Geburtsbericht
Geburtsberichte

Geburtsbericht: Leserin Katrin K. erzählt

Ich plante eine Geburt im Geburtenhaus, bei einer lieben Hebamme. Die wir gleich sehr sympathisch fanden.

Da ich zu wenig Fruchtwasser hatte, kurze Zeit vor der Geburt, jedenfalls wurde mir das so im ungeliebten Krankenhaus mitgeteilt. Mussten wir zur Routinekontrolle, da unser Arzt im Urlaub war. Außerdem war mein Blutdruck im Krankenhaus stets zu hoch, zuletzt 180:110, muss wohl die Umgebung gewesen sein.

Am 29.7. waren wir wieder zur Kontrolle. Eine Assistenzärztin untersuchte mich, nicht sehr empathisch. Es war natürlich wieder zu wenig Fruchtwasser vorhanden. Mir wurde die Oberärztin geschickt und nochmals zu erklären, dass eine Einleitung nötig wäre. Dies wollte ich aber nicht, da ich dies schon bei meiner 1. Tochter in schlechter Erinnerung hatte. Es sollte eine erneute Kontrolle am Wochenende stattfinden. Als ich nicht so wollte, wurden mir Dinge eingeredet, wie das das Baby nicht gesund sein könnte, das meine Schuld wäre usw. und sie dann für nichts die Verantwortung übernehmen und eine Geburt im Geburtenhaus wäre ja sowieso nix. Eine Frau vor der Geburt nochmals so zu verunsichern, fand ich nicht normal.

Ich ließ mich drauf ein und am 1.8. fuhr ich mit dem Papa, es war Samstag sehr warm, zu einer erneuten Kontrolle. Die übernahm ein männlicher Arzt, der erst mal kein Problem sah.

Am 4.8. waren wir nochmal im Geburtenhaus. Ich war noch der festen Überzeugung, dass mein Baby dort zur Welt kommen würde. Die Hebamme baute mich wieder auf, fühlte den Bauch und meinte, soweit wäre alles ok. Ich sollte nur ruhiger werden. Sie gab mir noch was Pflanzliches zur Beruhigung.

An diesem Dienstag verlor ich immer etwas Flüssigkeit, wollte dies aber nicht wahrhaben und verdrängte es.

Am 5.8. ging es bei großer Hitze wieder ins Krankenhaus und was war, zu wenig Fruchtwasser, aber dem Hinweis, dass ich Flüssigkeit verlor, ging die Assistenzärztin nicht nach.

Nun wurde mir nahegelegt eine Einleitung zu machen, am besten am gleichen Tag. Das verneinte ich und zögerte es bis zum 6.8.20 Mittags raus. Ich wusste dem Baby ging es gut….!

Am 6.8.20 fuhren der Papa und ich Mittags bei großer Hitze ins Krankenhaus. Der Zugang wurde sehr unsanft gelegt von der A-Ärztin. Vorher untersuchte mich die Oberärztin auch sehr unsanft. Es war Fruchtwasser, welches auslief und der Muttermund war 2 cm offen. Die OÄ meinte zum Papa, heute oder Morgen kommt ihr Baby.

Wir bezogen den Kreißsaal. Der Wehentropf wurde angelegt und los gings. Anfangs konnte man die Wehen gut veratmen, wie es mir meine zu Hause Hebamme gezeigt hatte. Wir liefen über den Gang und hörten wie ein anderes Kind geboren wurde. Ich dachte noch, wie laut ist das…!

Die Wehen wurden gegen Abend stärker. Ich hatte das Zeitgefühl verloren. Es war immer noch sehr warm. Wir waren alleine auf der Station. Als die Wehen stärker wurden fragte ich nach Schmerzmittel, kurz darauf wurde ich untersucht und der Muttermund war erst 4 cm offen.Die Herztöne verschlechterten sich und es wurde sehr unsanft von der OÄ am Kopf des Babies ein CTG angebracht, auch die Assistenzärztin durfte es nochmal erfühlen. Außerdem sollte bei weiteren Problemen ein Kaiserschnitt erfolgen, dafür unterschrieb ich im 4 Füßler Stand. Wozu man mich immer wieder drängte trotz starker Schmerzen.

