Corona-Updates 18
Corona Neu

9 persönliche Corona-Updates aus aller Welt: Teil 18

Es ist soweit … dieses Update hier macht ein ganzes Jahr regelmäßige Corona-Updates aus aller Welt voll. Das erste Update erschien am 28. März 2020 und wir alle hatten keine Ahnung, wie oft und wie lange wir dieses Format zusammen erstellen und lesen würden. Wir hofften, es würde nur ein paar Monate „gebraucht“ werden, um mehr zu erfahren als nur den normalen Pressekram; mehr von Familien zu lesen, die alle in der selben Situation stecken … aber eben in ganz unterschiedlichen Ländern. Es ging darum, wirklich über die eigenen Grenzen hinauszusehen, sich zu informieren und gleichzeitig zusammenzustehen. Das tat jedes Mal gut, wenn es uns manchmal auch Angst machte oder die Sorgen umeinander aufflammen ließ. Vor allem aber tat es immer gut. Und das tut es noch, denn diese Updates sind etwas ganz besonderes und ich bin jedes Mal für jedes einzelne dankbar. <3

Trotzdem habe ich damals wirklich nicht damit gerechnet, so lange Updates zu veröffentlichen. Aber die Krise scheint in vielen Ländern kein Ende nehmen zu wollen. Es zieht sich wie Kaugummi, macht uns müde und mürbe. Mich persönlich beschäftigt da das Thema Impfen ganz besonders, weil es bei uns in Deutschland nur so schleppend voran geht. Deshalb habe ich die LÄCHELN UND WINKEN-Korrespondenten diesmal explizit nach dem Impf-Status in ihrem Land gefragt. Wie es in diesem Punkt gerade läuft und wie es sich anfühlt. Weil es MICH so interessiert :D

Mit dabei sind grundsätzlich immer – je nachdem wie sie es zeitlich schaffen oder was es zu erzählen gibt – Eltern bzw. Mütter aus folgenden Ländern:

  1. Norwegen
  2. Schweiz
  3. Formentera
  4. Dänemark
  5. Niederlande
  6. England
  7. Deutschland
  8. Österreich
  9. Portugal
  10. Shanghai/China
  11. LA / USA
  12. Texas / USA
  13. Kalifornien / USA
  14. NY / USA
  15. New Jersey / USA
  16. Moskau /Russland
  17. Spanien
  18. Stockholm/Schweden
  19. Transsilvanien/Rumänien
  20. Italien
  21. Belgien
  22. Brasilien
  23. Singapur
  24. Island
  25. Südafrika
  26. Australien
  27. Neuseeland
  28. Peru

Es machen nicht alle jedes Mal mit, aber doch so oft es ihnen (trotz Kinder, Arbeit, Krankheit, Krisen und Hüttenkoller) möglich ist. Und ich bin dankbar FÜR und gespannt AUF jeden dieser Einblicke!

Corona-Updates:

Mit dabei sind diesmal Johanna aus Peru, Gina aus Südafrika, Anni aus New Jersey/USA, Anke aus England, Rike aus Australien, Doris aus Russland, Saskia aus Island, Charlotte aus Kalifornien/USA und Anke aus Deutschland.

Peru

Hallo aus Peru!

Wir sind mal wieder im Osterlockdown wie wahrscheinlich auch viele andere. Der Lockdown geht aber nur 4 Tage, wie sinnvoll ist das denn bitte? Wahrscheinlich, damit sich das Virus dann zu den Wahlen am 11. April so richtig schön verbreiten kann.

Hier ist die brasilianische Variante ganz aktiv und jeder 2 Corona-Fall kommt von der brasilianischen Variante.

