Kleinkind
Neu Rabenmutter 2.0

Was sich mit Kind WIRKLICH ändert … und WIE ;)

Manchmal erhalte ich Mails von werdenden Mamas, die mir (unter anderem) erzählen, wie blöd sie es finden, dass alle um sie herum dauernd geheimnisvoll behaupteten: „Wenn man Mutter wird, ändert sich so ziemlich alles!“, aber dann keine wirklichen Beispiele brächten. Maximal wäre die Rede von NEUEN Perspektiven und Prioritäten. „Da kann ich mir nix drunter vorstellen“, erklären die Frauen dann genervt und irgendwie kann ich das sehr gut verstehen.

Mein erster, möglicherweise etwas fieser Gedanke zu der Frage war dennoch: „Hö, hö, hö, neeeee, was zu verraten, versaut doch bloß die Überraschung!“ doch dann erinnerte ich mich daran, wie doof ICH das damals fand, als ich zum ersten Mal mit dicker Kugel durch die Gegend watschelte und keinen blassen Schimmer hatte, was mich wohl erwartete. Klar, wir ahnen natürlich schon vor der Geburt, dass ein Baby alles auf den Kopf stellen wird (wir sind ja nicht blöd), aber so richtig erfassen kann man die Nummer eben erst, wenn man schon mittendrin steckt in diesem wilden Familien-Abenteuer. Und das ist RICHTIG so! Ganz einfach deshalb, weil die Haupt-Veränderung in den Eltern selbst stattfindet, in ihren Herzen, ihrem Denken und Fühlen. Wie genau DAS im Endeffekt dann aussieht, welche Entwicklungen es auslöst und wohin es führt, kann einem ganz ehrlich niemand vorher verraten – es ist schließlich ein ganz persönlicher, ein individueller Weg. Angst haben muss man davor aber nicht. Ich für meinen Teil habe noch NIE gehört, dass jemand über sich selbst sagte: „Meine Kinder haben mich zu einem SCHLECHTEREN Menschen gemacht!“ Denn: Die Elternschaft treibt uns sicher immer mal wieder an unsere Grenzen und lässt uns definitiv NICHT 24 Std am Tag die Sonne aus dem Arsch scheinen (das zu behaupten, wäre schlicht gelogen), aber es MACHT (meistens) glücklich, es BEREICHERT das Leben und es weckt Seiten in uns, die ohne Nachwuchs vielleicht niemals ans Licht kommen würden. Mama oder Papa zu sein macht mutiger, liebevoller, stärker und fokussierter. Also nichts, wovor es sich zu fürchten lohnt.

Dennoch gibt es bei dieser Elternschafts-Nummer natürlich so ein paar Kleinigkeiten, die … sagen wir mal … nicht direkt als Einhorn-Pups mit Glitter und Rosenduft-Wölkchen bezeichnet werden können. Eher vielleicht als handfester Troll-Furz, der ein beherztes AUGEN ZU UND DURCH verdient. ;) Hier mal eine klitzekleine Auswahl:

Was sich mit Kind WIRKLICH ändert … und WIE ;)

Privatsphäre

Das erste, von dem man sich gerade als frischgebackene Mama verabschieden muss, ist: die Privatsphäre. Die meisten von uns gehen (bis auf wenige, dann aber sehr intensiv genossene Momente) vom Moment der Geburt an gefühlt NIE WIEDER alleine aufs Klo oder unter die Dusche. In Wirklichkeit stimmt das natürlich nicht. Es sind nur ein paar JAHRE! ;)
Außerdem muss man sich daran gewöhnen, dass Gästen gerne mal vom Nachwuchs Hygiene-Artikel überreicht werden (ungelogen hier schon mehrfach passiert), Kinder „Grenzen“ erst noch kennenlernen müssen (Mama, darf ich mal zwischen deine Beine gucken?) und auch in der Öffentlichkeit Fragen beantwortet werden wollen, die man selbst lieber ZUHAUSE beantworten würde (stinkt dein Kacka eigentlich auch so doll wie meins?). Überraschenderweise stört einen das als Mama aber kaum. Kinder härten halt tatsächlich ganz arg ab. :D

