Geburtsberichte
Leser*innen-/Geburtsberichte

Leserin-Geburtsbericht: Anne R. erzählt

Schulkind und Neugeborenes am gleichen Tag: Die Geburt unseres dritten Kindes konnten wir kaum erwarten. Beide vorherigen Geburten waren ganz entspannt und sind so verlaufen, wie wir es uns gewünscht haben. Bei unserer großen Tochter waren wir im Krankenhaus. Ich hätte mir eine Hausgeburt nie vorstellen können. Als dann gut zweieinhalb Jahre später ihr Brüderchen zur Welt kommen sollte, konnten wir uns eine Geburt im Krankenhaus nicht mehr vorstellen. Wir entschieden uns also für eine Hausgeburt. Diese war noch einmal so viel schöner als die erste Geburt. So sollte auch unser drittes Kind, im inzwischen eigenen Haus, zur Welt kommen. Von Anfang an lief aber nicht alles sie wie gedacht. Meine Hebamme kündigte an, dass sie just zum ET Urlaub hätte. Einen Ersatz würde sie aber schon finden. Dann lag er ab dem dritten Ultraschall in BEL und weigerte sich zu drehen. Meine Frauenärztin machte mir dann um die 35. Woche herum schon etwas Panik, sodass wir einen Termin in einer nahe gelegenen Klinik ausmachten um eine mögliche Geburt aus BEL zu besprechen. Inzwischen hatte ich eine Ersatzhebamme gefunden, die mir noch andere Tipps geben konnte, wie sich das Baby eventuell noch dreht. Alle außer mir waren aber sehr zuversichtlich, dass er sich noch drehen würde. Tatsächlich lag er dann beim nächsten Besuch meiner Hebamme in der 37. Woche zweifelsfrei in SL und ich freute mich und konnte das erste Mal seit Wochen wieder aufatmen. Ich entschied mich, nicht mehr zur Frauenärztin zu gehen, da ich mir vor diesem Termin schon wieder so viele Gedanken gemacht habe, dass ich Angst hatte, er würde sich wieder drehen. In der darauffolgenden Woche hatte ich montags das erste Mal recht regelmäßige Wehen und habe schon ein bisschen damit gerechnet, dass es los geht. Das wäre problemlos möglich gewesen, da die 37. Ssw schon beendet war. In der Nacht hörten die Wehen dann plötzlich wieder auf. Donnerstags stand dann die Einschulung unserer großen Tochter an und ich wollte auf keinen Fall, dass es noch ganz kurz davor los geht. Also nahm ich wieder Magnesium um die Wehen im Zaum zu halten. Mittwochs bereiteten wir dann gemeinsam alles für die Einschulungsfeier, die bei uns zuhause stattfinden sollte, vor. Ich konnte mich aber gut zurückziehen, da mein Mann viele Aufgaben übernahm. Glücklich und in der Annahme, dass es mit der Einschulung klappt, da ich weder Wehen noch sonstige Beschwerden hatte, ging ich zu Bett und schlief bis drei Uhr nachts durch um dann durch das Platzen der Fruchtblase geweckt zu werden. Unter Tränen weckte ich meinen Mann, der hektisch alles für die Hausgeburt vorbereitete. Ich rief der Hebamme an, die gegen acht Uhr bei mir vorbeischauen wollte. Natürlich sind durch unser Gerenne mitten in der Nacht beide Kinder aufgewacht. Meiner Tochter sagte ich ebenfalls weinend, dass ihr Brüderchen heute käme und ich nicht bei der Einschulung dabei sein könne. Sie reagierte so toll und tröstete mich mit den Worten: „Mama, das macht doch nix. Er kommt eben, wenn er kommen will.“ So zog ich ins Wohnzimmer um,, das mein Mann bereits vorbereitet hatte. Das Fruchtwasser lief in Strömen und so langsam kamen die ersten Wehen. Als diese um halb vier schon alle vier Minuten kamen, rief ich wieder der Hebamme an und bat sie, doch direkt vorbei zu kommen. Gleichzeitig rief ich meiner Mutter an, die die Kinder abholen sollte. Wir packten alles ein, was die bald zweifache große Schwester bei der Einschulung brauchte und beide Kinder waren total aufgedreht und haben wohl noch nicht so richtig verstanden, was hier vor sich ging. Als die Hebamme kurz nach vier mit ihrer Hebammenschülerin eintraf, waren die großen bereits bei Oma. Um halb fünf kamen die Wehen dann noch relativ unregelmäßig, nahmen an Stärke aber deutlich zu. Wir machten uns einen Kaffee, aßen Energiebällchen und konnten noch Scherze machen. Die Hebamme war toll. Von der klassischen Massage über verschiedene Positionen bis hin zur rebozo Massage bot sie mir alles an, gewährte mir aber auch Freiraum. Eine Stunde später war ich mir dann sicher, dass es jetzt so weit ist und er sich vollends auf den Weg macht. Auf meine Bitte hin untersuchte sie mich, obwohl sie meinte, dass das die dritte Geburt wäre und wenn ich meine, es wäre so weit, dann käme er auch. Und genauso war es. Mit drei sehr intensiven Presswehen wurde unser Sohn in unserem Wohnzimmer geboren, wo wir die nächste Stunde ganz entspannt und fast schon in Dreisamkeit genießen konnten. Die beiden Hebammen kümmerten sich natürlich um alles was anstand, ließen uns aber völlig unseren Freiraum. Um sieben Uhr riefen wir meiner Mutter an um alles weitere wegen der Einschulung zu besprechen. Die Kinder schliefen tatsächlich noch und sie konnte sie direkt mit dem Bild ihres Brüderchens wecken. Unsere großen und die frisch gebackene neunfach Oma kamen um halb neun nachhause. Jeder durfte sein Brüderchen kurz halten und begrüßen. Ich machte meiner Tochter noch eine schöne Frisur (die von Oma hat ihr nicht so gut gefallen) und dann brachte mein Mann den Sohn in den Kindi und Oma ging stellvertretend für mich mit in die Kirche. Mein Mann stieß etwas später zur Einschulungsgesellschaft dazu, während ich es mir mit dem Baby im Bett gemütlich gemacht hatte. Zuvor konnte ich noch duschen und mich frisch anziehen. Uns war dann klar, dass wir die Feier mittags nicht in dem Umfang abhalten können, wie vorgenommen, sodass wir nur die engste Familie einluden. Ich musste mich um nichts kümmern und konnte sogar, mit dem Baby im Tragetuch, einen Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen. Nachmittags habe ich mich dann aufs Sofa zurückgezogen. So war es für unsere Tochter trotzdem ein toller Einschulungstag und ihr Brüderchen stand nicht im Mittelpunkt sondern sie. Das war mir ganz wichtig. Ich bin so froh, dass das alles so gut geklappt hat. Der kleine Mann wollte sich die Feier wohl einfach nicht entgehen lassen, sodass er genau zwei Wochen vor dem errechneten Termin zu uns kam.

Diesen spannenden Geburtsbericht hat Anne R. geschrieben :)

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