Auch geimpft wird hier. Aber es ist das totale Chaos. Impfdosen verschwinden oder es impfen sich einfach Leute, die gar nicht dran sind. Bis jetzt sind erst 0.9% der Bevölkerung geimpft. Es gibt zwar einen Plan, aber der wird auf keinen Fall eingehalten werden können. So sollten z. B. die Wahlhelfer zur Wahl geimpft sein, aber das wurde bereits zurückgenommen, weil es nicht eingehalten werden kann. Im Moment werden die über 80 jährigen geimpft, die aber eigentlich erst in Phase 2 dran sind. Wozu man einen Plan macht, wenn man dann sowieso nach Lust und Laune impft, verstehe ich nicht. Ich habe das Gefühl, dass es hier überhaupt nicht vorwärts geht und wir quasi auf der Stelle treten. Die Hoffnung, dass wir das Virus je wieder loswerden (also, dass es einfach weniger wird) verschwindet jeden Tag mehr. Ich persönlich bin natürlich noch nicht geimpft, ich bin auch nicht so sicher, ob ich mich impfen lassen möchte, aber bei dem Impftempo was Peru vorlegt, habe ich vermutlich auch noch lange Zeit, um darüber nachzudenken…

Tja, ansonsten harre ich der Dinge die da kommen. Ich habe das Gefühl, da kommt noch einiges auf uns zu mit der brasilianischen Variante, die so hoch ansteckend ist und der kommenden Wahl, bei der so viele Menschen aufeinander treffen. (In Peru herrscht Wahlpflicht. Wer nicht wählt, muss eine Strafe zahlen). Und das direkt nach den Osterfeiertagen, wo sich bestimmt viele Familien heimlich getroffen haben.

Etwas Schönes gibt es aber auch noch: Mein Sohn wird am Tag der Wahlen 10 Jahre alt. Letztes Jahr war ja Lockdown und so konnte nur das Nachbarskind dabei sein. Dieses Jahr darf noch ein weiterer Freund kommen und es wird eine Mini-Party zu 3 geben.

Ich wünsche euch allen Frohe Ostern!!

Liebe Grüße aus Lima,
Johanna

Südafrika

Hallo, ich bin Gina und ich lebe mit meinen Söhnen und meinem Mann an der Ostküste Südafrikas.

S.A. begann Mitte Januar mit dem Impfen. Es wurde zuerst das medizinische Personal geimpft, damit soll man Ende des Monats durch sein. Im Anschluss soll begonnen werden alle Personen über 60 Jahre und Personen die Vorerkrankungen haben zu impfen. Geimpft wird in allen möglichen Einrichtungen, wie Krankenhäusern, Arztpraxen aber auch „Gemeindehäusern“, Versammlungszelten und anderen (zum Teil) religiösen Räumlichkeiten. Besonders in den ländlichen Gebieten stelle ich es mir sehr schwierig vor, die Menschen zu erreichen und daher ist es wichtig, alle Kapazitäten zu nutzen. Vielleicht wundert sich der/die Ein(e) oder Andere über die eher junge Altersgrenze von 60 Jahren. In Deutschland wären dies extrem viele Menschen, in Südafrika liegt die Lebenserwartung bei lediglich 63,86 Jahren (www.statista.com letzter Zugriff 02.04.2021) Daher ergibt sich eine überschaubarere Gruppe. Jedoch sind lange nicht alle Menschen registriert, haben also keine Papiere und sie gibt es daher schlicht nicht. Im Grunde weiß also niemand, wie viele Menschen hier tatsächlich leben. Eine Koordination der Impfdosen und die gesamte Logistik ist daher sicher immens schwierig.

Ich persönlich finde den Umgang mit den hiesigen Rahmenbedingungen erstaunlich gut. SA schreckte im Januar nicht zurück, „einfach“ anzufangen und arbeitet sich Schritt für Schritt voran.

Liebe Grüße aus SA,

Gina

New Jersey / USA

Hallöchen an alle aus NJ,

die Corona Situation ist hier, ich möchte es kaum aussprechen, tatsächlich entspannt wie lange nicht. Natürlich gehören Masken zum Alltag, wir vermeiden große Gruppen und sind vorsichtig mit Aktivitäten wie Spielplatz und Co. aber irgendwie läuft es doch inzwischen sehr gut. Teils, weil wir uns vielleicht daran gewöhnt haben, teils, weil die Kids es so super mit machen, aber eben auch weil unser Staat New Jersey gute, vorsichtige Schritte macht. Meine Große geht seit einigen Monaten wieder mit der vollen Anzahl der Kinder in die Schule, geht zum Ballett und anderen Aktivitäten. Die Klasse musste einmal daheim bleiben, wegen eines Covid Falles, da gab’s dann einige Tage zur Sicherheit für den Großteil der Klasse Zoom Unterricht. Aber dann ging es wie gewohnt weiter. Und es funktioniert!

