Geburtsbericht
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Leserin-Geburtsbericht: Carina W. erzählt

Ich ging an die Geburt unseres ersten Kindes sehr entspannt ran. Wir würden das schon meistern. Und irgentwie musste er ja raus kommen ;).

Mein Gebärmutterhals hatte sich bereits im letzten Drittel der Schwangerschaft verkürzt. Mein FA meinte ab der 35. Woche, dass wir jeden Tag mit ihm rechnen können.

Unser Junge machte aber nicht wirklich Anstalten früher zu kommen. Ich hatte auch weder Senkwehen noch Übungswehen. Zumindest hab ich sie nicht als solche wahrgenommen. 5 Tage vorm ET hatte ich einen Kontrolltermin im KH. Alles paletti, Kind liegt optimal, aber ich habe mehr Fruchtwasser als in dieser Phase üblich sei. Ich sollte die Rettung rufen, falls ich einen Blasensprung habe.

Am 3.11. (3 Tage vorm ET) ist dann um 8 Uhr in der Früh die Fruchtblase geplatzt. Ich hab schnell meinen Freund angerufen. Der natürlich nicht abgehoben hat :D.
Also hab ich mal die Rettung angerufen. Kurz stieg Panik in mir auf, weil es nicht aufhörte zu laufen. Im Wohnzimmer war bereits eine riesen Pfütze. Soll ich mich umziehen? Soll ich alles noch aufwischen? Ich hab darauf verzichtet und mich einfach hingesetzt und auf die Rettung gewartet :D.
Plötzlich fährt mein Freund in die Einfahrt. Hinter ihm die Rettung. Mein Freund hatte noch immer nicht aufs Handy gesehen und er wußte noch gar nichts. Es war einfach Zufall, dass er Zeit hatte und kurz zuhause vorbei schauen wollte. Die Sanitäter sind dann ausgestiegen und haben ihn gefragt, ob er mich etwa selber ins KH fährt. Da hab ich nur noch den panischen Gesichtsausdruck meines Freundes gesehen :D. Er machte schnell Platz fürs Rettungsauto und kam dann herein gerannt. Er war komplett aufgelöst und ich hab ihn versucht damit zu beruhigen, dass es noch nicht los geht. Ich hatte noch keine Wehen. Alles im grünen Bereich.
Er hat in seiner Firma angerufen, dass er heute nicht mehr in die Arbeit kommt. Die Sanitäter hatten die Trage noch ausgelegt und wollten mich gerade drauf setzen, als plötzlich 2 Kolleginnen meines Freundes ankamen (Büro ist nur einen Katzensprung entfernt). Sie wollten mir noch alles Gute wünschen. Ich also mit naßer Hose auf der Trage. Um mich rum 2 Sanitäter, mein Freund und seine 2 Kolleginnen. Mit soviel Zuseher hatte ich nicht gerechnet :D
Unsere Einfahrt ist nicht asphaltiert und geht leicht bergauf. Alle anwesenden mussten am Schluss mithelfen, die Trage ins Auto zu bekommen, da ich immer wieder aus dem Rettungswagen rausgerollt bin. Es war wie in einem schlechten Film. Es hätte noch gefehlt, dass ich von der Trage falle :D. Dann gings endlich los.

Im KH wartete man schon auf mich. Die Wehen waren nur sehr leicht und unregelmäßig. Mein Freund sollte  heimfahren und um 14 Uhr zu Besuchszeit wieder kommen. Ich hab mein Zimmer bezogen und um 11 Uhr hab ich einen Einlauf bekommen. Der dürfte geholfen haben, denn schon während dem Mittagessen hatte ich das Gefühl, dass sich jetzt was tut. Um 13 Uhr war ich mir dann sicher, so es geht langsam los. Die Wehen wurden echt schon stark und kamen regelmäßig.
Meine Zimmergenossin hat mich schon ganz skeptisch angesehen und meinte, ob es nicht doch Zeit wird eine Schwester zu holen. Aber woher sollte ich wissen, dass wir schon bereit für den Kreißsaal sind?! Alle erzählen einem immer, dass es Stunden dauert. Ich spürte erst 30 Minuten lang was. Man will ja dann auch nicht komplett wehleidig rüber kommen.

