nicht! Und dann, um 12h34 war sie da, unser Feiertagsbaby <3.

Diesen spannenden Geburtsbericht hat Melinda geschrieben :)

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