Geschwister
Geschwister-/Krümel-Chroniken

Geschwister-Chroniken: Teil 8

Die letzten Wochen waren anstrengend. Waren sie echt. ABER ich muss auch sagen, dass es durchaus positive Aspekte an dieser sehr vielen Zeit zusammen gibt. Die Geschwister-Beziehung ist definitiv noch inniger geworden und mir geht wirklich ganz arg das Herz auf, wenn ich sehe, wie sehr die beiden einander lieben. Hach, da verdrückt die Mutti doch glatt hin und wieder ein Tränchen der Rührung wegen.

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SÖHNCHEN-STATUS:

3 JAHRE 8 MONATE
Dieser kleine Floh wärmt echt jeden Tag mein Herz. Er ist so unfassbar niedlich zurzeit, dass ich mich wirklich nur sehr schwer davon abhalten kann, ihm ständig vor Liebe durchs Gesicht zu lecken. ALLERDINGS geht es ihm mit mir offenbar ähnlich, denn er klebt aktuell wieder an mir, als wäre er regelrecht an mich getackert. Nachts schläft er mit mindestens leichtem Körperkontakt durch eine nach mir ausgestreckte Hand. Nach dem wachwerden müssen wir erst einmal ausgiebig kuscheln und zwar am besten im Bett UND auf der Couch. Beim Frühstück schmiegt er sich dann eng an mich. Und auch während des restlichen Tages „dockt“ er immer wieder für ausgiebige Kuschelzeiten an, um Mama-Liebe zu tanken. Das ist zuckersüß und ich liebe es sehr, aber es ist durchaus auch etwas anstrengend, weil ich ab und an doch ganz gerne mal meine Arme benutze oder ohne Kind auf dem Schoss auf dem Klo sitzen möchte. Ich weiß, ich bin komisch! ;)

Davon abgesehen macht er vor allem sprachlich gerade echt krasse Fortschritte. Ich weiß gar nicht genau, woran es liegt – ob daran, dass er so viel Zeit mit uns Erwachsenen verbringt (was ja eigentlich nicht neu ist) oder vielleicht ebenfalls ein bisschen an der Mehr-Zeit vor der Glotze (natürlich nur ausgewählt pädagogisch wertvolles Programm … *hust*). Ganz egal, was die Basis für diesen stetig wachsenden Wortschatz und das Dauergequassel ist: Das Kind redet wie ein Wasserfall und überrascht uns täglich mit neuen Formulierungen.
Richtig SCHWIERIG finde ich den Umstand, dass er im Moment so überhaupt nicht mit negativen Reaktionen meinerseits umgehen kann. Noch schlechter als sonst, würde ich sogar behaupten und es war ja eigentlich schon immer problematisch, wenn ich mal mit ihm schimpfen musste, weil er irgendeinen Mist gemacht hat. Nun nimmt er es noch schwerer, bricht sofort in Tränen aus und ist absolut untröstlich. Aber Grenzen ziehen muss ich ja. Und sagen, wenn er mir wehtut auch. Naja, ich denke, es ist der besonderen Situation geschuldet, in der wir immer noch stecken. Und dass er noch zu klein ist, sich anders auszudrücken als mit einem dünnen Nervenkostüm und Tränen. Ich verstehe das. <3

TOCHTER-STATUS:

6 JAHRE 7 MONAT
Immer wieder muss ich mir selbst sagen: Sie ist erst 6! Sie ist auch noch klein. Das vergesse ich manchmal, wenn sich meine 129 cm lange Tochter an mich schmiegt und Sätze vom Stapel lässt, die ich frühestens in zwei Jahren von ihr erwartet hätte … oder mir mal wieder den letzten Nerv raubt, weil sie die Nummer mit der Wackelzahn-Pubertät echt ernst nimmt. Vor allem aber liegt es wahrscheinlich daran, dass sie eine große Schwester und das dann wohl einfach ihr Los ist, wie bei den meisten GROßEN Geschwistern: Aufgrund der kleinen Geschwister neben ihnen wirken sie älter, als sie eigentlich sind. Ich bemühe mich aber, es klarer zu sehen und mich selbst daran zu erinnern, dass auch die Mausemaus noch lange nicht so groß ist, wie SIE gerade am liebsten schon wäre.
Das Thema ist im Moment wirklich sehr wichtig. Groß sein. Wow, das ist das Ziel! Ist ja auch klar, denn die Einschulung steht vor der Tür – so Corona will – und als Schulkind beginnt schließlich ein neuer Lebensabschnitt. Allerdings sieht mein Kind die Besonderheit dieses Schrittes nicht darin, dass sie dann Lesen und Schreiben lernt, sondern das sie ihrer Meinung nach alt genug ist, sich selbst einen Hunde-Welpen zu kaufen. Von dem Geld, dass sie mit dem Vertrieb von gefundenen Steinen erwirtschaftet. Joa, warten wir es ab, würde ich sagen, denn außer ihr möchte aktuell niemand in der Familie ein Haustier anschaffen. ;)

Ich bewundere meine Tochter sehr. Für solche Ideen, aber vor allem dafür, wie sehr sie daran glaubt. Sie ist so selbstbewusst, so mutig und so positiv … da kann ich mir ganz arg eine Scheibe von abschneiden, denn nicht nur als Kind war ich ganz anders als sie, sondern auch heute noch stehe ich in diesen Punkten weit hinter ihr zurück. Und obwohl ich natürlich weiß, dass sie niemals all ihre Ziele erreichen wird (die Sache mit dem Hund z.B. wird wohl eher nicht so laufen, wie sie es plant ;) ) wünsche ich mir doch von Herzen für sie, dass ihre Basis, diese Power und das stetige Lächeln, ihr immer erhalten bleiben.