Die Zahlen generell in unserer Town sind zwar wieder höher, durch unternehmungslustige Teenager und Familien die nicht ganz so überzeugt von Covid sind, ABER insgesamt sind wir sehr weit von einem Lockdown oder ähnlichen entfernt. Von Deutschland, hört man da ja ganz andere Dinge.

Und auch das Impfen läuft in New York und New Jersey super! Selbst ich, als deutsches Au Pair in den Staaten, konnte mir meinen kostenlosen Shot buchen (mit Nachweis hier aktuell zu leben), der zweite Shot des Pfizer Impfstoffs steht dann morgen für mich an! Und kaum zu glauben, ich konnte sogar wählerisch sein. Obwohl es teilweise schwierig ist, einen Termin zu bekommen, hätte ich entweder zu CVS (Drogerie/Apotheke) gehen können (unwissend, welchen Impfstoff ich bekommen würde) oder, wie ich mich entschieden habe, zu einer richtigen medizinischen Gruppe mit Krankenhaus und Co., wissend, dass dort Pfizer verwendet wird. Und zack, direkt beim ersten Versuch einen Termin zu buchen, klappte es!

Der Unterschied zu Deutschland? Die Menge an Impstoff, aber auch die Registrierung. Kaum zu glauben, aber hier zählt man als Raucher oder auch als Person mit leichten Übergewicht als „Risikopatient“ und darf sich impfen lassen. Und wenn man dann einfach das System etwas austrickst … ich möchte nichts behaupten, aber die Anzahl der Raucher in New Jersey ist seit dieser Regelung dramatisch angestiegen. :)

Außerdem wurde Anfang/Mitte März dann die nächste Gruppe eröffnet, wozu Lehrer und der Bereich der Kinderbetreuung gehören. Also bin ich eines Nachts einfach bis 12 wach geblieben (dann werden die neuen Termine hoch geladen), habe meine Daten eingegeben und warum ich berechtigt bin, mich impfen zu lassen und tadaa, eine Woche später hatte ich die Nadel im Arm. Das ist vermutlich auch ein Grund, wieso es besser wird, die Impfbereitschaft ist riesig und das Impfen geht stetig voran.

Wieso es in Deutschland nicht so läuft im Bezug auf Impfen, Schule und dieser andauernde Lockdown, kann ich bisher nicht verstehen. Meiner Meinung nach ist gerade New Jersey ein super Beispiel, dass es klappen kann. Seit März letzten Jahres, als alles anfing und abgeriegelt wurde, waren wir nicht mehr im Lockdown, es ging immer nur bergauf. Meine 6 Jährige geht seit September letzten Jahres halbtags! in die Schule und trägt einfach ihre Maske. Mein 3 Jähriger geht seit November in die Schule und trägt ebenfalls Maske. Natürlich sind wir weit entfernt von „normal“, aber der Alltag funktioniert, das Impfen funktioniert und sogar das Reisen wird nun sogar wieder mehr Thema.

Inzwischen habe ich tatsächlich richtig Bammel, im Juli nach Deutschland zurück kommen zu müssen, nicht nur, weil ich den Eindruck habe, dass es noch eine ganze Weile richtig mies dort laufen könnte, sondern auch weil ich mich frage, wie es beruflich weiter gehen wird mit der aktuellen Situation dort.