Paar-Zeit

Gerade dann, wenn man vielleicht keine oder kaum helfende Hände außerhalb des eigenen, familiären Micro-Kosmos hat, wird „Paar-Zeit“ etwas seltenes sein … zumindest in der ersten Zeit, in der das Baby absolut im Mittelpunkt steht, möglicherweise nicht ohne die Mama schlafen kann oder die Mama einfach so fertig macht, dass sie für „Paar-Zeit“, die mehr umfassen könnte, als eine kurze Umarmung im Vorübergehen, schlicht zu müde ist. Und damit meine ich nicht mal Sex! Sondern tatsächlich nur die Zeit, die man alleine mit Gesprächen oder TV-Programm verbringt. Aber hey … so eine gemeinsame Ohnmacht neben dem Babybettchen ist doch auch was Schönes! Ehrlich, man lernt es zu lieben! ;)

Essen

Ich persönlich fand es ja sehr überraschend, wie sehr sich meine Art und Weise zu essen veränderte, als ich mein erstes Kind bekam. Mir war definitiv nicht klar, dass ein Baby DARAUF Einfluss nehmen könnte. Tut es aber. Erstens: Man hat am Anfang irgendwie keine Zeit, sich was ordentliches zu machen. D.h. spätestens, wenn der Vater des Nachwuchses wieder regelmäßig arbeiten geht, fängt Mutti an, wahllos das zu essen, was rumliegt … meist Kekse, Schokolade oder kalte Reste. Als die Mausemaus geboren wurde, habe ich mich wochenlang von Lebkuchen und Äpfeln ernährt. Mehr auf einem Teller zu drapieren, habe ich einfach nicht geschafft :D.
Zweitens muss man ständig darauf achten, WAS man isst, wenn man stillt, weil das Würmchen ja MITisst. Das kann die Wahl der Nahrungsmittel schon ein bisschen einschränken (einige Babys reagieren mit Bauchweh auf zu viel Zucker oder mit Ausschlag auf Tomaten usw.). Und (drittens) sind sie irgendwann auf einmal alt genug, selbst zu essen und wollen dann … Mama’s Essen. Egal, was es ist. Es MUSS Mamas Essen sein! Also wieder nix mit freier Nahrungswahl – oder der Alleinherrschaft über den eigenen Teller. ABGEBEN und TEILEN ist die neue Devise. Ganz super für eingefleischte Futterneider wie mich. Nicht! ;) .

Urlaub

Oh je, folgendes klingt jetzt ultra hart, aber: Den Begriff „Urlaub“ streicht man mit (kleinem) Kind am besten komplett aus dem Sprachgebrauch und ersetzt ihn durch ein realistischeres „Alltag woanders erleben“. Bleibt man nämlich bei der ursprünglichen Bezeichnung für Reisen, Ferienhaus- und Hotel-Aufenthalte, könnte sich der Trugschluss einschleichen, dass man tatsächlich Urlaub haben könne … so wie früher. Mit Buch auf den Knien, Cocktail in der Hand und gaaaanz entspannten Tagen. Mein Mann ist auch nach über 10 Jahren als Papa immer noch jedes mal „überrascht“, wenn die Kids auch in den Ferien um 6 Uhr aufstehen, im Hotel genauso viel Aufmerksamkeit brauchen wie zu Hause und der Eltern-Job mit allen Höhen und Tiefen einfach so weiterläuft, obwohl wir doch URLAUB haben! Schön ist es dann aber trotzdem. Aber eben ganz anders als ohne Kinder.

Angst

Es liegt mir natürlich völlig fern, jemandem Angst machen zu wollen (öhm *hust* ;) )… aber meine Fresse, werdet ihr Angst haben! :D Nein, dass ist natürlich übertrieben. Oder nicht?! Hm, schwierig. Es ist einfach so, dass ihr euch – oft schon ab dem ersten Blick in die Augen eures Babys – nicht mehr vorstellen könnt, jemals wieder ohne dieses Würmchen zu leben. Und DAS zieht als Rattenschwanz leider eine gehörige Portion Angst nach sich. Angst, irgendetwas falsch zu machen. Angst, es irgendwie zu verlieren. Angst, dass es in irgendeiner Form leidet. Und soweit ich weiß … geht diese Angst nie wieder weg. Tja, doof. Aber sie gehört eben einfach dazu, zu der Rolle als Mama oder Papa, diese ganz neue Angst, die so anders ist, so viel existenzieller, als jede Angst, die man vorher mal verspürt hat. Aber sie hat auch etwas positives: Sie relativiert alles andere, macht euch stärker denn je und zeigt sehr deutlich, was wirklich wichtig ist, was für euch von nun an der Nabel der Welt und euer Herz auf zwei Beinen ist. <3