MAMA-STATUS:

So alles in Allem: So viele Wochen schon steht unser aller Leben Kopf und die meisten von uns vermuten wohl, dass es noch länger so bleiben wird. Ich auch. Normalität wie wir sie kennen und lieben – bis ins kleinste Detail – wird sicher noch etwas auf sich warten lassen, ABER nichtsdestotrotz muss ich sagen, es geht mir im Moment gut. Wir haben uns schön eingegroovt in unserem Homeoffice-und-alle-sind-Zuhause-Leben. Allerdings ändert sich das ja nun auch schon wieder. Und das lässt meinen Puls etwas steigen. Ich bin ja nicht so der Typ für Chaos. Deshalb nervt es mich schon jetzt, dass ich nicht genau weiß, wann welches Kind wie lange in die Kita oder Schule gehen wird. Dass das Homeoffice des Mannes höchstwahrscheinlich endet, bevor alle Kinder in irgendeiner Form regelmäßig in die Betreuung können. Und dass ich dann wohl mit dem Problem, wann ICH denn dann in Ruhe arbeite, alleine dasitzen werde, wie unzählige andere Mütter auch. Also ja, im Moment geht’s mit gut, aber unterschwellig merke ich, dass mein Nervenkostüm sehr dünn ist und sich Wut vorbereitet. Vielleicht ist das der richtige Moment, um es wirklich mal in Ella-Manier zu versuchen: Was auch immer da kommt, wir werden es schon schaffen, weil wir uns alle lieb haben und eine Familie sind. Vielleicht ist das der bessere Weg, als jetzt schon in Panik zu geraten und mir den Schlaf von Sorgen rauben zu lassen. Ich versuch‘s einfach mal. ;)

Ich bin so irre dankbar dafür, dass die beiden Kinder einander haben und sich so liebhaben. Nicht auszudenken, wie anstrengend die letzten Wochen gewesen wären, wenn die beiden Geschwister nicht so einen guten Draht zueinander hätten und so gerne zusammen spielen würden, wie sie es eben tun. Klar, hier läuft zugegebenermaßen auch echt nicht wenig die Glotze mit Disney-Filmen und Serien, aber sie verbringen vor allem richtig viel tolle Zeit miteinander, bauen gemeinsam Buden mitten im Wohnzimmer und kümmern sich im intensiven Spiel um ihre Babys. In des Krümels Fall übrigens ein Roboterbaby – aber das ist ja eigentlich absolut logisch. :D

Dank des guten Wetters waren wir wieder sehr oft am Rhein und haben uns Strandtage gegönnt. Fast wie im Urlaub, was gut ist, da dieser ja wohl ausfallen wird. EIGENTLICH wollten wir die letzte Chance nutzen, außerhalb der Schulferien zu verreisen, aber dieser Zug ist ja nun abgefahren und wir waren leider nicht an Bord. Was soll‘s. Es geht auch ohne und Urlaub ist zumindest für mich nicht das Wichtigste – der Mann sieht es etwas anders. ;)

Ich versuche seit einiger Zeit, die Mausemaus wenigstens gedanklich auf den Wechsel in die Schule vorzubereiten – ein richtiges Vorschulprogramm spule ich hier jedoch nicht ab. Zum einen, weil ich es nicht kann, zum anderen, weil ich nicht die Zeit dafür finde. Aber eventuell ändert sich das noch in den nächsten Wochen. Wir reden stattdessen sehr oft darüber, wie es möglicherweise sein wird mit der Schule – so ganz genau kann es aber ja niemand sagen, deshalb möchte ich ihr auch nicht zu viel versprechen. Was sie etwas belastet ist, dass sie keine richtige Abschiedsparty in der Kita haben wird. Und auch, dass die letzte Zeit nicht NORMAL wird. So gerne hätte sie all ihre Freunde nochmal um sich gehabt … dazu wird es bei uns jedoch eher nicht kommen. Es tut mir schrecklich leid für sie und ich hoffe, ich kann das irgendwie auffangen.

Dem Krümel fehlt die Kita bisher null. Ich befürchte wirklich, er hat komplett damit abgeschlossen. Angeblich soll er zwar vor den Ferien zwei Tage gehen dürfen, aber zu diesem Zeitpunkt war er dann drei Monate nicht dort und darf natürlich auch nicht von mir hineinbegleitet werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er das macht. Dass er einfach losmarschiert. Ich bin gespannt. Wir werden es anbieten, ausprobieren, aber nicht erzwingen. Zwei Tage nach drei Monaten vor den nächsten drei Wochen Pause?! Wie sollen so kleine Flöhe das verstehen? Hach, ich versuche ja, positiv zu bleiben … aber die Situation für die Kids macht es schwer. ;)

Trotzdem: Wenn ich die zwei abends ins Bett bringe und wir nochmal über den Tag sprechen, lächeln sie, lachen miteinander und sind glücklich (außer ich habe die falsche Flasche ans Bett gestellt, ist klar?!). MEHR kann man aktuell nicht erwarten. Oder? ;)

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr diesen Text teilt :-*

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