Geburtsbericht
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Leserin-Geburtsbericht: Sarah S. erzählt

2007. Ich bin in der 39. SSW mit meinem ersten Kind, meiner kleinen Tochter. Es ist Juli und ziemlich warm. Den ganzen Tag über plagen mich schon Rückenschmerzen, doch das muss an der gigantischen Kugel liegen, die ich vor mir herschiebe. Ich watschele mit meiner Mama durch einen Baumarkt, denn es gab in diesem Moment nichts Wichtigeres als den Kauf einer Gießkanne in pink.

Abends lege ich mich ins Bett, mein Freund kommt später dazu und wir versuchen zu schlafen. Leicht fällt es uns nicht, mir wegen meinem Umfang und ihm, weil ich während meiner Schwangerschaft geschnarcht habe und das nahezu konkurrenzlos laut.

Wenige Stunden später, es ist kurz nach drei Uhr früh. Ich werde durch starke Schmerzen im unteren Rücken geweckt. Mist, falsch gelegen. Ich drehe mich um. Die Schmerzen kommen wieder und diesmal mit voller Wucht. Nein, das sind Wehen. Sind das Wehen? Erstes Kind, keine Ahnung!

Ich muss mich am Wickeltisch festhalten und versuche irgendwie anständig zu atmen. Ja, defintiv, es geht los! Meine Kleine macht sich auf den Weg. Ich habe Angst und bin aufgeregt und ich freue mich auch. Was tun? Kliniktasche ist gepackt, Auto fit und vollgetankt. Prima, kann losgehen. Achso, den Freund, den sollte man wohl noch aufwecken. Ich zupf ihm also die Stöpsel (Unverschämtheit) aus den Ohren und informiere ihn, dass unsere Tochter nun bald auf die Welt kommt. Typischerweise ist er völlig durch den Wind und ich bin heilfroh, dass wir gut am KH ankommen, denn so nervös habe ich ihn noch nie erlebt.

Die Fahrt ist wenig spaßig, ich habe kaum Wehenpausen und unwahrscheinlich starke Schmerzen und zwar nur im Rücken. Sollten die nicht irgendwie mehr im Unterleib sein? Egal, einfach atmen.

Im Krankenhaus werden wir wirklich lieb begrüßt und die erfahrene Hebamme sieht in mir zunächst mal eine überbesorgte Erstgebärene. Auf ihren Vorschlag, erstmal ganz entspannt ein CTG zu schreiben kann ich nur mit einem entsetzten Grunzen reagieren. Aber hey, die Frau will uns helfen, also rauf auf diese unsagbar bequeme Liege. Ich halte es kaum aus, ich habe schon einen heftigen Druck nach unten und möchte eigentlich sehr gerne meine Hose ausziehen. Mein Freund versucht, mich zu beruhigen, aber ich mag nicht angefasst werden. Die Wehen kommen jetzt ohne Pause. Endlich werde ich untersucht und Ärztin und Hebamme sind sich einig, dass man mit voll eröffnetem Muttermund dann doch mal in den Kreißsaal gehört.

Auf dem Weg treffe ich eine Bekannte aus dem Geburtsvorbereitungskurs. Sie liegt mit offensichtlich starken Wehen auf einer Liege im Gang vor dem Kreißsaal. Wir schauen uns an. Lächeln. Nicken wissend.

Im Kreißsaal möchte ich nicht mehr liegen. Ich laufe umher und halte mich an dem hängenden Seil fest. Innerhalb kürzester Zeit bekomme ich Presswehen und meine Hebamme schiebt mir einen Gebärhocker unter den Hintern. Ich bekomme kaum noch etwas mit und darf jetzt dem Drang zu pressen nachgehen. Nur wenige Minuten später und meine zauberhafte Tochter ist auf der Welt. Sie liegt auf einer weichen Matte unter mir und ich weiß noch, ich wollte nichts mehr als sie zu nehmen und sie nicht mehr loslassen. Gleichzeitig hatte ich riesige Angst, ihr weh zu tun und eigentlich ist das heute noch so. ;-)

Ich nehme sie also und jeder Schmerz ist sofort vergessen. Wir schauen uns an. Ich bemerke ihre schwarzen Haare und ihre wunderschönen Augen. Und das schiefe Näschen. Sie ist perfekt.
In den nächsten Tagen können wir nicht aufhören, sie anzuschauen, ihren Babyduft aufzusaugen und mit ihr zu kuscheln.

Leider musste unsere Kleine aufgrund einer schweren Neugeborenengelbsucht in eine Kinderklinik verlegt werden, doch nach einer Woche durften wir sie dann endlich mit nach Hause nehmen.

Diesen schönen Geburtsbericht hat Sarah geschrieben :)

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