Kleinkind und Mama
Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 34. (Lebens-)Monat

Ich versuche, diese Wochen besonders zu genießen, weil sich ja schon bald unser Alltag – also der des Krümelchens und meiner – total ändern wird. Also bereiten wir uns langsam darauf vor, dass auch mein “Baby” ein Kita-Kind werden wird und auch mal OHNE die Mama in die Welt hinauszieht. Hach … <3

Du hast keine Lust oder Zeit, zu lesen? Dann scrolle einfach bis zum Ende des Textes runter und hör dir den PODCAST an!  

KLEINKIND-STATUS:

Körperchen: Körperlich tut sich meines Erachtens gerade gar nicht so viel. Weder wächst er dolle, noch wird er schwerer. Vielleicht hat er eine Sommerpause eingelegt und „explodiert“ dafür im Herbst in alle Richtungen. Trotzdem höre ich von Freunden immer öfter, dass er sich im Gesicht verändert, die Babyzüge langsam verschwinden. Ich sehe das nicht. Ich sehe immer noch mein Baby mit den süßen Pausbäckchen. Und finde das sooo schön! <3
Können/Verhalten: Ganz im Gegensatz zum Stillstand des Wachstums, scheint der kleine Mann in Sachen Können und Verhalten aktuell den Turbo gezündet zu haben. Er redet wie ein Wasserfall (allerdings oft mit Schnulli und dann versteht man natürlich nix), möchte so ziemlich ALLES alleine und gerne auch OHNE seine Schwester machen, und begeistert gefühlt ständig mit neuen Auswüchsen der Trotzphase. Ich komm manchmal gar nicht hinterher. Glücklicherweise aber gibt es auch Konstanten, wie zum Beispiel die ewige Rollenspielerei, mit der wir echt viel Zeit an den Vormittagen verbringen. Während die Tochter in diesem Zusammenhang am liebsten Phantasiegeschichten spielt, liebt das Söhnchen den Alltag als Szenario. Wir spielen also Mutter, Vater, kleiner Bruder und große Schwester, kochen und essen dann zusammen von buntem Puppen-Geschirr und gehen schlafen … ganz egal, ob wir mit Plüschtieren, Paw Patrol Hunden oder Einhörnern spielen. Zugegebenermaßen nervt es mich manchmal ein wenig, aber hauptsächlich ist es einfach nur Zucker. <3
Schlaf-Elend: Ach, was soll ich sagen … manchmal schlafen wir ein bisschen, manchmal nicht ;) Was mich aber tatsächlich längst mehr stresst, als das Fehlen von mehreren Stunden Schlaf am Stück, ist eigentlich, dass es so ewig dauert, bis der Floh einpennt. Ganz egal, wann wir ins Bett gehen und wie müde er ist: Es dauert eine Stunde, zum Teil länger, bis er ins Land der Träume eincheckt. Und während er ums wegduseln kämpft, will er meine nackten Oberarme kneten. DAS nervt mich so ein KLITZEKLEINES bisschen … irgendwann ist es sogar richtig unangenehm. Ich weiß gar nicht mehr genau, wann er damit angefangen hat, aber es ist noch nicht lange her. Vor ein paar Wochen, glaube ich, als es zum ersten Mal länger heiß war. Tja, ICH dachte ja, derlei Ticks eignen sich nur Babys oder noch ganz kleine Kleinkinder an … aber da hab ich mich wohl getäuscht. :D

MAMA-STATUS:

Körper: Ich wollte meinem Körper, unserem Geldbeutel und der Umwelt gerne etwas Gutes tun und habe deshalb doch endlich mal eine Menstruationstasse ausprobiert. Die Phase, in der ich über dieses „Tool“ wie ein Teenie gekichert habe, ist glücklicherweise vorbei ;) und außerdem kenne ich mittlerweile so viele Frauen, die damit hervorragend klarkommen. Und da die Stärke meiner Periode nach den Geburten echt zugenommen hat, mein Körper allerdings gleichzeitig beschloss, keine Tampons mehr zu vertragen, klang die Idee mit der Tasse immer besser für mich. Also hab ich es mal getestet, bekam jedoch leider ziemliches Bauchweh davon und dann das dumme Teil kaum mehr ans Licht. Ergo: Erster Versuch ist gescheitert und ich hatte für diese Runde die Nase voll davon. Trotzdem denke ich, dass ich der Nummer noch eine Chance geben werde. Vielleicht. ;)
Und sonst so: Ich möchte es zwar nicht beschreien, aber ich glaube, ich bin raus aus meinem persönlichen Sommerloch, das ich im letzten Monat leicht jammerlappig beklagte. Mir selbst geht’s deutlich besser und es passieren mir bzw. uns auch nicht mehr dauernd irgendwelche kleineren oder größeren Unglücke – definitiv eine Verbesserung der Gesamt-Situation, die sicher noch einmal schöner wird, wenn der Mann im August endlich etwas Urlaub hat. Ich freue mich drauf!