Ich wünsche euch allen Frohe Ostern und stay safe, masks up! :)

Anni

England

Hallo aus England,

Anke hat um ein Update bezüglich der Impfkampagne zu geben.
Ihr habt bestimmt in den Nachrichten gesehen, dass Grossbritannien bereits 46% der Bevölkerung mit einer Dosis geimpft und fast 6% haben beide Dosen Impfstoff erhalten.
Zur Zeit können sich alle im Alter von 50+ impfen lassen, sowie diverse Risikogruppen, Berufsgruppen der sozialen Arbeit (Krankenhaus, Pflege, Erziehung und der gleichen) und diejenigen, die einen Angehörigen in einer Risikogruppe pflegen.
Obwohl die Impfrate hoch ist, bleiben die Massnahmen strikt und werden erst nach und nach gelockert. Es macht mir trotzdem Sorge – wir alle sind der Massnahmen müde, das ist hier nicht anders als bei euch auch. Mir graut es vor einem Massenandrang auf z. B. Indoorspielplätze wenn diese wieder auf haben oder Gott und die Welt wird versuchen sich in den örtlichen Parks und Wäldern zu treffen, am besten alle an dem ersten Tag, an dem das wieder möglich ist.

So wie es aussieht, werden mein Mann und ich im Juli oder August geimpft sein. Ein schwacher Trost dafür, dass dann Besuche meiner Familie in Deutschland vermutlich weiterhin nicht möglich sein werden. Aber ich hoffe, dass Zugang zum Impfstoff bald auf der ganzen Welt in genügender Anzahl gegeben ist, so dass wir Erwachsenen wieder realistisch von unserem normalen Leben träumen können. Meine Kinder sind fast zu klein (2 & 5 Jahre alt), um sich an alles zu erinnern, was wir vor der Pandemie gemacht haben und vermutlich müssen wir ein neues Mittelmass finden, damit wir uns alle wohlfühlen können.

Nach anfänglichem Zögern der Regierung zu Beginn der Pandemie Massnahmen zu ergreifen, scheint die Impfung jedoch volle Priorität zu haben. Ich sehe da ein wenig das schlechte Gewissen, dass hier so viele Menschen gestorben und eine grosse Anzahl an long Covid erkrankt sind, ganz zu schweigen von den anderen Auswirkungen finanziell, physisch und der gleichen.

Ich wünsche euch einen ebenfalls langen Atem was die Massnahmen und Impfung angeht: ich weiss, wie schlauchend es ist und hoffentlich können wir bald etwas verschnaufen.

Viele Grüße von der Insel.
Anke

Australien

G‘Day Mates! Ich bin Rike und wohne mit meinem Mann und meinen beiden Kindern (5 und 8 Jahre) in Sydney/Australien.

Ich wiederhole mich an sich ungern (das ist natürlich gelogen. Ich bin eine Mutter und sich zu wiederholen gehört zu meinem Job :-) ), aber wie ich schon die letzten Male bei den Updates gesagt habe, haben wir es hier in Australien nicht so mit Corona. Klar, es gibt jetzt mal einen Cluster in Brisbane. Ich meine es sind 16 Infizierte, woraufhin Brisbane in den Lockdown geschickt und ein Muskifestival in Byron Bay abgesagt wurde. Wir schauen aber optimistisch auf die jetzt beginnenden Osterferien, denn die Australier sind schon recht gut vorbereitet auf solche Situationen.

Was der aktuelle Lockdown mit dem Impfen zu tun hat? Nun ja, der Virus wurde von einer Krankenschwester auf einen Junggesellinnenabschied mitgebracht. Jetzt wird natürlich noch eindringlicher gefordert, dass besonders die Leute in den Krankenhäusern und in den Quarantänehotels geimpft werden müssen. Ich persönlich empfinde das genauso. Besonders die Leute, die ganz vorne mit dabei sind sollten zuerst geimpft werden. Zum Eigenschutz und auch weil die in ihren persönlichen Freiheiten so eingeschränkt sind. Ich dürfte mich auch schon zum Impfen anmelden, da ich als Careworker arbeite. Jedoch hat Australien nicht so viele Impfdosen bekommen oder bestellt und da ich nur ein, max zwei Klienten in der Woche habe, habe ich mich erst einmal zurückgestellt.

