Geburtsberichte
(Leser-)Geburtsberichte

Susann erzählt

Am 30.12.2016 war der errechnete Geburtstermin unserer Tochter Penny, unser erstes Baby. Schon am Heiligabend hatte ich das Gefühl, dass mir irgendwie alles zuviel wird. Und am 25. Abends wollte ich mich unbedingt noch rasieren, obwohl da noch keine Anzeichen einer bevorstehenden Geburt spürbar waren.
Nachts um 4 Uhr wachte ich auf und spürte viel Schleim… Und in regelmäßigen Abständen von ca. 7 Minuten sowas wie Regelschmerzen. Also ab in die Badewanne: wird es schlimmer? Besser? Keine Änderung. Mein Freund ging wieder ins Bett. Nach 2 Stunden weckte ich ihn mit den Worten “Ich will nicht alleine leiden”, was sich zu einem running Gag zwischen uns entwickelt hat. 6.30 Uhr platzte die Fruchtblase, das Fruchtwasser war dunkelgrün, was mich nicht unbedingt beruhigte. Im Krankenhaus sagte eine junge Ärztin dann immer nur “das nicht gut. Das gar nicht gut.” Erklärt hat sie nichts, im Kreißsaal durfte ich dann nicht mehr aus dem Bett und heulte, weil ich natürlich Angst hatte, dass mit meinem Baby etwas nicht stimmt. Unsere super tolle Hebamme schaffte es, mich wieder zu beruhigen. Auch mein Mann war immer an meiner Seite. Als sich nach ca. 3 Stunden absolut gar nichts am Muttermund änderte (1cm) und Pennys Herztöne mit jeder Wehe schlecht wurden, entschied man, einen Kaiserschnitt zu machen. Im Geburtsvorbereitungskurs sagte man uns, dass es ca. 30% sind, die einen Kaiserschnitt bekommen. Dass ich dazu gehören würde, hätte ich da nie gedacht. Dann kamen auf einmal mehrere Ärzte, stellten mir Unmengen Fragen und ich musste gefühlte 100 mal unterschreiben. Mein Freund wurde in der Zeit in einen grünen Ganzkörperanzug gepresst. Die Beteubung im Rückenmark war ein gruseliges Unterfangen: es war ein unangenehmes Gefühl und dauerte ca. 20 Minuten, weil der Arzt einfach nicht die richtigen Punkte finden konnte. Draußen litt inzwischen mein Freund Todesängste. Den Blasenkatheder spürt man übrigens gar nicht. Als die Betäubung endlich vollendet war, ging alles wirklich schnell. Ich merkte gar nichts, nicht einen Hauch von Schmerz. Auf einmal hob der Arzt dieses kleine graublaue süße Wesen hoch und sie quakte wie ein kleiner Frosch. Unwillkürlich flossen bei mir ein paar Tränen des Glücks. Es war alles in Ordnung mit ihr, sie war gesund und wurde von meinem Freund gebaden und angezogen. Während ich genäht wurde, machte mein Kreislauf ein bisschen schlapp und ich musste mich übergeben. Was mir wirklich unangenehm war, aber die Schwestern und Ärzte waren alle ganz extrem lieb zu mir und taten alles, damit ich mich gut fühlte. Penny wurde am 26.12.2016 um 11.45 Uhr geboren. Und ich kann nur sagen, dass die ersten Tage nach einem Kaiserschnitt wirklich extrem schmerzhaft sind. Es fühlt sich an, als würde deine Bauchdecke bei der kleinsten Bewegung zerreißen. Du kannst weder husten, noch lachen, dich nicht aufsetzen und auf gar keinen Fall Niesen oder Ausschnauben. Ich konnte mein Baby nicht das erste Mal anziehen, nicht das erste Mal wickeln. Nichts. Das hat alles mein Freund gemacht und er hat es toll gemacht, aber ich fühlte mich sehr schlecht dadurch. Ich will damit nur sagen, dass eine Frau, die einen Kaiserschnitt hatte, genauso leidet. Nur auf eine ganz andere Art. Und dass jede, wirklich jede Mutter einen großen Respekt verdient. Egal ob Kaiserschnitt oder natürliche Geburt.
Diesen schönen Geburtsbericht hat Susann (31) geschrieben :) .

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