In Rückenlage hielt ich mich an den Bettseiten fest und veratmete alles! Die Ärtze kamen immer wieder rein und schauten nach dem Stand.

Die OÄ schob nochmals den Muttermund auf, dies ist so schmerzhaft, man kann es sich nicht vorstellen….Kurz vorm Ende wurde ich nochmals in den 4 Füßler Stand gedrängt und schrie meinem Mann ins Ohr vor Schmerzen…ich presste aber es tat sich nichts…die Ärztin musste handeln. Inzwischen kam die 3. Hebamme zum Dienst.

Jetzt ging alles ganz schnell. Das Bett wurde umgebaut, es wurden Bauchdrücken und Saugglocke genannt. Ich hatte davon gelesen. Vorher wurde die Blase ungefragt mit einem Katheter entleert. Die OÄ drückte mir auf den Bauch, das Kind nach unten…. ich hatte so eine Angst..ich durfte nicht laut schreien und musste mitpressen. Dann kam die Saugglocke davon weiß ich kaum noch etwas. Sie wurde eingesetzt ich spürte nichts davon und presste mit und dann warst mein Baby endlich da. Es war überstanden….es wurde mir auf die Brust gelegt und war gesund. Mein Kind war ein Sternenkucker und deshalb konnte es nicht ohne Hilfe auf die Welt kommen.

Der Wehentropf wurde nochmals für die Nachgeburt angestellt, diese kam auch.

Noch heute bin ich froh, dass ich keine Verletzungen hatte. Nur der Beckenboden könnte Probleme machen, wurde mir gesagt…auch das ich unter der Geburt nicht in die vielen Stellungen springen konnte, lag wohl an meinem Alter…wurde mir während der Geburt gesagt.

Nun begann die Kennenlernzeit…mit Stillversuchen…wer will schon nach so einer Geburt eine Brust in den Mund gedrückt bekommen, dies klappte natürlich nicht sofort.

Nach 2 Stunden durfte ich mich waschen…natürlich nackt vor dem Papa…oh man…und es ging auf die Wochenbettstation. Der frischgebackene Papa ging nach Hause und ich kam nicht hoch und mir wurde es schwarz vor Augen. Nach mehreren Malen sagen, kam die Schwester und mir lief das Blut im Schwall…also ab zum Ultraschall.

Es war alles i.O. ! Es gab noch einen Tropf. Die ganze Nacht schlief ich nicht. Am Morgen ging es mir besser und ich konnte zur Toilette und musste nicht wieder auf einen Schieber.

Das Stillen klappte im Krankenhaus nicht. Jede Schwester schaute sich die Brust an und meinte nix Genaues. Ich begann mit dem Abpumpen. Heute stillen wir seit 9 Monaten.

Heute ist der 6.5.21, ich kann mich nicht mehr an die Schmerzen der Geburt erinnern. Aber ich finde es schade, dass ich nicht selbst entscheiden konnte und man dem Baby keine Zeit gegeben hat. Klar, die Geburt wäre eh losgegangen, aber dieser Druck unter der Geburt ist schrecklich. Auch finde ich es schade, dass ich nie natürliche Wehen hatte.

Ich würde mich immer wieder für eine Geburt im Geburtenhaus entscheiden….auch wenn das Baby da nicht zur Welt kommen durfte.

Diesen spannenden Geburtsbericht hat Katrin geschrieben :)

close

Der LÄCHEN UND WINKEN Newsletter

Freu dich jeden Samstag über eine Mail von mir, mit allen Links zu den Neuerscheinungen der Woche und verpasse damit keinen Beitrag mehr - ganz egal, welcher Social Media Algorithmus gerade einen Pups quer hängen hat. ;)

Ich verschicke natürlich keinen Spam! Erfahre mehr in meiner Datenschutzerklärung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.