Aktuell sind in Australien gerade mal etwas über eine halbe Millionen Menschen geimpft. Was ich bis jetzt nicht als schlimm angesehen habe, weil hier nun wirklich keine Not herrscht. Trotzdem zeigt die aktuelle Situation, wie schnell sich das Virus ausbreiten kann und die Nachrichten aus anderen Ländern verdeutlichen, wie schwer die Krankheitsverläufe sein können. Und das macht mir Angst. Schlimmer finde ich aber, wenn ich lese, dass sich viele gar nicht impfen lassen wollen. Ich weiß nicht, wann das alles ein Ende nehmen soll, wenn es so viele Ignoranten gibt und hoffe einfach darauf, dass die Mehrheit das Richtige tut.

Bitte passt alle auf euch auf und happy easter von hier aus dem Herbst!

Russland

Hallo Ihr Lieben, ich bin Doris und wohne mit meiner Familie (Mann und zwei Töchtern) in Moskau.

In Russland sehen die Zahlen ganz gut aus. Mittlerweile meldet Russland gesamt konstant unter 10.000 Fälle pro Tag – das ist schon ganz gut. In Moskau schwankt es mal wieder sehr zwischen 1.200-2.000 Fällen pro Tag werden hier gemeldet. Erst heute habe ich gelesen, dass mittlerweile 4 Millionen Menschen in ganz Russland bereits zweifach geimpft sind, davon ca. 1 Millionen (von 12,6 Millionen) in Moskau.

Es gibt ca. 100 Impfzentren hier in Moskau und auch an vielen öffentlichen Plätzen kann man sich impfen lassen, z.B. Oper oder Shopping-Mall. Insbesondere das bekannte GUM, direkt am roten Platz, ist beliebt – weil es da noch ein Eis gibt, für jede freiwillige Impfung. Und das ist der Punkt, die Impfwilligkeit ist hier nicht besonders groß, sie liegt je nach Quelle bei 30-40 %.  Es könnten weitaus mehr Menschen bereits geimpft sein – aber es gibt viele, die das nicht wollen, weil sie Angst haben und dem Impfstoff nicht trauen. Dabei gibt es mittlerweile drei Impfstoffe in Russland. Mein Mann und ich haben uns bereits Ende Januar die erste Impfung geben lassen und die zweite folgte dann im Februar. Wir haben Sputnik V bekommen und auch beide gut vertragen. Mittlerweile haben wir auch beide die Spike-Proteine testen lassen und die Impfung scheint bei uns gut angeschlagen zu haben, denn wir haben genügend Anti-Körper – also genügend Schutz.

Ich finde die Impfungen sind hier sehr gut organisiert und es geht auch alles zügig. Wir waren in einer öffentlichen Poli-Klinik, in der mit Terminen gearbeitet wird. War alles ganz unproblematisch. Leider sieht das jetzt für Ausländer schon wieder anders aus und wir hatten Glück, dass wir uns so früh zur Impfung entschlossen haben, quasi direkt als es für alle freigegeben wurde. Freunde von uns, die nur 2-3 Wochen nach uns die Impfung haben wollten, mussten extra Dokumente herbeischaffen und wurden auch nicht mehr bei den staatlichen Poli-Kliniken angenommen. Welche Regularien sich da schon wieder verändert haben, weiß ich nicht. Aber dennoch kann jeder, der sich impfen lassen möchte, in Moskau geimpft werden – mit mehr oder weniger Aufwand.

Aber wie gesagt, die meisten Russen haben Angst. Erst gestern habe ich mit einer russischen Freundin über das Thema gesprochen. Sie sagte, dass sie sehr viele kennt, die glauben, die Regierung möchte der Bevölkerung mit der Impfung schaden. Sie selber hat sich impfen lassen und hatte eine starke Impfreaktion mit über 41 Grad Fieber – trotzdem sagt sie, es war die richtige Entscheidung und sie würde sich wieder impfen lassen. Ich habe aber auch andere russische Freunde, die mich für total verrückt erklärt haben, dass ich mir freiwillig Sputnik V habe geben lassen. Eine gemeinsame Freundin von mir und der oben genannten Freundin, schrieb mich direkt an, nachdem wir von der Impfreaktion gehört hatten und meinte: „Da siehst du was passiert, wenn man sich Sputnik impfen lässt – das ist total gefährlich.“ In unserem Kindergarten lässt sich keine von den Erzieherinnen impfen, sie verlassen sich darauf, dass sie es nicht bekommen und wenn, dann wird es schon nicht so schlimm werden, denn sie sind ja alle noch jung und außerdem wäre ja jetzt bekannt, welche Medikamente man am besten nimmt, damit man nicht im Krankenhaus landet.