Ich wünschte, ich könnte an dieser Stelle den Rocky Balboa Sieges-Song einblenden, denn ich habe wahrlich GROSSES zu verkünden: Der Krümel lässt sich neuerdings DIE HAARE WASCHEN!!! MIT SCHAUM!!! Es ist so krass, dass ich es manchmal selbst noch nicht glauben kann! Schließlich hat er sich sonst ja sehr verlässlich die Lunge aus dem Hals gebrüllt und so getan, als würde ich ihn mit Säure übergießen wollen, sobald ich mich auch nur mit Wasser seinem Kopf genähert habe. Nun geht es problemlos. Ich vermute, es könnte ein Zusammenhang mit den ausgelassenen Wasserschlachten an Brunnen mit der großen Schwester bestehen und werde Leid geplagten Eltern Haarwasch-scheuer Kinder zukünftig diesen Tipp geben. Sommer wie Winter. Das Ergebnis zählt. ;)

Nicht ganz so fantastisch wie das Haare-waschen aktuell, lief das Schnupper-Stündchen in des Krümelchens zukünftiger Kita-Gruppe. Wie ich es bereits befürchtet hatte, klebte der kleine Floh an der Mutti wie ein Kaugummi unterm Schuh, mochte weder im Raum irgendwas anschauen gehen, noch mit den anderen Kindern Kontakt aufnehmen. Ohne sein „externes Selbstbewusstsein“ (seine Schwester), bewegt sich der Krümel eben nicht von Muttis Seite weg … selbst dann nicht, wenn es überall neue Spielsachen zu entdecken gibt.
Dass eine der beiden eigentlich wirklich sehr netten Erzieherinnen ihn während unseres doch recht kurzen Aufenthaltes immer wieder ungefragt anfasste, half da leider auch nicht. Im Gegenteil. Und ich kann es ehrlich gesagt verstehen, denn ich mag ebenso wenig von Fremden angefasst werden – und für ihn war diese Frau nun mal fremd. „Uh, dass wird aber schwer mit ihm – ich kann ja gar keinen Kontakt zu ihm aufbauen“, sagte die durch seine Ablehnung sichtlich frustrierte Erzieherin nach nicht mal einer halben Stunde Kennenlern-Zeit, was mir schon irgendwie leid tat, aber auch einen Druck aufbaute, den ich diesmal definitiv nicht wollte. Umso glücklicher war ich, als wir wenige Tage später das Angebot erhielten, den Krümel in die selbe Gruppe wie seine Schwester zu stecken. Tschakka!!! Beide Kinder freuten sich augenblicklich ein Loch in den Bauch und feierten die Aussicht auf ein wirklich GEMEINSAMES Kita-Jahr wie einen Lotto-Gewinn. Allein – ohne seine Schwester als Back-Up – wird der Floh also erst später in der Kita sein. Wenn er völlig akklimatisiert und an die ganze Kita-Nummer gewöhnt ist.

Ich bin sehr erleichtert und dankbar für diese Wendung, denn ich hatte echt Schiss davor, dass diese Eingewöhnung möglicherweise sogar noch schlimmer werden könnte als die der Mausemaus. Und damals hatte ich als HALT für mich wenigstens die Schwangerschaft bzw. die Aussicht darauf, bald wieder ein Baby im Arm zu halten und dafür Zeit haben zu müssen und zu wollen. Diesmal markiert die Eingewöhnung des Krümelchens auch für mich das Ende einer Phase, nämlich der, Vollzeit-Mama zu sein. Natürlich freue ich mich auf einige Faktoren, die diese Veränderung mit sich bringen wird … zum Beispiel die Möglichkeit zu haben, mal wieder irgendetwas für mich zu tun, allein zum Arzt zu gehen oder auch schlicht konzentriert zu arbeiten, sitzend an einem Tisch, während ich noch fit und wach bin. Dennoch hab ich auch ein wenig Angst oder wenigstens Respekt davor, nicht mehr ständig mindestens eines meiner Kinder um mich zu haben. Ich bin so ein enormes Gewohnheitstierchen und ich war jetzt fast 6 Jahre so gut wie nie allein – das wird schon eine Umstellung werden. Plötzlich wieder selbstbestimmt zu handeln, wenigstens den halben Tag über. Eine schier verrückte Vorstellung, an die ich mich langsam rantasten muss, so bescheuert das auch klingt. :D

Bevor das alles losgeht, unserer neuer Alltag, werden der Krümel und ich noch abstillen. Diesmal wirklich, denn es ist Zeit. UND ich will mich gerne Ende August tätowieren lassen. ;) Vielleicht ist dieser Termin das i-Tüpfelchen auf meiner bisher doch noch mangelhaften Motivation, das mit dem Abstillen endlich ernsthaft durchzuziehen, und wir schaffen es jetzt. Wir sind schon recht weit fortgeschritten; stillen nur noch, wenn es ans schlafen geht und das eigentlich wirklich ohne Stress. Es ist also tatsächlich der richtige Moment gekommen. Hach ja, so viele Veränderungen stehen an. Aber ich glaube, sie werden uns insgesamt alle guttun. <3

▼ Jetzt den PODCAST anhören!  ▼

Dieser Text ist ebenfalls erschienen auf Eltern.de <3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Ein Kommentar für “Krümel-Chroniken: 34. (Lebens-)Monat