Geburtsbericht
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Geburtsbericht: Leserin Juli W. erzählt

Der errechnete Geburtstermin war der 28. Juni 2014. Die Schwangerschaft verlief so naja, neben einer Wochenendbeziehung und einem Todesfall in der Familie, ging es mir generell gesundheitlich nicht gut und ich hatte ua viel mit Übelkeit zu kämpfen. Nach der klaren Aussage meiner Chefin “du bist doch nur schwanger, nicht krank”, hab ich halt die Zähne zusammen gebissen und weiter gearbeitet. Auch meine Frauenärztin war wenig empathisch “ja, das gehört dazu”.
Also hab ich alle Zeichen ignoriert und weiter gemacht.
Erst 1 Woche vor Beginn des Mutterschutzes hab ich mich krank schreiben lassen und bin zu meinem Mann gezogen.
Die erhofften ruhigen Wochen zu zweit mit meinem Mann wurden dann aber deutlich verkürzt :
unsere Tochter hat sich knapp 4 Wochen zu früh auf den Weg gemacht.
Das wussten wir natürlich noch nicht und so kam alles völlig überraschend für uns. Es war zwar schon einiges gekauft, aber noch nichts aufgebaut und die Baby Sachen waren auch noch nicht gewaschen.
An einem Donnerstag morgen bin ich mit meinem Mann um 6 Uhr aufgestanden um noch einen Kaffee zu trinken, bevor er zur Arbeit los musste. Im Bad hatte ich einen Blasensprung, und das Fruchtwasser lief und lief und lief. So richtig realisiert hab ich es noch nicht, nur gerufen “Es geht los !!!”
Von ihm kam nur “Sicher? Bist du wirklich sicher? Dann ruf ich jetzt bei der Arbeit an und sag, dass ich nicht komm.”
Der zweite Anruf ging dann ins Krankenhaus “Meine Fruchtblase ist geplatzt – was soll ich jetzt machen ?”
Da ich noch keine  Wehen hatte, sollten wir frühstücken und danach in Ruhe kommen. Aber so wirklich entspannt waren wir nicht mehr.
Also haben wir uns recht zügig auf dem Weg ins Krankenhaus gemacht. Die ganze Zeit über habe ich unglaublich viel Fruchtwasser verloren. Gegen halb 9 waren wir im Krankenhaus und nach einer kurzen Untersuchung war klar: das wird noch etwas länger dauern. Wir wurden auf Station geschickt und dann zum Mittagessen in die Kantine. Wehen hatte ich noch keine und jede Untersuchung war recht deprimierend, weil sich am Muttermund kaum etwas getan hatte. Gegen 15 Uhr hat die diensthabende Ärztin vorgeschlagen ein Gel zu legen, damit die Wehen endlich wirkungsvoller werden. Dann war Schichtwechsel und die neue Ärztin war deutlich entspannter und meinte, ich solle mal auf meinen Körper vertrauen und sie hatte Recht.
Plötzlich wurde mir total übel und ich musste mich übergeben (eine Freundin hatte mir erzählt, dass bei ihr damit die Geburt richtig los ging) und dann kamen auch die ersten schmerzhaften Wehen. Im Schneckentempo sind mein Mann und ich zurück in den Kreißsaal. Die Hebamme dort hatte leider wenig Zeit für uns und ich sollte mich erst mal aufs Bett legen. Dort bin ich erst mal liegen geblieben (rückblickend total doof: ich lag da, hatte schmerzhafte Wehen und hab mich dabei null bewegt und es ging einfach nichts voran). Mit dem Schichtwechsel gegen 21 Uhr kam eine erfahrene Hebamme, die mich erst mal in die Badewanne gesteckt hat. Und das war die beste Entscheidung überhaupt. Die Wehen wurden erträglicher, ich konnte endlich wieder normal atmen und sogar Witze machen. Ich hätte noch ewig in der Wanne bleiben können, aber die Herztöner meiner Tochter wurden so schlecht, dass ich aus der Badewanne raus musste. Mittlerweile war es nach Mitternacht, ich war einfach müde und fertig und wollte nicht mehr. Ich hab mich aufs Bett gelegt und dachte, das wird nichts mehr. Die Hebamme und mein Mann haben mich dann aber nochmal motiviert. Der Arzt kam gegen 1 dazu. Nach einem ungefragten Dammschnitt und ein paar Mal pressen war meine kleine Tochter dann da:
4 Wochen zu früh, sehr klein und zarte 2.8kg.
Diesen spannenden Geburtsbericht hat Juli geschrieben :)
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