Also hier geht es mit dem Impfen auch schleppend voran, aber aus anderen Gründen als in Deutschland. Ich kann nur nochmal sagen, die Impfzentren hier sind super organisiert. Wenn ich das Chaos in Deutschland mitbekomme, kann ich nur sagen, haben es die Moskauer wirklich besser gemacht. Nur müsste hier die Impfbereitschaft höher sein.

Island

Goðan dag ihr Lieben!

Ich heiße Saskia und wohne mit meinem Mann und unserer 4 jährigen Tochter in Sauðárkrókur in Nordwestisland. Wir sind nach wie vor alle gesund, aber viel hat sich geändert seit dem letzten Update.

Durch verschiedene unschöne Umstände in Reykjavík wurden im ganzen Land die Maßnahmen wieder verschärft. Die Grenze der Personen, die sich zusammen in einem Raum aufhalten dürfen, wurden von 50 auf 10 Mann heruntergesetzt. Schwimmbäder, Fitnesscenter, etc. wurden wieder geschlossen und insgesamt sind alle wieder gestresster wegen der Verschärfung. Hinzukommt, dass ein Vulkan ausgebrochen ist, der sowohl bei Isländern als auch bei Touristen zum Besuchermagnet mutiert ist und dort leider alle Pandemiebekämpfungsmaßnahmen ignoriert werden.

Nun kurz zum Status bei der Familie Zuhause in Deutschland: der Opa wurde mit Krebs diagnostiziert, konnte dadurch leider nicht zum Impfen, denn genau an dem Tag als er den Impftermin hatte, war er zur Operation im Krankenhaus. Die Oma, die zum Opa gehört, konnte den ersten Impftermin wahrnehmen und sitzt nun nichts desto trotz Corona positiv Zuhause. Der Opa ist erstmal noch negativ, aber krank mit Grippesymptomen sind beide. Meine Stimmung im Moment, irgendwo zwischen Hoffen und Bangen und bei jeder neuen Nachricht von der Familie, denke ich: Hoffentlich nicht noch eine Hiobsbotschaft. Meine Mama und die Oma sind wohl beide gegen das Impfen, obwohl die eine im Einzelhandel arbeitet und die andere Lungenkrank und somit Risikogruppe ist. Der Papa hat noch Antikörper und seine Frau ist entweder schon geimpft oder hat zumindest einen Termin, da sie beim Zahnarzt arbeitet. Die Schwester hofft als Erzieherin noch auf einen Impftermin.

So und nun zum Thema Impfen hier in Island. Wie ihr wisst, arbeite ich seit 5 Wochen im Kindergarten und mit den neuen verschärften Regeln, sind wir die einzigen, die im Moment geöffnet sind. Alle Schulen ab 1. Klasse bis hin zur Universität sind zu. Dementsprechend fordern die Erzieher/innen, dass sie schnellstmöglich geimpft werden. Wir sind wohl im Mai/Juni dran, wenn alles soweit klappt und Impfstoff vorhanden ist. Bisher wurden für uns keine Impftermine geplant, sondern es besteht lediglich eine etwaige Vorhersage. Geimpft wurden zum jetzigen Zeitpunkt knapp 24.000 von ca. 360.000 Einwohnern auf Island. Allgemein scheint es landesweit eine große Impfbereitschaft zu geben, aber ich habe auch gehört, das Island nicht auf der Prioritätenliste steht bei der Impfstoff-Vergabe, weil wir kein Risikogebiet mehr sind. Ich persönlich habe zum einen Respekt (ich würde nicht Angst sagen) vor der Impfung, zum anderen aber größere Angst vor einer Infektion und werde es wohl auf jeden Fall machen, wenn es soweit ist, wenn das bedeutet, dass ich im Sommer dadurch eventuell die Möglichkeit habe, nach Deutschland zu reisen und meine Oma und meinen Opa zu besuchen.

