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Geburtsbericht: Leserin Julia W. erzählt von ihrer zweiten Geburt

Nachdem unser erstes Kind etwa 1 1/2 Jahre alt war, haben wir uns gedacht, dass wir mal mit der Planung für ein Geschwisterchen anfangen könnten – wer weiß, ob das wieder so lang und schwierig werden würde. Aber nein, direkt beim 1. Versuch war ich schwanger und überglücklich.

Doch dann bekam ich in der 9.SSW Blutungen – und sofort waren die Erinnerungen an die beiden frühen Fehlgeburten da. Da das natürlich am Wochenende passiert ist, sind wir ins Krankenhaus zum Abklären gefahren: ins nächst gelegene Krankenhaus, in dem auch unsere erste Tochter zur Welt gekommen ist. Danach hab ich für mich entschieden: dort geh ich definitiv nie mehr hin.
Die diensthabende Ärztin war mehr als unempatisch und hat mich mit dem Satz “wenn Sie nicht nicht stationär hier bleiben, werden Sie ihr ungeborenes Baby verlieren”.

Mein Mann hat mich trotzdem mit nach Hause genommen und ich hab streng Bettruhe gehalten.

Nach einem absolut schrecklichen Wochenende bin ich montags direkt zu meiner Frauenärztin, die mich erst mal beruhigt hat. Das Problem war die Plazenta, die an einer ungeschickten  Stelle war. Sie hat sich sehr viel Zeit genommen, mir alles erklärt, verschiedene Medikamente aufgeschrieben, mir eine Krankmeldung für die Arbeit gegeben und mich insgesamt beruhigt.
Es gibt also auch tolle feinfühlige Ärztinnen!
Zu Hause habe ich mich geschont – das hat ganz gut geklappt, weil wir viel Unterstützung durch Verwandschaft hatten.
Das war auch wirklich nötig, da mir ständig übel war und ich dann auch ab etwa der 20.SSW Wehen hatte und einen verkürzten Gebärmutterhals.
Durch viel Ruhe und einigen Tipps und Tricks meiner Hebamme, haben wir es aber bis zur 38.SSW geschafft.
Nachdem ich immer langsam gemacht und auf viel verzichtet hatte, damit das Baby ja nicht zu früh kommt, hatte ich dann einfach die Nase voll!
Es war Samstag 10.09.2016 früh morgens beim Frühstück (das große Kind war immer früh wach) und ich hab entschieden: die Sonne scheint, das Baby im Bauch ist entspannt, lasst uns einen Ausflug zum Zoo machen!
Schnell alles eingepackt und los ging es. Unterwegs sind wir an einem Baumarkt vorbei gefahren. Da wir früh dran waren, hat mein Mann entschieden, kurz dort anzuhalten um nach etwas zu schauen. Also haben wir vor dem Geschäft geparkt, wir sind ausgestiegen und *platsch* ist meine Fruchtblase geplatzt und ich stand in einer großen Pfütze. Also nichts mit Baumarkt und Zoo, sondern wieder rein ins Auto und wieder zurück nach Hause – es heißt ja immer, dass die Geburt beim 2.Kind schneller gehen soll…
Als wir zu Hause angekommen sind war es grade mal 10 Uhr. Dann wurde es kurz stressig, weil wir niemanden für unser großes Kind hatten – die Oma war fast schon in Frankfurt, ist dann aber direkt umgedreht und zurück gefahren.
Da ich beim 1.Kind viel zu viel Zeit im Krankenhaus verbracht habe, wollte ich dieses Mal so lang wie möglich zu Hause bleiben. Da ich auch noch keine starken Wehen hatte, bat ich meine Hebamme vorbei zu kommen. Sie hat mich kurz untersucht und bestimmte Punkte am Rücken und an den Füßen mit einem Öl massiert – und das hat gewirkt. Zeitgleich mit dem Eintreffen der Oma um 16 Uhr kamen die regelmäßigen Wehen. Die leicht panische Oma hat uns dann auch direkt ins Krankenhaus geschickt. Und das war auch gut so!
Wir hatten uns für die Geburt ein Krankenhaus ca 50km entfernt ausgesucht. Zum einen wollte ich nicht mehr in das KH, in dem meike Tochter geboren worden war, zum anderen hat das gewählte KH einen Hebammenkreissaal (Betreeung durch eine Hebamme, zur Geburt kommt eine 2.Hebamme dazu, wenig Intervention, keine Medikamente, …)
An die Autofahrt hab ich keine guten Erinnerungen. Die Wehen kamen in 5min Abständen, ich wusste nicht, wie ich sitzen soll und hab jedes Schlagloch verflucht.
Angekommen im KH hat die Hebamme uns gleich in den Kreißsaal geschickt und meine Papiere gesucht (ich war schon 2x zum Vorgespräch dort gewesen, weil ich im Hebammenkreissaal entbinden wollte, aber irgendwie war alles verschwunden). Da sie aber nichts finden konnte musste ich gefühlt 50 Formulare unterschreiben, immer zwischen den Wehen. Die Hebamme war leider ziemlich mit dem Papierkram beschäftigt und deswegen immer wieder weg. Da ich aber meinen Mann dabei hatte, hat mich das nicht sonderlich gestört. Ich bin durch den Kreißsaal gelaufen, hab die Wehen veratmet und hab nicht viel mit bekommen, was um mich rum passiert ist. Mein Mann hat die Hebamme draußen dann abgefangen und ihr erklärt, dass ich gern in die Badewanne zum Entbinden möchte (bei der 1.Geburt hat mir das total geholfen).
Als ich dann endlich in die Badewanne durfte, hat es nur leider nicht die erhoffte Wirkung gehabt. Ich habe keine Position gefunden in der ich entspannen konnte. Als dann die Herztöne vom Baby zu schlecht wurde, musste ich aus der Wanne raus und zurück in den Kreißsaal. Dort bin ich dann mittlerweile völlig fertig aufs Bett gekrabbelt und hab meinen Mann nur böse angefaucht, als er gemeint hat “aber Schatz, du wolltest doch nicht aufs Bett”.
Nach einem Wehensturm hab ich dankbar das Angebot der Ärztin angenommen, die mal vorbei schauen wollte, und hab durch eine Spritze wenigstens mal kurz Kraft sammeln konnte. Somit war es keine hebammengeleitete Geburt mehr, aber das war mir in dem Moment total egal.
Und dann ging es auch schon ganz schnell, auf der Seite liegend hab ich erst die kleine Hebamme weg getreten (hat mein Mann mir später erzählt, ich hab davon nicht mehr so viel mitbekommen).
Mein Mann hat dann ihre Position übernommen und nach drei Presswehen wurde um 18 Uhr unsere Tochter geboren, nach gerade mal guten zwei Stunden Wehen. Mit 50cm und 3,6kg war sie etwas größer und schwerer als ihre große Schwester.
Obwohl die Schwangerschaft selbst nicht so leicht war, war diese 2. Geburt so viel besser als die 1. Und auch wenn das mit der Badewannen Geburt nicht geklappt hat und die Hebamme nur wenig bei uns war, hab ich mich zu jeder Zeit gut aufgehoben gefühlt, weil ich meinen Mann dabei hatte, der genau wusste, was mir wichtig war. Und außerdem war ich einfach besser vorbereitet, weil ich wusste, was auf mich zu kommt.
Diesen spannenden Geburtsbericht hat Julia geschrieben. <3
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