Die Schwester hat mich dann mal ins Kreiszimmer gebracht um die Wehen zu messen, da war es halb 2. Die Hebamme meinte dann, ja jetzt geht’s los. Sie lässt mal Wasser in die Wanne ein, wenn mein Freund um 14 Uhr da ist, wechseln wir dann in die Badewanne. Ich hab ihm kurz bescheid gegeben, dass es losgeht und wo ich bin.
Als mein Freund dann da war, war ich gar nicht mehr in der Lage zu sprechen, wenn ich eine Wehe hatte. Mumu war 4 cm offen und ich hab mir nur gedacht, wtf?! Wie soll ich dass denn Stundenlang aushalten??
Mein Freund war total aus dem Häuschen, weil er nicht damit gerechnet hat, dass es schon voll losgeht, wenn er wieder kommt :D.

Bevor ich in die Wanne stieg, sollte ich nochmal aufs Klo gehen. Gesagt getan. Blöd nur, dass ich am Klo eine Wehe bekam und beim besten Willen von alleine nicht mehr hoch kam :D. Mit Hilfe der Hebamme hab ich es dann doch noch irgentwie runter vom Klo und rein in die Badewanne geschafft.
Oh mein Gott, war das angenehm!! Ich war für ungefähr 10 Minuten einfach nur glückseelig. Dann wurden die Wehen wieder stärker und ich hatte dann auch irgendwie das Bedürfnis ein bisschen zu drücken. Ich also die Hebamme gefragt, ob das denn jetzt schon normal sei?! Ich war erst eine halbe Stunde in der Badewanne. Die Hebamme hat mich untersucht und kuckte auf einmal ganz überrascht. Huch Mumu bei 7 cm, der kleine hats eilig. Ich sollte wieder raus aus der Wanne und ins Bett wechseln.

Da war ich nun auf allen Vieren in der Badewanne, geplagt von Wehen, und habe irgentwie versucht raus zu kommen :D. Zusammen mit der Hebamme und meinem Freund hab ich es dann irgentwie raus geschafft und rauf aufs Bett.

Nach einigen Minuten sollte ich auf den Hocker wechseln. Ich war ehrlich gesagt schon ziemlich gebeutelt von den intensiven Wehen und vorallem, weil die kurzen Abstände kein durchschnaufen mehr möglich machten. Vielleicht würde die Schwerkraft etwas mithelfen.
Der Hocker war zwar toll, weil da mein Freund einen aktiven Part übernehmen konnte, aber ich fühlte mich da gar nicht wohl und nach ein paar Minuten war auch klar, dass wir wieder ins Bett wechseln

Die Hebamme hat mir dann doch noch so etwas wie einen Wehenhemmer gespritzt. Sie meinte, dass ich nochmal kurz durchschnaufen kann, bevor es ernst wird.

Mein Freund versorgte mich die ganze Zeit über vorbildlich mit nassen Waschlappen, die er mir auf die Stirn legte und mit Getränken.

Wieder im Bett dauerte es nicht lange und die Hebamme meinte, alles klar ich spür den Kopf. Willst du auch mal fühlen?

Verdammt nein, ich will das er raus kommt!! :D

Nun kam eine Ärztin dazu und die Hebamme gab das ok, dass ich pressen kann.

Nach 3 Presswehen war unser kleiner Prinz auf der Welt.

Bei meinem Freund brachen alle Dämme. Ich hatte ihn noch nie weinen gesehen, aber als unser Zwerg seinen ersten Schrei um 16:15 Uhr machte, war es vorbei mit ihm.

Und ich war einfach nur froh, dass wir es geschafft hatten und es ihm gut ging.

Bis zu dem Zeitpunkt, wo sie einem die Nachgeburt raus drücken. Also da war ich kurz wieder im Wehen-veratmen-Modus :D.

Ich wurde dann noch nachversorgt, aber davon habe ich eigentlich nichts mitbekommen.

Bei meinem Freund hat sich dann nach 2 Stunden nach der Geburt fast der Kreislauf verabschiedet.
Obwohl ich das Kind zur Welt gebracht habe, hat es meinen Freund mehr mitgenommen als mich :D.

Er ist dann nachhause gefahren und ich durfte endlich was essen und mit unserem Prinzen zur Ruhe kommen.

Im Nachhinein betrachtet bin ich natürlich  froh, dass die Geburt bei uns so flott ging, auch wenn es mir in dem Moment fast zu schnell war. Aber ich muss immer schmunzeln, wenn ich an den Tag zurück denke und ich bin froh darüber, dass wir was zu lachen hatten :D.

Diesen schönen Geburtsbericht hat Carina geschrieben. :)

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