So viel zu der aktuellen Lage hier in Island. Ich hoffe, ihr anderen seid alle gesund und haltet die Ohren steif. Ich wünsche euch wunderbare Osterfeiertage.

LG Saskia

Kalifornien / USA

Hallo ich bin Charlotte und lebe seit 3 Jahren mit meiner Familie in Kalifornien.

Uns geht’s nach wie vor sehr gut. Corona ist irgendwie weiter weggerückt. Ausser halt das Maske tragen im öffentlichen Raum, Einkaufen, Arbeit und Schule ist alles „normal“ soweit. Aber es ist noch nicht alles wieder  geöffnet. Sacramento denkt wohl über die Öffnung der Kino’s nach. Die Restaurants atmen sicher etwas auf, da nun das Wetter wieder schön ist und der normale Betrieb laufen kann mit outdoor dinning, ohne diese vielen Zelte und Heizpilze.

Mit den Impfungen geht es hier straight voran. Mein Mann hat gerade heute seine 2. Impfung bekommen, da er ‚essential business‘ ist. Aber auch jeder andere kann jederzeit geimpft werden. Man kann z.B. an den ausgewiesenen Impfstellen immer am Abend nachfragen, ob noch Impfstoff zur Verfügung steht (nicht zum Termin erschienene Personen). Bevor er entsorgt wird, impfen sie logischer Weise lieber. Ist auch vernünftig.

Die meisten bekommen Pfizer hier in unserer Gegend. Ich bin noch nicht geimpft. Mal sehen. Irgendwann wird es verpflichtend sein. Nehme ich an.

Die Kinder haben gerade spring break und auch wir werden nächste Woche einige Tage verreisen.

Es geht uns also ganz gut momentan. Bin gespannt, wann das internationale Reisen wieder gehen kann. Hätte meine Eltern sehr gerne hier. Aber ich befürchte, dass das noch dauern wird.

Ostern steht vor der Tür. Das Wetter ist wunderschön und wir genießen unsere Zeit als Familie.

Euch allen auch schöne Tage … trotz der Umstände, die wirklich nicht schön sind. Das tut mir sehr leid.

Liebe Grüße aus Kalifornien, Charlotte

Deutschland

Also wenn ich ganz ehrlich bin muss ich sagen: Es ärgert mich, wie es hier mit dem Impfen läuft. Vor drei Monaten hat die Impfkampagne gestartet und meine Mutter hat mit ihren 71 Jahren noch nichtmal eine Einladung zum Impfen erhalten. Es läuft so schleppen, es ist so zermürbend und ich finde man merkt gerade ganz arg, wie sehr wir uns in diesem Land mit unserer Liebe zur Bürokratie selber in den Schwanz beißen. Ich mag nicht mehr und bin frustriert. Klar, ich würde mit keinem unserer Politiker in dieser Situation tauschen wollen, ich verstehe, dass es kompliziert ist und schwierig und Sicherheit vorgeht usw. Aber MEINE FRESSE, ES IST SO FRUSTRIEREND!!! In anderen Ländern läuft die Nummer viel runder … wobei … im Kreis drehen wir uns auch hier, nur ist DAS nicht positiv gemeint. Und während die Regierung immer wieder über Lockdown rauf oder runterfahren (bei steigenden Zahlen) diskutiert, nehmen die Corona-Leugner fahrt auf, chartern Hubschrauber und lassen diese mit Bannern über Köln kreisen. In anderen Städten wahrscheinlich auch. Es ist alles so skurril und irre und bescheuert. Ich wünsche mir sehr, dass es bald besser wird, alle geimpft werden können – offenbar steigen ja dann doch bald mal die Hausarzt ein – und die Zahlen wieder sinken, damit auch die Krankenhäuser und das arme, dort seit Monaten durch-schuftende Personal wieder aufatmen und Kraft schöpfen können. Ich wünsche es uns allen!!!

Fühlt euch alle gedrückt und bleibt gesund!!!!
Anke

 

 

Ich danke euch allen, die ihr euch die Zeit genommen habt, mitzumachen und bin schon gespannt auf eure nächsten Corona-Updates!

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr diesen Text teilt! :-*

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