 

Die eine oder andere Schwangere wird jetzt vielleicht etwas Panik bekommen, weil sie ihre Privatsphäre und ihre Partnerschaft –so wie sie gerade ist – eigentlich doch mag. ODER sie wird sich kaputtlachen, weil sie diese ganzen Geschichten für überzogenen Quatsch hält. :D Ich kann beides verstehen und halte beide Reaktionen für absolut normal und angebracht! Es ist ja auch echt alles sehr individuell … und somit von Familie zu Familie, von Mama zu Mama, von Papa zu Papa anders. Zumindest irgendwie.

Das Wichtigste jedoch ist – und das muss man sich immer wieder sagen, wenn die Angst vor der Veränderung einem den Nacken streichelt oder der Schlafentzug in den ersten Wochen besonders hart an den Nerven zehrt: Kinder bringen Liebe ins Leben. Mehr, als man sich vor der Elternschaft je hätte vorstellen können und so intensiv, dass der zuvor eventuell etwas theatralisch klingende Satz: „Ich würde mein Leben für dich geben!“ ganz plötzlich einfach nur zur Wahrheit wird. Und so zu lieben, so ganz und gar und ohne Vorbehalte, kann niemals schlecht sein. Im Gegenteil! Es ist das Beste, was einem im Leben passieren kann. <3

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr diesen Text teilt! Danke! <3

 

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3 Kommentare für “Was sich mit Kind WIRKLICH ändert … und WIE ;)

  1. Wie immer humorvoll und sehr ehrlich! Schön!!!

    Deine Erlebnisse haben mich dran erinnert wie ich als frisch aus dem Krankenhaus kommende Mama, Angst hatte, dass einer der Nachbarn das Jugendamt anrufen würde, weil das Baby ja so geschrien hat. 🤣
    Dabei hatte ich ein ganz liebes Baby, dass eigentlich nur geschrien hat, wenn sie Hunger oder eine volle Windel hatte. Aber nein, mein Kopf ging schon zum “worst case scenario” über.
    Geil am Mutter sein ist, dass man vieles gelassener mit der Zeit sieht. Man erkennt am Schrei des Kindes was es im Moment braucht. Die Erfahrung macht echt viel aus.
    Es ist schon cool Mama zu sein. 😎

  2. Ein ganz toller Text. Mein erstes Mal mit Baby ist schon gut 33 Jahre her, aber wenn ich das lese, fühle ich es total. Und was leider nie weggeht, zumindest bei mir nicht, ist das Thema “Angst”. Und blöderweise kommen jetzt noch die Enkel dazu, um die man sich jetzt Sorgen machen kann. Und ich stelle fest, dass ich mit meinen Kindern wesentlich entspannter war auf Spielplatz etc. als jetzt mit Enkelkind. Ist sicher auch dem Alter geschuldet.
    Vielen lieben Dank für Deine tollen Beiträge, hier und auf Insta.

  3. Das hast Du gut beschrieben . iIch würde es noch kürzer den werdenden Mamas sagen: das Leben wird sich ändern,.
    Du wirst immer Mama sein, auch wenn Du 90 und dein Kind 60 ist. D.h. Ängste und Sorgen werden bleiben, aber auch viel Freude, wenn alles gut geht😄
    Und was wirklich wichtig war für mich: Du siehst und erlebst die Welt noch einmal bewusst durch die Augen deiner Kinder. Es ist erstaunlich was man sich dann so anschaut, als Erwachsener allein wäre man daran vorbei gerannt. Und ebenso wenn deine Kinder Dich fragen, warum ist etwas so wie es ist. Da kommt man schon mal ins Grübeln. Ich möchte diese Zeit nicht missen und denke wehmütig an unsere Ausflüge zurück ( mein Sohn ist jetzt 27)
    Also keine Angst, seid gespannt auf die Veränderungen und lasst euch darauf ein.